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Kniffliges Derby für BVB - Hummels: «Geiles Spiel»

Von Heinz Büse, dpa

Mats Hummels freut sich auf ein «geiles Spiel» auf Schalke. Foto: Bernd Weißbrod

Gelsenkirchen (dpa) - Auf zum nächsten Gipfel. Nur drei Tage nach dem umjubelten 1:0 über Verfolger FC Bayern München muss Borussia Dortmund den nächsten großen Rivalen bezwingen.

Im prestigeträchtigen Revierderby beim Tabellendritten FC Schalke kann der Spitzenreiter einen weiteren riesigen Schritt Richtung Meisterschaft tun. Trainer Jürgen Klopp schwor seine Profis auf einen neuerlichen Kraftakt ein: «Die Freunde aus Gelsenkirchen werden alles versuchen, damit es für uns noch mal eng wird. Die wollen uns in die Suppe spucken.»

Welche Bedeutung das Kräftemessen der in historischer Abneigung verbundenen Clubs wirklich hat, brachte Christoph Metzelder zum Ausdruck. Der Schalker Manndecker muss es wissen. Schließlich stand er in den Jahren zwischen 2000 und 2007 Jahren auch schon beim Erzrivalen unter Vertrag. «Für manchen Fan ist es wichtiger, das Derby zu gewinnen als einen Titel zu holen.»

Der Triumph über den Rekordmeister aus München hat dem BVB eine komfortable Ausgangslage beschert. Noch nie in der 49-jährigen Bundesliga-Historie verspielte ein Tabellenführer in den letzten vier Saisonspieltagen einen Sechs-Punkte-Vorsprung. Die Sorge, dass es seinen Profis nach dem dramatischen Duell mit den Bayern an der nötigen Konzentration mangeln könnte, hält sich bei Klopp in Grenzen: «Es gibt eine Partie, die kann man schon am nächsten Morgen wieder spielen - das Derby. Es ist alles angerichtet für ein richtig geiles Fußballspiel.»

Die 1:4-Schlappe der Schalker am vorigen Spieltag in Nürnberg gilt allen Dortmundern nicht als Gradmesser für das insgesamt 80. Liga-Kräftemessen der Revierclubs. «Die Schalker wären auch heiß, wenn sie gegen Nürnberg 6:0 gewonnen hätten», kommentierte Mats Hummels. Die Tabellenkonstellation erhöht die Vorfreude des BVB-Manndeckers: «Der Gegner wird uns hassen, das ganze Stadion wird gegen uns sein - solche Spiele machen großen Spaß.»

Liebend gern würde sich der FC Schalke für die Schmach im Jahr 2007 revanchieren. Damals reisten die «Königsblauen» am zweitletzten Saisonspieltag als Tabellenführer zum Nachbarn und mussten nach dem 0:2 die Pole-Position an den späteren Meister VfB Stuttgart abtreten. Nun bietet sich die Chance, es dem BVB im Titelkampf zumindest schwerer zu machen. «Es gibt angenehmere Aufgaben, aber wir werden ein unangenehmer Gegner sein», kommentierte Klopp.

Für den Coach des Titelverteidigers ist die jüngste Heimbilanz des Gegners Warnung genug. In den Spielen gegen Wolfsburg (4:0), Hamburg (3:1), Leverkusen (2:0) und Hannover (3:0) verbuchte der FC Schalke die volle Punktzahl bei beachtlichen 12:1-Toren. Nicht zuletzt deshalb ist die direkte Qualifikation für die Champions League zum Greifen nah. «Wir spielen für die drei Punkte, denn wir wollen unseren Vorsprung auf Gladbach halten», sagte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar.

Gestört wird die Vorbereitung der Schalker allerdings von der jüngsten Aufregung um Raúl. Laut spanischen Medienberichten rückt der Wechsel des Weltstars nach Katar näher. «Die Zeitungen müssen ja voll sein. Aber ich habe nichts von unserem Manager Horst Heldt in diese Richtung gehört», kommentierte Trainer Huub Stevens. Angeblich soll der Schalker Publikumsliebling beim Club Al-Ahly Doha einen lukrativen Vierjahresvertrag mit einem Saisongehalt von neun Millionen Euro erhalten.

In personeller Hinsicht können beide Teams nahezu aus dem Vollen schöpfen. Stevens bangt um den Einsatz des gripperkrankten Benedikt Höwedes, Klopp droht der Ausfall des an der Wade verletzten Neven Subotic. Der Dortmunder Fußball-Lehrer ließ offen, ob Mario Götze nach überstandener Schambeinentzündung erstmals seit Dezember wieder im Kader steht. Im Training klagte der Jungstar über leichte Probleme am Sprunggelenk, die durch einen Zweikampf verursacht wurden. «Wir werden uns das in Ruhe anschauen. Da müsst ihr euch überraschen lassen», sagte Klopp.

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