Noch ein Kompromiss zum Kompromiss
Knappe Kreistagsmehrheit für neuen Rettungsversuch der kinderärztlichen Versorgung in Soltau
Mit den Stimmen von Linken, NPD und Landrat Ostermann hat die Kreistagsgruppe aus CDU/Grünen/UWG im Kreistag Dienstagabend eine Mehrheit für einen weiteren Kompromissvorschlag zur Umstrukturierung des Heidekreis-Klinikums gefunden. Erneut geht es um ein kinderärztliches Angebot am Krankenhaus Soltau. Für mögliche Mehrkosten stellt der Landkreis 250.000 Euro zur Verfügung, durch die Aufsichtsrat und Geschäftsführung doch noch in die Lage versetzt werden sollen, in Soltau quasi eine Mini-Außenstelle der Walsroder Kinderklinik vorzuhalten.
Bad Fallingbostel. Der unter Federführung des CDU-Fraktionsvorsitzenden und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden des Klinikums, Hermann Norden, im September 2011 gefundene Kompromiss, in Soltau eine unselbstständige Pädiatrie mit vier Betten und eine kinderfachärztliche Betreuung tagsüber von Montag bis Freitag zu gewährleisten, ist gescheitert. Weder das notwendige Personal noch das zusätzliche Geld stehen zur Verfügung. Assistenzärzte in der Weiterbildung dürften aus rechtlichen Gründen dort nicht tätig werden. Auch gutachterliche Vorhersagen trafen nicht wie geplant ein.
Vor diesem Hintergrund und angesichts erheblichen Drucks aus Soltau legte Hermann Norden für die Mehrheitsgruppe gestern einen neuerlichen Kompromissvorschlag vor, „als nochmaligen Versuch, zwischen den unterschiedlichen Interessen im Landkreis einen Konsens herzustellen“, wie er sagte. Nur wenn der Landkreis 250.000 Euro zur Verfügung stelle, könne man nach einem gangbaren Weg suchen. Dabei gehe es nicht um eine Dauerfinanzierung, sondern um den Versuch, den Status zu erhalten.
Sebastian Zinke (SPD) meinte, beim Vorschlag handle es sich um eine Anschubfinanzierung für ein Modell, das nicht funktionieren kann. „Wir sollten unsere Kraft für Dinge aufbringen, die uns und die beiden Krankenhäuser voranbringen“, so Zinke. Jetzt dürfe man sich nicht mehr vor unbequemen Entscheidungen drücken.
Ausführlicher Bericht in der WZ.
Artikel vom 31.01.2012




















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