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Wieder lange Pause für Petkovic - Olympia in Gefahr

Von Lars Reinefeld, dpa

Andrea Petkovic liegt nach dem unglücklichen Sturz verletzt am Boden. Foto: Franziska Kraufmann

Stuttgart (dpa) - Keine French Open, kein Wimbledon und wohl auch kein Olympia: Andrea Petkovic bleibt der große Pechvogel im deutschen Tennis.

Die 24-Jährige zog sich beim WTA-Turnier in Stuttgart einen zweifachen Bänderriss im rechten Fuß zu und muss nach ersten Diagnosen erneut rund drei Monate pausieren. Die Sommerspiele in London werden am 27. Juli eröffnet. Der Kampf um die Fitness für das große Saisonziel gerät für die Darmstädterin damit auch zum Wettlauf mit der Zeit.

«Ich muss das nun erstmal verarbeiten», sagte Petkovic, bei der zudem die Dehnung eines dritten Bandes und eine leichte Verletzung des Syndesmosebandes festgestellt wurden. Dass der Knochen und der Knorpel nicht beschädigt sind, war nur ein schwacher Trost. «Als Profi-Sportler gibt es immer wieder Rückschläge, aber ein solches Verletzungspech ist schon bitter», sagte Petkovic geschockt. Ob sie sich operieren lässt, will sie später entscheiden.

Die deutsche Nummer eins hatte sich die Verletzung im Achtelfinale gegen die Weltranglistenerste Victoria Asarenka zugezogen. Gegen Ende des zweiten Satzes hatte Petkovic auf der Vorhandseite einen Ball erlaufen wollen und war dabei übel umgeknickt. «Ich habe den Knöchel gesehen, er war sofort dick», sagte Asarenka. Auch Petkovics Vater Zoran wusste sofort um die Tragweite der Verletzung. «Ich bin fassungslos. Dass Andrea jetzt wieder bei Null anfangen muss, das ist extrem bitter», sagte er im ZDF.

Petkovic hatte beim einzigen Damen-Event in Deutschland gerade erst ihr Turnier-Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause gefeiert. Ein komplizierter Ermüdungsbruch im Rücken hatte sie seit Mitte Januar außer Gefecht gesetzt und auch einen Start bei den Australian Open unmöglich gemacht. Schon gegen Ende des vergangenen Jahres hatte die Nummer zwölf der Welt wegen eines Meniskuseinrisses im Knie pausieren müssen. 2008 war sie bereits ein halbes Jahr wegen eines Kreuzbandrisses zur Tatenlosigkeit verdammt.

Doch Petkovic kämpfte sich stets zurück und machte in Stuttgart bereits wieder einen erstaunlich fitten Eindruck. «Das ist unglaublich bitter für sie. Ich weiß, wie sehr sie sich zuletzt gequält hat», sagte Fed-Cup-Kollegin Angelique Kerber. «Ich war geschockt, als ich es gehört habe.»

Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner war das Entsetzen ebenfalls ins Gesicht geschrieben. «Andrea war am Boden zerstört», berichtete Rittner von ihrer ersten Kontaktaufnahme mit Petkovic unmittelbar nach dem unglücklichen Zwischenfall. «Das ist eine Katastrophe. Andrea war auf einem so guten Weg.» WTA-Chefin Stacey Allaster ist überzeugt, dass Petkovic stark zurückkehrt. «Sie ist eine starke junge Frau und eine tolle Sportlerin. Sie wird ihren Kampfgeist, den sie immer auf dem Platz zeigt, jetzt auch in der Reha zeigen.»

Statt sich in Madrid, Rom und Straßburg auf die French Open vorzubereiten, steht für Petkovic nun wieder die auch mental belastende Reha an. Schon die drei Monate in der Einsamkeit zu Beginn des Jahres hatten ihr zugesetzt, ihr aber auch wichtige Erkenntnisse über sich selbst gebracht. «Ich sehe es jetzt viel mehr als Geschenk an, Tennisprofi zu sein», hatte Petkovic gesagt.

Nun muss sie wieder von vorne anfangen. «Ich habe mich nun schon zweimal nach schweren Verletzungen zurückgekämpft und werde es ein drittes Mal tun. Ich hoffe allerdings, dass ich meinen Kampfgeist dann damit genug unter Beweis gestellt habe», sagte Petkovic.

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