Lokales

Was Menschen nicht vom Affen unterscheidet

An der Luisenhöhe entsteht einer der schönsten Kletterwälder in Deutschland / Echte Attraktion

Zurück in die Kindheit: Wer ist nicht gerne auf Bäume geklettert, hat sich von Ast zu Ast in immer luftigere Höhen geschraubt und dabei den einen Satz laut vor sich her gesagt: Bloß nicht nach unten schauen! An der Luisenhöhe bzw. am Vogelpark entsteht in diesen Wochen eine für die Region einmalige Attraktion, die auch völlig zu recht so bezeichnet werden darf – ein Kletterwald für Erlebnishungrige im Alter von sechs bis 99 Jahren, der in einer landschaftlich reizvollen Umgebung für Abwechslung, Abenteuer und Riesenspaß sorgen soll. Rund 350.000 Euro hat das eigens dafür gegründete Unternehmen „Buhl outdoor Park“ der Gebrüder Olaf und Ottmar Buhl in den rund vier Hektar großen Kletterwald investiert. Am 1. April geht es offiziell los.

Walsrode. Doch für die Presse haben sich Olaf und Ottmar Buhl schon mal den Klettergürtel mit den vielen Schlaufen, Schnallen und Verschlüssen umgebunden und zeigen mit einer unglaublichen Behendigkeit, Schnelligkeit und Geschicklichkeit, was den Menschen nicht unbedingt vom Affen unterscheidet – das Klettern. Auf Rollen und einem Drahtseil saust Olaf Buhl quer über einen kleinen See, nachdem er vorher in luftiger Höhe von Baum zu Baum zu der Stelle gelangt ist, an der seine „Seilfahrt“ beginnt. In der ersten Saison rechnen die beiden Brüder mit rund 9000 Besuchern, in den nächsten Jahren sollen es 15.000 bis 20.000 werden. Rund 120 Kletterwälder gibt es bereits in Deutschland, aber der „Forest4Fun“ an der Luisenhöhe soll einer der schönsten werden. In Frankreich, wissen die Brüder, boomen die Kletterwälder, weil das Abenteuer in einer Höhe von zwei bis 20 Metern an der frischen Luft in kerngesunder Natur Fans in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen hat. „Baumklettern kann jeder, Kinder, junge und ältere Erwachsene, Frauen, Männer, Gruppen, Klassen, einfach alle“, sind Olaf und Ottmar Buhl nicht nur die Erbauer des Parks, sondern auch die größten Anhänger. Die Fitness ist den beiden Männern dabei anzusehen – ein Ansporn für alle, die so werden wollen wie sie.

Baurechtlich war es nicht ganz einfach, den Kletterwald auf die Spur zu bringen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Auflagen klappte es aber gut, wobei es viel Unterstützung durch Behörden und Bürgermeister gab. Rund 140 Kletterer können gleichzeitig in den Bäumen sein, gesichert durch Seile und spezielle Verschlüsse. Der „höchstmöglichen Sicherheit“ wird selbstverständlich große Beachtung geschenkt, wobei Mitarbeiter des Kletterwaldes immer bereit stehen, um helfend einzugreifen. Grundsätzlich aber ist der Kletterer und Gast nach einer kurzen Einweisung, ausgerüstet mit Klettergurt und Handschuhen, auf eigene Faust unterm Laubdach unterwegs.

Auf rund vier Hektar gibt es sechs unterschiedlich schwierige Parourse mit insgesamt 60 Elementen mit Netzaufgängen, Snowboard, Nepalrücken, Fliegender Holländer, Seilbahnen, Kletterwänden, Teufelsbrücken und vielem mehr. Kaum ist der Kletterwald fertig, soll er auch schon erweitert werden – allerdings erst nächstes Jahr. Und ein weiteres touristisches Highlight ist in Planung: die zweite norddeutsche Fußballgolfanlage mit 18 Loch.

Übrigens: Auch Nichtkletterer können sich im Kletterwald auf ausgewiesenen Wegen bewegen und die Kletterer über sich kräftig anfeuern. Kassenhäuschen und Kiosk, Toiletten und Parkplätze sind derweil noch in der Entstehung. Aber schon jetzt kann der Besucher sehen, dass eine ganz besondere Attraktion entstanden ist. Ganz nebenbei sorgt der Kletterwald auch für Arbeit: Vier bis acht Mitarbeiter werden dort von April bis Oktober beschäftigt .

Artikel vom 06.03.2010

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