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Weder di Mauro macht Schluss als Wirtschaftsweise

Beatrice Weder di Mauro: Die Professorin von der Johannes Gutenberg Universität Mainz hatte bereits im vergangenen Jahr ihren Abschied von den "Wirtschaftsweisen" angekündigt. Foto: Robert Schlesinger

Mainz/Zürich (dpa) - Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro hat ihren Abschied aus dem Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angekündigt.

Sie folgt dem früheren Bundesbank-Präsident Axel Weber zur Schweizer Großbank UBS. Dort ist die Mainzer Professorin für einen Platz im Verwaltungsrat nominiert.

Um jeden Anschein eines Interessenkonfliktes zu vermeiden, habe sie der Bundesregierung mitgeteilt, für die in wenigen Wochen anstehende neuerliche Berufung in den Sachverständigenrat nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Das berichtete ihr Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre & Internationale Makroökonomie an der Mainzer Universität am Freitag. «Die Tätigkeit als Professorin in Mainz bleibt von den Entscheidungen jetzt unberührt», teilte eine Sprecherin mit.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bedauerte ihren Abschied. Weder di Mauro sei seit 2004 eine der tragenden Säulen im Sachverständigenrat gewesen. Ihr Ausscheiden vor dem Hintergrund des Wechsels zur UBS sei Ausdruck ihrer hohen Integrität, sagte der Vizekanzler und FDP-Chef in Berlin. Weder di Mauros Expertise werde fehlen - besonders in Fragen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, der Finanzmärkte wie auch bei den aktuellen Herausforderungen der Schuldenkrise im Euroraum. In Regierungskreisen wird davon ausgegangen, dass Rösler bald einen Kandidaten für die Nachfolge präsentiert.

Auch die Grünen bedauerten das Ausscheiden der Professorin. «Schade, dass eine so kompetente Frau an der Spitze der Wissenschaft zu einer Bank geht», sagte der Finanzexperte der Grünen-Fraktion, Gerhard Schick.

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, bezeichnete den Abschied Weder di Mauros als «Schlag ins Kontor». Franz sagte «Handelsblatt Online», sie sei nicht nur fachlich eine exzellente Unterstützung gewesen, sondern habe auch sehr zu einer harmonischen Zusammenarbeit beigetragen. «Ich kann ihre Entscheidung aber verstehen - solch ein Angebot bekommt man nicht alle Tage», betonte Franz.

Die UBS hatte zuvor angekündigt, dass Weder di Mauro bei der Generalversammlung im Mai in das Kontrollgremium der Bank gewählt werden soll. Der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber holt sich damit für seinen eigenen Start an der Spitze des UBS-Verwaltungsrates weiteren Sachverstand. Weber soll ebenfalls im Mai - rund ein Jahr nach seinem Abschied von der Bundesbank - zum obersten Kontrolleur der mit Verlusten und Imageproblemen kämpfenden Bank werden.

Weder di Mauro ist seit 2004 Mitglied des Rates der Wirtschaftsweisen. «Ich habe rund acht Jahre lang mit großer Freude meine Tätigkeit im Sachverständigenrat ausgeübt», sagte die 46-jährige Professorin, die sowohl einen italienischen als auch einen Schweizer Pass hat. Sie wolle sich künftig sowohl Aufgaben widmen, die im Schnittbereich von Wissenschaft und Praxis lägen als auch solchen mit direktem Bezug zur Wirtschaft. «Es war mir immer wichtig, auch nur den Anschein eines Konfliktes mit meiner Aufgabe im Sachverständigenrat zu vermeiden. Deshalb ziehe ich mich aus dem Rat zurück.»

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