Die „Geburtstagsfeier“ wurde immer größer
Ulf und Susanne Schlote laden zum ersten Mal zum „Heimatzoo-Festival“ ein / Zwei Tage Musik
Ulf Schlote wollte einfach nur mal Geburtstag mit Live-Musik im Sommer feiern – obwohl er im Winter geboren ist. Jetzt, elf Jahre später, ist aus dem kleinen Gag eine Großveranstaltung geworden: das Heimatzoo-Festival. Am Wochenende, 1., 2. und 3. Juli, laden er und seine Frau Susanne Schlote zwar nicht mehr zum Geburtstag, aber zu drei Tagen voller Musik, Spaß und mehr auf ihren Hof in Grindau ein.
[Grindau.] Der Hauptorganisator zeigt stolz das Flugblatt: 19 Bands und Musiker kommen am ersten Juli-Wochenende in den kleinen Ort im Südkreis, um mit vielen Besuchern aufregende Tage zu verbringen. „Wir hoffen auf 500 Besucher pro Tag“, sagt Schlote, „bei 200 bis 300 Besuchern sind wir finanziell auf der guten Seite.“
Denn die Schlotes tragen die Kosten. „Wir wollen auch keinen Profit daraus ziehen“, versichert der Grindauer, der schon immer ein großer Liebhaber von Live-Musik war. Der Eintrittspreis belegt die Aussage: Für 15 Euro kann jeder dort mit seinem Zelt anreisen, Bands, Musik und Lagerfeuer genießen – Speisen und Getränke inklusive.
Sicherlich werden noch keine bekannten Größen wie die „Foo Fighters“ ans Mikrofon in Grindau treten. Trotzdem hat das Paar sich bemüht, die richtigen Bands auszuwählen. Und Schlote ist sich sicher: „Die eine oder andere Band wird sicherlich bald bekannter werden.“ Mehr als 50 Bewerbungen gingen im Briefkasten der Grindauer ein – aus dem In- und Ausland. „Wir fördern aber auch Bands aus der Gegend“, meint der Festival-Veranstalter. Die Band „Desert Valley“ aus Schwarmstedt ist zum Beispiel dabei. Herausgekommen ist bei der Bandauswahl eine ausgewogene Mischung aus Reggea, Punk, Pop und Rock. Alle spielen ohne Gage.
Ein Festival kann man natürlich nicht nicht zu zweit organisieren: Die Schlotes haben ein „Festival-Team“ von etwa 40 Leuten; Freunde, die Jahr für Jahr im Sommer aus Madagaskar, Liverpool, Helsinki, München, Berlin und vielen weiteren Orten auf der Welt herkommen, um beim Aufbau zu helfen. „Wir haben zum Glück viele Kontakte, die viel ermöglichen können“, erklärt Schlote, wie eine Bühne mit Soundanlage und mehr „ganz nebenbei“ organisiert werden können. Den Triebswerkmechaniker scheint es nicht zu stören, auch seine freien Tage mit Arbeit zu füllen. In diesen Tagen startet die „heiße Phase“. Das Bauernhaus am Schotterweg mitten im Wald wird zum Hotel für die helfenden Freunde. Die „Quartierchefin“, wie Schlote seine Frau liebevoll nennt, kümmert sich darum, dass Helfer und Bands versorgt werden.
Um Lärm machen sich die Schlotes und die Mitorganisatoren Sebastian Winter und Peti Schmidt keine Sorgen. Das Grundstück, ein früherer Heimatzoo, von dem das Festival seinen Namen geerbt hat, liegt mehrere Kilometer außerhalb des Ortskerns. „Beschwert hat sich noch niemand“, sagt der 35-Jährige.
Dieses Jahr fassen die Organisatoren auch als „Versuchs-Ballon“ auf: Entweder können sie das Festival am Montag danach als Erfolg verbuchen – oder die Veranstaltung wird im nächsten Jahr wieder zur privaten Party herabgestuft. „Wir werden sehen. Im Moment habe ich aber ein sehr gutes Gefühl“, sagt Schlote.
Nähere Informationen zum Heimatzoo-Festival gibt es im Internet unter: www.heimatzoo.de.
(Ausführlicher Artikel in der heutigen Printausgabe der WZ)
Artikel vom 17.06.2011























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