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«FTD»: Bund profitiert von steigenden Strompreisen

Die Bundesnetzagentur hält die aktuellen Strompreiserhöhungen für «sachlich nicht gerechtfertigt».

Hamburg (dpa) - Der Staat dürfte nach Informationen der «Financial Times Deutschland» («FTD»)erheblich mehr aus der Verlängerung der Atomlaufzeiten einnehmen als bekannt.

Die nach 2016 vorgesehene Abschöpfung von 9 Euro je Megawattstunde Atomstrom solle entsprechend der Inflationsrate steigen, berichtet das Blatt (Donnerstag). Den Energiekonzernen drohten damit langfristig höhere Einkommenseinbußen.

Außerdem profitiere der Bund künftig direkt von stark steigenden Strompreisen. Die einheitliche 9-Euro-Abschöpfung gelte nach «FTD»- Informationen nur bei Großhandelspreisen zwischen rund 43 und 63 Euro je Megawattstunde. Überstiegen die Notierungen an der Leipziger Strombörse dieses Niveau, schöpfe der Staat die Hälfte der Differenz ab. Bei einem Preis von 70 Euro je Megawattstunde würden also weitere 3,50 Euro an den Fiskus fließen. Damit könnte der Staat deutlich mehr als die bisher genannten rund 30 Milliarden Euro aus der Laufzeitverlängerung erlösen.

Zusätzlich flössen dem Staat bis 2016 knapp 14 Milliarden Euro aus der neuen Brennelementesteuer und erhöhten Ertragssteuern zu. Berechnungen, wonach lediglich 26 Prozent der Zusatzgewinne abgeschöpft würden, seien falsch, heiße es in der Atomwirtschaft. Die Betreiber wollten aber nicht gegen die Steuer klagen.

Billiger wird der Strom für die Verbraucher auch bei längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke nicht. Schon die steigende Förderung der erneuerbaren Energien wie der Fotovoltaik werde die Preise treiben, sagte Manuel Frondel vom Essener RWI-Institut der «FTD». Auf die Stromproduktion entfällt nur gut ein Drittel des Strompreises bei Haushaltskunden, der Rest geht unter anderem auf die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz zurück.

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