Karlsruhe (dpa) - Apotheken dürfen mit Gutscheinen oder Geschenken von geringem Wert um Kunden werben. Werbegeschenke im Wert von einem Euro bedeuten keinen unzulässigen Wettbewerbsverstoß. Das entschied der Bundesgerichtshof. Geschenke im Wert von fünf Euro sind aber zu viel. Konkret ging es um die Zulässigkeit von Bonussystemen. Die Apotheken hatten Kunden beim Erwerb von rezeptpflichtigen Arzneimitteln mit Rabatten, Gutscheinen oder Prämien geködert. Konkurrenten und Wettbewerbsschützer sahen darin Verstöße gegen die Arzneimittelpreisverordnung und das Heilmittelwerbegesetz.
Essen (dpa) - Trotz der Loveparade-Tragödie mit 21 Toten plant die Kulturhauptstadt eine große Abschlussfeier auch in Duisburg. Die Stadt ist eine von vier Festorten neben Essen, Gelsenkirchen und Dortmund. «Wir wollen den Schatten der Loveparade nicht abwerfen, wir müssen damit leben», erklärte Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen die Entscheidung. Die Duisburger Loveparade war offizieller Bestandteil des Kulturhauptstadtprogramms, wurde aber unabhängig von der Ruhr.2010 vom privaten Veranstalter Lopavent organisiert.
Berlin (dpa) - Das Sparpaket der Regierung wird voraussichtlich in Teilen korrigiert. Bei der Ökosteuer für das produzierende Gewerbe und bei der Flugticketsteuer könne es noch Änderungen geben. Das sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Norbert Barthle. Die Politik wolle auf keinen Fall Unternehmen durch zu hohe Abgaben im Kern treffen oder in ihrer Existenz gefährden.
London (dpa) - Piraten haben im Golf von Aden ein deutsches Containerschiff angegriffen. Bereits gestern hatte sich der Überfall ereignet, sagte ein Sprecher der Reederei Dr. Peters. Die Piraten seien schon an Bord gewesen. Die Crew hatte sich aber verbarrikadieren können und sei nicht in die Gewalt der Seeräuber geraten. Schiff und Mannschaft sind inzwischen wieder frei. Der «Magelan Star» sind vermutlich Kriegsschiffe der internationalen Anti-Piraten-Koalition zu Hilfe gekommen.
Berlin (dpa) - Die Atomsteuer-Einnahmen dürfen nicht allein in den Bundeshaushalt fließen - so die Meinung von Schleswig-Holsteins Finanzminister Rainer Wiegard. Er forderte im «Hamburger Abendblatt» einen Ausgleich, weil die Atomindustrie dann die Körperschafts- und der Gewerbesteuern reduzieren könnte, die den Ländern zu Gute kommen. Sein Land wird Wiegard zufolge einem solchen Gesetzentwurf nicht zustimmen. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen durch die Brennelementesteuer von 2011 bis 2016 jährlich rund 2,3 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt fließen.
Biel (dpa) - Ein Mann hat einen Polizisten in der Schweiz angeschossen und schwer verletzt. Der 67-Jährige halte sich seit gestern in einem Haus in Biel verschanzt. Die Polizei hat den Tatort abgesperrt und etwa 40 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach einem Gerichtsurteil soll das Haus, in dem der Mann lebt, versteigert werden. Gestern hätte eine Besichtigung stattfinden sollen. Nachdem verschiedene Behörden versucht haben, mit dem Mann in Kontakt zu treten, griff die Polizei ein. Seitdem verbarrikadiert sich der Mann.
Los Angeles (dpa) - Die zweifache Oscar-Preisträgerin Jane Fonda hat sich erstmals dazu bekannt, dass sie ihrem jugendlichen Aussehen künstlich nachgeholfen hat. Sie habe sich kürzlich einer Schönheits-OP unterzogen, sagte die 72-Jährige in der Sendung «Entertainment Tonight». Sie schreibe ein Buch über das Älterwerden, da wolle sie dies nicht verschweigen, betonte die Tochter von Henry Fonda. Sie war die Tränensäcke unter den Augen leid, die ihr einen müden Gesichtsausdruck verliehen, erklärte Fonda.
