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Name:  Alice Gottschalk Email:  Alice Gottschalk
Ein Wintermärchen geht zu Ende Um mal mit den Vorurteilen aufzuräumen „ja“ es ist Winter in Südafrika und „nein“ es ist nicht warm – es ist kalt. Es ist sogar so kalt das ich letzte Woche schon überlegt hab Mütze und Handschuhe zu kaufen und ich vermisse die gute alte Heizung! Die Südafrikaner trifft man hier geteilt an: Die einen laufen mit dicken Winterboots durch die Straßen, während die anderen sich in Flip Flops versuchen. Doch sie haben eins gemein, ob Südafrikaner, Spanier oder Deutsche – Alle sind im WM Fieber. Ein großartiger Monat geht zu Ende, ein Monat voller Emotionen über Gewinn und Niederlage. Hier in meinem kleinen Dörfchen Gansbaai wirkt die WM eher verschlafen, Public Viewing gibt es nur im zwei Stunden entfernten Kapstadt und so beschloss ich, auf die Suche nach meiner deutschen elf zu gehen. Zusammen mit ein paar Freunden begab ich mich in das neun Stunden entfernte Port Elisabeth zur Zusammenkunft Deutschland : Serbien. Die Stimmung dort war einfach einmalig. Zeitweise hatte ich nicht das Gefühl weit entfernt von der Heimat zu sein, sondern es war ein Gefühl als ob ich durch die Straßen von Hannover lief. Egal wo ich mich umsah oder mit wem ich redete – alle waren deutsch! Es war unglaublich, alle waren sie noch Port Elisabeth gepilgert: Deutsche aus Namibia, eine Menge aus Südafrika und zusätzlich natürlich noch die zahlreichen WM-Touristen aus der Heimat. Dies führte auch dazu, dass die kleine Gruppe Serbiens komplett in einem deutschen Stadion unterging. Selbst die Südafrikaner die das Spiel besuchten standen hinter „Unserem“ Team. Vor dem Stadion traf ich einen zweijährigen Jungen. Er konnte noch nicht sprechen, aber blies die Vuvuzela wie ein Weltmeister um zwischendurch noch ein lautes „Ajoba“ heraus zu rufen. Doch es half alles nichts, das einzige Spiel was ich besuchte, verloren wir. Da half auch das nächtliche Hupkonzert nichts, welches wir um drei Uhr nachts vor dem Hotel der serbischen Mannschaft veranstalteten. Aber das Märchen sollte weitergehen. Ich machte mich auf den Weg zum Public Viewing als die Mannschaft in Kapstadt spielte. Eigentlich wollte ich vor dem Stadion noch ein günstige Karte ergattern, allerdings versank die ganze Stadt in einem einzigen Verkehrschaos und es war kein durchkommen zum Stadion. Es kamen über 300.000 Fans an diesem Nachmittag. Die Stadt war besser besucht als beim einheimischen Bafana Bafana Spiel. Als wir endlich das FIFA Fan Fest erreichten, mussten wir zu unserem bedauern feststellen, das es überfüllt war und sie keinem mehr Eintritt gewährten. Wir mussten mit einer Bar vorlieb nehmen, um nach dem Spiel die Emotionen auf den total blockierten Straßen einzufangen. Alles hat mal ein Ende und so auch die WM, heute Abend werde ich noch einmal ganz fest die Daumen für unseren dritten Platz drücken. Wir können stolz auf unsere Mannschaft sein, ich auf jeden Fall bin es! Denn im letzten Monat erlebte ich mein ganz persönliches Fußball Wintermärchen. Alice Gottschalk
Datum: 28.07.2010 11:22 Uhr

Name:  Mareike Rump Email:  Mareike Rump
