Lokales

Politik hat noch weiteren Beratungsbedarf

Verkehrskonzept Innenstadt Bad Fallingbostel: Entscheidung über Genehmigungsplanung verschoben

Das Innenstadtentwicklungskonzept von Bad Fallingbostel, zu dem neben der Verkehrsentwicklung auch ein Einzelhandelskonzept und ein Städtebaukonzept gehören, bleibt weiter Dauerbrennerthema auf den Tagesordnungen der städtischen Gremien. Schon seit rund 15 Jahren befassen sich Verwaltung und Politik mit der Verkehrsplanung in der Innenstadt. Vor anderthalb Jahren hat der Rat ein überarbeitetes innerstädtisches Verkehrskonzept beschlossen, das damals unter dem Begriff „Shared Space“ („geteilter Raum“) Schlagzeilen machte. Wesen dieser Art der Verkehrsführung ist die absolute Gleichberechtigung aller Verkehre bei völligem Verzicht auf Verkehrstrennung Beschilderung. Wann das Konzept sowie der Bau eines Kreisels (WZ berichtete) umgesetzt werden, ist aber noch völlig offen.

Bad Fallingbostel. In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Bauausschuss der Stadt erneut mit diesem Thema, kam aber noch zu keinen Empfehlungsbeschlüssen. Erneut wurde Verkehrslenkung und Verkehrsführung verbunden mit Investitionsmaßnahmen in die Fraktionen vertagt. Kritische Einzelstimmen in allen Fraktionen haben finanzielle Bedenken, da es sich bei dem ersten Abschnitt des Konzeptes (Bereich Kreissparkasse, Kirchplatz, Einmündung Vogteistraße) um Kosten von rund 850.000 Euro handelt.

Dennoch gehen Bürgermeister Rainer Schmuck und Bauamtsleiter Johannes Vetter davon aus, dass bei der Ratssitzung am 27. September eine Entscheidung über die gestalterische Planung fällt, damit die Voraussetzungen für die Genehmigungsplanung erfüllt werden. Ob das Vorhaben dann schon in den nächsten Haushalt eingestellt wird, ist eine andere Frage. Ziel der Verwaltung ist es jedenfalls, die Genehmigungsreife herbeizuführen, „damit wir bei der Bereitstellung von Mitteln zügig mit der Umsetzung beginnen können“.

Bei diesem ersten Abschnitt handelt es sich unterdessen erst um einen Teil des innerstädtischen Verkehrskonzepts, das insgesamt die Verlagerung und Verlangsamung des Verkehrs in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, auch mit Hilfe eines Einzelhandels- sowie eines Städtebaukonzepts die Innestadt attraktiver zu machen. „Eine konzeptionelle Entwicklung, das zeigen erfolgreiche Beispiele aus der Nachbarschaft, funktioniert nur mit entsprechender Planung. Erst dann können wir agieren und nicht mehr wie bisher nur reagieren“, so der Bürgermeister.

Anderthalb Jahre nach dem Ratsbeschluss des überarbeiteten Verkehrskonzepts unter besonderer Berücksichtigung der Einrichtung eines so genannten Shared-Space-Bereiches sei es an der Zeit, in die Genehmigungsplanung einzusteigen.

Artikel vom 03.09.2010

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