Berlin (dpa) - Für die Verletzten und Angehörigen der Loveparade- Opfer gibt es ab morgen einen Benefiz-Song. Der Track mit dem Titel "Remember Love" solle die Leute, die so viel Leid erfahren mussten, unterstützen, sagte DJ Paul van Dyk. Er hat den Song zusammen mit seinen DJ-Kollegen Paul Oakenfold und Armin van Buuren produziert. Das Stück wird morgen veröffentlicht. Den Erlös erhält die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein- Westfalen, um den Leidtragenden zu helfen. Bei einer Massenpanik auf der Loveparade waren in Duisburg 21 Menschen ums Leben gekommen.
Tokio (dpa) - Die Börse in Tokio hat fester geschlossen. Der Nikkei-Index legte um 0,8 Prozent zu und schloss bei 9098 Punkten. Der Euro notierte zum Dollar bei 1,2692.
New York (dpa) - Im Streit um den Moschee-Bau am Ground Zero in New York hat der Imam der muslimischen Gemeinde vor einem Stopp des Vorhabens gewarnt. Ein Stopp der Baupläne würde von Islamisten weltweit als Niederlage des Islam gesehen und hätte eine erhöhte Bedrohungslage für die USA zur Folge. Das sagte er dem US-Sender CNN. Nach einer gestern veröffentlichten Umfrage von «Washington Post» und ABC News sind zwei Drittel der Amerikaner gegen das Bauprojekt. Die Moschee soll nur zwei Blocks von dem Ort des Terroranschlags vom 11. September 2001 entfernt, errichtet werden.
Hamburg (dpa) - Sollte Bundesbanker Thilo Sarrazin entlassen werden, ist eine Abfindung für ihn fraglich. Für den Fall der Vertragsauflösung sei keine Abfindung vertraglich zugesichert worden. Das zitiert das «Hamburger Abendblatt» aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Finanzministerium, Steffen Kampeter. Das Ministerium arbeitet an einer Stellungnahme, die Bundespräsident Christian Wulff einsehen will, bevor er über Sarrazins mögliche Abberufung entscheidet. Sarrazin ist zur Zeit wegen seiner umstrittenen Integrationsthesen suspendiert.
Berlin (dpa) - Nach der Kritik von Kommunen und der Opposition am Energiekonzept der Bundesregierung gibt es nun auch kritische Stimmen in der Unions-Fraktion. Das Konzept müsse mehr Gewicht auf Verkehr und Klimaschutz legen, sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker Andreas Jung der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Die Ausbauziele bei Elektroautos seien nicht ambitioniert genug. Auch der Unions-Obmann im Umweltausschuss, Josef Göppel kritisierte das Konzept: Er will im Atomgesetz eine regelmäßige Überprüfung festschreiben lassen, um festzustellen, ob längere Laufzeiten weiterhin notwendig seien.
New York (dpa) - Roger Federer marschiert bei den US Open auf seinen sechsten Titel zu. Der Schweizer fertigte im Viertelfinale gestern Abend den Schweden Robin Söderling in drei Sätzen ab. Am Samstag spielt Federer im Halbfinale gegen den Serben Novak Djokovic. Sie treffen in New York zum vierten Mal aufeinander, alle bisherigen Duelle gewann Federer. Auch Caroline Wozniacki aus Dänemark erreichte die nächste Runde. Sie besiegte die Slowakin Dominika Cibulkova und muss im Halbfinale gegen Wera Swonarewa aus Russland ran.