Zehn Monate in Paris – Ein Fazit Au-pair: Ein Jahr bei einer Gastfamilie in Paris leben, sich um Kinder kümmern und mit links die französische Sprache erlernen; für mich ist dieser Traum wahr geworden. Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht und hatte viel Glück mit der Wahl meiner Gastfamilie. Wenn man sich jedoch für ein Auslandsjahr als Au-pair entscheidet, dann geht man immer ein gewisses Risiko ein und man muss sich dessen bewusst sein. Einige Au-pairs, die ich in Paris kennenlernte, mussten schlechte Erfahrungen machen, die Familie wechseln oder haben das Jahr ganz abgebrochen. Für mich persönlich war es jedoch eine große Bereicherung und ein Stück weit Lebenserfahrung und ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Paris, Paris: Paris ist seit Jahrhunderten der Mittelpunkt Frankreichs oder wie die Franzosen es sagen würden: „Paris, c’est la France (Paris ist Frankreich)“. Jeder, der einmal für längere Zeit in Paris gelebt hat, muss diese Stadt lieben. „Paris – je t'aime“ schrieb ich in meinem ersten Artikel und dieser Satz trifft es immer noch genau. Die elegante Architektur, die schönen Plätze an der Seine, die vielen Parks, das Traditionelle und das Moderne so gut miteinander im Einklang; genau das machte Paris für mich zu einem einmaligen Erlebnis und ich bin mir sicher, dass ich wieder in diese Stadt zurückkehren werde, wenn auch nur als Tourist oder um meine Gastfamilie zu besuchen. Der Abschied: Ich wusste natürlich von Anfang an, dass dieses Jahr nach zehn Monaten zu Ende gehen wird und ich mich von meinen Freunden, meiner Gastfamilie und Paris verabschieden muss. Trotzdem war es nicht einfach, alles hinter sich zu lassen und „Au revoir“ zu sagen. Zwischen meiner Gastfamilie und mir hat sich jedoch eine solche enge Beziehung entwickelt, dass ich mir sicher sein kann, dass der Kontakt nicht so schnell abreißen wird, und auch mit Freunden werde ich, dank Internet und Facebook, Kontakt halten können. Die Rückkehr nach Deutschland: Nach zehn Monaten im Ausland freute ich mich aber auch sehr, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Während dieses Jahres merkte ich immer wieder, wie sehr man mit seinem Land verbunden ist, ob man es will oder nicht. Trotz der langen Zeit in Paris konnte ich mich beispielsweise nicht an die französische Begrüßungsweise mit „Küsschen links – Küsschen rechts“ gewöhnen und bevorzuge immer noch das dezente Hand geben. Des Weiteren konnte ich nie ein besonderes Gefühl zur französischen Nationalhymne aufbauen, während ich, sobald ich die deutsche Hymne höre, immer wieder Gänsehaut bekomme. Ich vermisste die deutsche Tagespolitik, auch wenn diese oftmals von Uneinigkeit und Streit gekennzeichnet ist, und ich freue mich, jetzt wieder Wiesen und Felder der Lüneburger Heide um mich herum zu haben. Ja, ich habe nicht nur eine ganz besondere Beziehung zu meinem „Gastland“ Frankreich aufgebaut, sondern auch zu meinem eigenen. Es ist mein Vaterland, und das empfinde ich auch mit einem gewissen Stolz. Hinzu kommt, dass Deutschland in Frankreich sehr hoch geachtet wird. Auch wenn die deutsch-französische Geschichte bis 1945 nicht vergessen ist, wird die Entwicklung seit diesem Zeitpunkt sehr hoch geschätzt. Es wird bewundert, dass die Deutschen es geschafft haben, eine Frau zur Kanzlerin zu wählen; es wird gelobt, wie schnell und effektiv unser Sparpaket „geschnürt“ wurde und wie gut die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft abgeschnitten hat. Die letzte Ausgabe des „Point“, des französischen „Spiegels“, beschäftigte sich mit dem Thema „Das Erfolgsrezept der Deutschen“ als Reaktion auf den gewonnenen Eurovision Song Contest und den, aus ihrer Sicht, derzeitigen Höhenflug unseres Landes. Zuguterletzt möchte ich mich noch bei all den Menschen bedanken, die meinen Auslandsaufenthalt in der Zeitung mitverfolgt haben. Ich hoffe, dass Ihnen und Euch meine Artikel gefallen haben, denn mir hat es auch immer Spass gemacht, von meinen Erlebnissen zu berichten. Mareike Rump
