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HSV: Wunschspieler Adler und Rudnevs können kommen

Von Thomas Prüfer und Britta Körber, dpa

René Adler ist der neue Torwart beim HSV. Foto: Federico Gambarini

Hamburg (dpa) - Der Wunschtransfer ist perfekt, aber ein Restrisiko bleibt: Beim Hamburger SV hat sich der Aufsichtsrat zur Verpflichtung des ablösefreien, aber verletzungsanfälligen Fußball-Nationaltorhüters René Adler durchgerungen.

Und in Artjoms Rudnevs wurde der Torschützenkönig der 1. polnischen Liga gleich mitgeholt. Allerdings musste Sportdirektor Frank Arnesen bei den zögernden Räten des Bundesligisten Überzeugungsarbeit leisten, ehe das Okay zum Deal mit dem lange verletzten Noch-Leverkusener Adler endlich da war.

«Wenn man einen deutschen Nationaltorwart mit 27 Jahren ablösefrei holen kann, ist das eine spezielle Chance. Da muss man zuschlagen», sagte Arnesen am Mittwoch bei der offiziellen Bekanntgabe des Doppelpacks. Adler soll bis 2017, Rudnevs bis 2016 unterschreiben. «Alles ist glatt verlaufen. Nun ist es meine Arbeit, in den nächsten vier bis sechs Tagen alles klarzumachen.»

Noch am späten Abend habe er mit Adler telefoniert. «Er freut sich sehr, nach einem Jahr ohne Bundesliga-Spiel ist er heiß. Ich hoffe, dass er über gute Leistungen beim HSV in die Nationalelf zurückkommen kann», meinte der Däne. Der Medizincheck des Keepers liegt schon zwei Monate zurück und ging nur unter Vorbehalt als bestanden durch. Einige Aufsichtsratsmitglieder glaubten, der Transfer des wegen einer Knie-Operation neun Monate ausgefallenen Schlussmannes sei zu riskant. «René hat eine achtmonatige Reha hinter sich und ist fit», meinte Arnesen.

Nun muss er mit Jaroslav Drobny reden. Denn die bisherige Nummer 1 hat Vertrag bis 2013 und noch keinen neuen Club gefunden. Beide Torhüter zu halten, wäre teuer für den klammen HSV: Adler soll mit 2,7 Millionen, Drobny mit einem Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro zu Buche stehen - und wäre dann der teuerste Ersatzkeeper der Liga. Dennoch dürfe er bleiben, wenn er seinen Vertrag erfüllen wolle, hieß es.

«Mit Frank Rost und Drobny waren vor zwei Jahren auch zwei starke Torleute da», ergänzte der Sportchef. Zudem sollen die Reservekeeper Tom Mikkel und Sven Neuhaus bleiben. Und um weitere Einkäufe zu realisieren - als nächstes soll ein Spielmacher her -, stehen Profis wie Marcus Berg, Robert Tesche & Co. zum Verkauf. Allerdings lägen noch keine Angebote vor. Topverdiener Paolo Guerrero dagegen will Arnesen unbedingt halten: «Er ist sehr wichtig für uns und einer unseren besten Spieler.»

Ins Schwärmen geriet er bei Rudnevs, der wenige Chancen brauche und «ein Knipser» sei: «Wenn ein Stürmer in einem Jahr viele Tore macht, ist das gut. Wenn er bei seinen letzten drei Clubs immer der Top-Scorer war, dann ist das sehr gut», urteilte er über den lettischen Angreifer, der in 29 Liga-Spielen für Lech Posen 22 Tore erzielt hat. Deswegen seien drei englische Erstligisten an den 24-Jährigen herangetreten, Rudnevs habe aber zu seinem Wort beim HSV gestanden. «Er hätte viel mehr verdienen können. Das zeigt, dass zu seinen großen Fähigkeiten im Strafraum noch ein Plus im Charakter kommt», stellte Arnesen zufrieden fest. Nun muss er die Ablöse von 3,5 Millionen Euro noch etwas drücken.

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