Grefrath (dpa) - Bei der Suche nach dem zehn Jahre alten Mirco aus Grefrath haben die Ermittler kaum noch Hoffnung auf ein glückliches Ende. Sie gehen davon aus, dass der Junge vom Niederrhein Opfer eines Verbrechens geworden ist. Für heute Abend ist in der Gemeinde ein Gebetsgottesdienst geplant. Die Suche wurde gestern ergebnislos abgebrochen, heute soll sie fortgesetzt werden. Viele freiwillige Helfer unterstützten die Polizisten. Es wurden Plakate ausgehängt und Handzettel verteilt. Seit Freitag ist Mirco verschwunden.
Berlin (dpa) - Die Gewerkschaften haben einen heißen Herbst angekündigt - heute trifft sich Kanzlerin Angela Merkel mit dem Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer und weiteren DGB- Vertretern. Themen dürften die wirtschaftspolitische Lage und die Arbeitsmarktsituation sein. Auch die ungeklärte Frage des Mindestlohns für die Leiharbeit, die Rente mit 67 und die von der Bundesregierung geplanten Änderungen bei der Gesundheitsreform sollen besprochen werden. Auf dem DGB-Bundeskongress im Mai hatte sich Merkel klar gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen.
Washington (dpa) - US-Außenministerin Hillary Clinton hat die von radikalen Christen aus Florida angekündigte öffentliche Verbrennung des Korans am 11. September erneut als «schändlich» bezeichnet. Die Pläne des Pastors repräsentierten nicht die amerikanische Haltung zum Islam. «So sind wir nicht», sagte Clinton laut CNN in Washington. Der Oberkommandierende der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, verglich die Auswirkungen, die eine Verbrennung des Korans auf das Ansehen der USA haben würde, mit den Folter-Fotos von Abu Ghoreib.
Mexiko-Stadt (dpa) - Wieder ist im Norden Mexikos ein Bürgermeister ermordet worden. Wie die Regierung des Bundesstaates San Luis Potosí mitteilte, drangen Unbekannte am helllichten Tag in den Amtssitz des Stadtoberhauptes von El Naranjo ein. Ohne ein Wort zu sagen, hätten sie im Beisein anderer Besucher den Bürgermeister erschossen. Die Täter entkamen. Der 35-jährige Politiker gehörte der oppositionellen Partei der Institutionellen Revolution an. Innerhalb eines Monat sind damit bereits drei Bürgermeister ermordet worden.
Hamburg (dpa) - Der Staat dürfte nach Informationen der «Financial Times Deutschland» erheblich mehr aus der Verlängerung der Atomlaufzeiten einnehmen als bekannt. Die nach 2016 vorgesehene Abschöpfung von 9 Euro je Megawattstunde Atomstrom solle entsprechend der Inflationsrate steigen, berichtet das Blatt. Den Energiekonzernen drohten damit langfristig höhere Einkommenseinbußen. Außerdem profitiere der Bund künftig direkt von stark steigenden Strompreisen.
Buenos Aires (dpa) - Auf einer Ölplattform vor der argentinischen Küste im Südatlantik ist ein Feuer ausgebrochen. Die Anlage zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland sei evakuiert worden, teilte die argentinische Marine mit. Eines der acht Besatzungsmitglieder wurde leicht verletzt. Anzeichen für austretendes Öl gebe es nicht, hieß es von den Behörden. Die Anlage wird von dem Unternehmen ENAP Sipetrol, das zum staatlichen chilenischen Erdölunternehmen ENAP gehört, betrieben.
Berlin (dpa) - Die Grünen wollen die Veröffentlichung des Geheimvertrags zwischen der Bundesregierung und der Atomwirtschaft erzwingen. Ihre Partei werde dafür eine Sondersitzung des zuständigen Umweltausschusses im Bundestag beantragen, sagte Fraktionsvizechefin Bärbel Höhn der dpa. Es könne nicht sein, dass Nebenabsprachen bei der Laufzeitverlängerung im Halbdunkeln bleiben. Die Frage sei, ob sich die Regierung zu irgendetwas gegenüber den Atomkonzernen verpflichtet habe.