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Schlechte Laune trotz Sieg: Magath schimpft

Von Michael Rossmann, dpa

Wolfsburgs Trainer Felix Magath ärgert sich trotz des Sieges über die Leistung seiner Mannschaft. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) - Selten sind Sieger so schlecht gelaunt. Missmutig rührte Felix Magath nach dem 3:2-Sieg gegen den SC Freiburg in seinem Tee, ehe er losschimpfte.

«Was wir abgeliefert haben, war mit das Schlechteste, was wir hier zu Hause bisher gespielt haben», meckerte der Trainer des VfL Wolfsburg. «Ich bin weder froh noch stolz über die Art und Weise, wie wir heute gewonnen haben. Wir haben Glück gehabt.»

In der Tat mussten die Wolfsburger froh sein, dass sie den Letzten der Fußball-Bundesliga zu Gast hatten und dieser nicht fähig war, mehr Kapital aus den Fehlern des VfL zu schlagen. Nach den Führungstreffern von Petr Jiracek (5. Minute) und Marcel Schäfer (14.) schafften die Freiburger durch Johannes Flum (11.) und Daniel Caligiuri (38.) zwar jeweils den Ausgleich. Nach Jiraceks (61.) zweitem Treffer fehlte jedoch die Kraft und letztlich auch die Klasse, noch ein drittes Mal zurückzuschlagen.

Magath war angesichts der Nachlässigkeiten im Abwehrverhalten ratlos. «Es ist nicht zu erklären, warum wir stark beginnen und wunschgemäß in Führung gehen, dann aber keine Sicherheit ins Spiel bekommen und die Partie her schenken», kommentierte der VfL-Coach angesäuert. «Alle wollten nach vorne rennen, nach hinten aber nur gehen. Wir waren nie Herr der Situation und sind daher auch in Schwierigkeiten gekommen.»

Rechnerisch hat der VfL dank der drei Punkte einen Schritt nach vorne gemacht, aber spielerisch war es ein Schritt zurück. Die nach den teuren Wintertransfers scheinbar verbesserte Defensive war gegen das Schlusslicht erschreckend schwach. Vor allem der für rund 7,5 Millionen Euro vom FC Zürich geholte Ricardo Rodríguez genügte den Bundesliga-Ansprüchen nur in Ansätzen. Aber auch der von Magath in den vorherigen Rückrunden-Partien gelobte Innenverteidiger Felipe Lopes (Nacional Funchal/2,5 Millionen) hatte gegen die Freiburger große Probleme.

Immerhin zeigten sich die Spieler einsichtig. «So dürfen wir uns nicht anstellen», kommentierte Marco Russ. «Das war amateurhaft. Wir haben uns selbst eingelullt.» Der Innenverteidiger war einer der besseren Wolfsburger und erhielt von Magath sogar ein Extralob für seine Vorstellung.

Über die geplante Aufholjagd und die Nähe zu den Europapokal-Plätze mochte Magath trotz der drei Punkte nicht sprechen. Stattdessen kündigte er für seine Profis eine Standpauke wegen der Nachlässigkeiten in der Defensive an: «Darüber werden wir in den nächsten Tagen noch reden.» In Wolfsburg dürfte es in den nächsten Tagen ungemütlich werden.

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