Wissenschaft

Nasa-Chef: ISS bleibt nicht allein im All

Blick auf die Internationale Raumstation ISS.

Berlin (dpa) - Die Internationale Raumstation ISS soll nach dem Willen von Nasa-Chef Charles Bolden nicht die einzige Anlaufstelle im Weltall bleiben. «Um die kommerzielle Raumfahrt überlebensfähig zu machen, braucht es mehrere Flugziele», sagte Bolden. «Ich erwarte eine ISS 2, ISS 3 oder ISS 4.»

Dass der Start des ersten privaten Raumtransporters «Dragon» zur ISS wiederholt verschoben werden musste, bringt den Administrator der US-Raumfahrtbehörde (Nasa) nicht aus der Fassung. Anbieter SpaceX habe bereits im Dezember 2010 bewiesen, dass er zu Weltraum-Flügen in der Lage sei. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass sie wissen, wie man Sachen in den Weltraum bekommt», sagte Bolden.

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass der für den 7. Mai geplante Start der «Dragon» erneut verschoben werden muss. Der unbemannte Transporter soll Material zur ISS bringen und auf dem Rückweg Müll abtransportieren. Ursprünglich war sogar der 30. April avisiert. Aktuell sei eine notwendige Überprüfung der Software der Grund für die Verzögerung, hieß es.

Die ISS könne bis 2014 auch problemlos ohne Flüge aus den USA betrieben werden, sagte Bolden. Die «Dragon»-Mission sei aber wichtig, da sie den USA die Möglichkeit zurückgebe, von innerhalb der Landesgrenzen Material zur Raumstation zu bringen. Seitdem die Shuttle-Flotte der Nasa im vergangenen Jahr außer Dienst gestellt wurde, sind die Amerikaner auf «Taxifahrten» mit russischen «Sojus»-Kapseln angewiesen. Die bis 2015 vertraglich fixierte Kooperation koste die Nasa pro Flug und Sitz etwa 53 Millionen Dollar, so Bolden.

Bolden erwartet, dass noch eine Vertragsverlängerung notwendig wird. «Realistisch betrachtet gehen wir nicht davon aus, dass wir vor 2017 eine geprüfte nationale Möglichkeit haben, unsere Astronauten in den Weltraum zu bringen.» Aber auch der Transport durch ein US-Unternehmen werde vermutlich nicht billiger, sagte der Nasa-Chef.

Rein technisch gesehen könne die ISS bis etwa 2028 betrieben werden. Mit den internationalen Partnern ist momentan die Nutzung bis 2020 vertraglich vereinbart. Künftige zusätzliche Außenposten im All werden nach Boldens Einschätzung größtenteils nicht von staatlichen Raumfahrtbehörden, sondern privaten Anbietern betrieben. Für bestimmte wissenschaftliche Experimente seien zudem Stationen ohne Raumfahrer notwendig, um jegliche Form der Bewegung oder Erschütterung zu vermeiden.

Eine Nasa-Mission zum Mond erwartet Bolden für das Jahr 2021. «Wir haben es schon mal gemacht. Aber seither ist viel Zeit vergangen. Es ist dieses Mal ähnlich kompliziert.» Weitere Ziele: Bis 2025 will die Nasa in der Lage sein, Menschen auf einen Asteroiden zu bringen, auf den Mars soll es in den 2030ern gehen.

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