Computer und Co.

Google beschleunigt Internet-Suche

Den Statistiken des Unternehmens zufolge verbringen Google- Anwender zurzeit durchschnittlich neun Sekunden damit, eine Suchabfrage zu tippen.

San Francisco/Hamburg (dpa) - Google beschleunigt seine Internet- Suchmaschine mit einer neuartigen Echtzeit-Funktion: Die Trefferliste wird mit jedem Buchstaben, den man in den Suchschlitz eintippt, dynamisch aktualisiert.

«Google Instant verkürzt jede Suchabfrage durchschnittlich um zwei bis fünf Sekunden», sagte Google-Produktmanagerin Marissa Mayer am Mittwoch im Museum of Modern Art in San Francisco.

Die Suchmaschine berücksichtigt dabei auch den Wohnort des Nutzers, sofern sich dieser aus der IP-Adresse des verwendeten Computers ergibt. Ein Hamburger sieht daher als ersten Treffer das Wetter an seinem Wohnort, sobald er nur den Buchstaben «w» eintippt. Wenn auf der deutschen Google-Seite nach Angela Merkel gesucht wird, reicht die Eingabe der ersten vier Buchstaben des Vornamens aus, um Webseiten zur Bundeskanzlerin auf den Bildschirm zu bringen.

Bislang hatte Google schon während der Eingabe Vorschläge für den kompletten Suchbegriff gemacht («Google Suggest»). Die Ergebnisse erschienen aber erst, nachdem der Anwender die Abfrage mit der Eingabetaste oder einem Mausklick abgeschickt hatte. Nun tauchen die Ergebnisse bereit auf, während der Suchbegriff getippt wird. Ermöglicht wird dies durch Hochleistungsserver von Google und die Web-Technik Ajax.

Den Statistiken des Unternehmens zufolge verbringen Google- Anwender zurzeit durchschnittlich neun Sekunden damit, eine Suchabfrage zu tippen. Für die Auswahl der Ergebnisse werden durchschnittlich 15 Sekunden benötigt. Mit «Google Instant» soll nun beides beschleunigt werden.

Die neue Suchfunktion wurde zunächst in den USA und in Russland eingeführt, weitere Länder folgen nach und nach. In Deutschland können Anwender die neuen Möglichkeiten aber auch schon jetzt nutzen, indem sie sich mit einem persönlichen Google-Konto einloggen oder die Startseite des US-Portals aufrufen. Dazu muss man auf der deutschen Google-Startseite google.de auf den Link «Google.com in English» klicken. Die schrittweise Einführung sei gewählt worden, um die notwendigen Ressourcen nach und nach aufbauen zu können, erklärte Google.

Um bestimmte Web-Angebote bei den Google-Treffern möglichst weit oben zu platzieren, haben Spezialisten ausgefeilte Techniken entwickelt. Dies beschäftigt inzwischen eine eigene kleine Branche, die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Mit der Google-Suche schon auf Buchstabenebene sehen sich die SEO-Experten gezwungen, ihre bisherigen Verfahren darauf abzustimmen.

«Um in den Suchergebnissen sichtbar zu sein, könnte es für Websites wichtiger werden, sich optimal auf die kürzeren Bestandteile von längeren Schlüsselwörtern einzustellen», erklärte Adam Bunn vom britischen SEO-Unternehmen Greenlight. Bei Web-Angeboten mit bisherigen SEO-Verfahren könnte es aufgrund der Einführung von «Google Instant» einen Rückgang beim Traffic, also bei den Zugriffszahlen geben.

Um «Google Instant» nutzen zu können, benötigt man eine schnelle Internet-Verbindung und einen modernen Browser (Firefox 3, Internet Explorer 8 oder eine aktuelle Version von Google Chrome oder Apple Safari). Der Browser von Opera wird noch nicht unterstützt. Anwender können die Funktion auch bewusst abschalten (Opt-out). Google beantwortet jeden Tag mehr als eine Milliarde Suchabfragen. An der Entwicklung von «Google Instant» waren Teams aus den USA, Israel und dem europäischen Google-Forschungszentrum in Zürich beteiligt.

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