Computer und Co.

Europaweite Razzia gegen Internet-Piraten

Eine CD mit der Aufschrift "Raubkopie" wird in Frankfurt einem CD-Brenner entnommen (Symbolfoto)

Brüssel (dpa) - Europaweiter Schlag gegen Raubkopierer: Fahnder haben in 13 Ländern - darunter Deutschland - zehn Internet-Piraten festgenommen und 50 Computer beschlagnahmt. Die vier Netzwerke hätten Filme und TV-Serien illegal per Internet verbreitet, teilte die federführende belgische Polizei mit.

«Der Schaden belief sich auf bis zu sechs Milliarden Euro weltweit», sagte ein Polizeisprecher. Die Gruppen seien verantwortlich für 80 Prozent aller neuen, illegal online gestellten Filme auf Niederländisch gewesen.

Bei Hausdurchsuchungen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, Polen, Kroatien, Österreich, Tschechien und Ungarn stellten die Beamten Beweismaterial sicher. Es handelte sich um eine koordinierte Aktion der europäischen Polizeibehörde Europol. Die Fahnder gingen gegen sogenannte Release Groups vor, die nicht nur Raubkopien von Filmen, sondern auch Musik, Computerspiele und Software illegal im Internet verbreiten. Dazu nutzten die Täter Internetseiten und Server in ganz Europa.

Bei den Festgenommenen handelte es sich um die Anführer der vier Gruppen aus Belgien, Norwegen, Polen und Schweden, berichtete die Polizei. Gegen fünf Verdächtige aus Belgien wurden Haftbefehle wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Piraterie, Betrug und Hacking erlassen. Bei der Aktion legten die Beamten einen der zentralen Server still, der in der Nähe der flämischen Stadt Gent stand, und deaktivierten die entsprechenden Internet-Seiten.

Die niederländische Urheberrechts-Organisation Brein begrüßte das Vorgehen der Polizei. «Diese Gruppen sind die Quelle illegaler Bestände im Internet und verursachen Milliardenschäden», schrieb die Stiftung in einer Stellungnahme.

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