Datum: 28.07.2010 11:21 Uhr

Name:  Mareike Rump Email:  Mareike Rump
Neun Monate lebe ich nun schon als Au- Pair in Paris und es bleibt mir nur noch eine knappe Woche. Schon vor einiger Zeit begann ich, die mir noch verbleibenden Tage zu zählen, in der Hoffnung, dass sie nicht allzu schnell vergehen. Je mehr man sich dem Ende seines Auslandsjahres nähert, desto mehr Gedanken gehen einem durch den Kopf. Einerseits vermisst man Familie und Freunde; man vermisst das deutsche Leben, die deutschen Spezialitäten und die deutsche Sprache. Andererseits hat man auch das französische Leben lieb gewonnen: Man genießt es, die Sprache fließend sprechen zu können und denkt traurig daran, dass man bald seine Gastfamilie, sowie seine neu gewonnenen Freunde verlassen muss. Die letzten Monate sind für mich sehr schnell vergangen. Vielleicht aus dem Grund, dass ich viel unterwegs war und wie immer viel erlebt und unternommen habe. Im April hatte ich das Glück, mit meiner Gastfamilie auf die Insel Île de Ré in den Urlaub fahren zu können. Gleich im Anschluss daran fuhr ich für knapp zwei Wochen nach Deutschland zu meiner Familie und gleich danach ein zweites Mal mit meiner Gastfamilie in den Urlaub nach Amsterdam. Ich werde mir jetzt erst richtig bewusst darüber, wie viel Glück ich mit der Wahl meiner Gastfamilie hatte und ich bin sehr dankbar für ihre Offenheit und Gastfreundlichkeit. Da mir die Politik sowie die Vereinsarbeit ein wenig fehlte und ich in Paris Mitglied im pro-europäischen Verein „Mouvement Européen“ bin, fing ich an, in Schulen Vorträge über die Europäische Union, deren Institutionen und Austauschprogramme zu halten. Das Programm nennt sich „L'Europe à l'école“ (Europa an der Schule) und spielt sich vor allem in Problembezirken im Großraum Paris' ab. Wir erklären den Schülern, was Europa für sie zu bieten hat. So konnte ich einen Einblick in das Schulleben bekommen und gleichzeitig mehr Kontakte zu „Einheimischen“ knüpfen, denn als Au-Pair bleibt man doch weitgehend unter Deutschen. Das französische Schulsystem weckt immer wieder mein Interesse. In Deutschland gilt es oft als DAS Vorbild, vor allem im Hinblick auf das gut ausgebaute Betreuungssystem ab dem Kleinkindalter. Kinder gehen mit zwei oder drei Jahren schon ganztags zur „école maternelle“ (Kindertagesstätte). Diese Institution zeichnet sich durch ihre pädagogische Früherziehung aus. Es gibt eine Art Lehrplan mit konkreten Lern- und Leistungszielen sowie Zeugnisse. Ob die französische Lösung ein Ideal für uns darstellen sollte, wage ich zu bezweifeln. Die Kinder können kaum vom positiven Einfluss des Elternhauses profitieren und unterliegen schon von Anfang an Leistungsdruck. Zweifellos trägt das Angebot an Betreuungseinrichtungen, sowie arbeitsrechtliche und familienpolitische Maßnahmen in Frankreich jedoch zu einer realen Wahlfreiheit in der Familienplanung bei. Damit verabschiede ich mich zum vorletzten Mal, denn der nächste Artikel wird mein letzter im Auslandstagebuch sein. Mareike Rump
Datum: 29.06.2010 16:21 Uhr

Name:  Melanie Arndt Email:  Melanie Arndt
Ciao a tutti, jetzt ist es schon Ende Mai. Wie schnell die Zeit vergeht . . . In etwa zwei Wochen haben die Kinder für drei Monate Ferien. Davor haben sie immer von der Schule aus eine Aufführung in einem großen Theater. Leandro hatte schon seine Aufführung und Claras kommt noch. Aber die Schule der Kinder hat bis Ende Juni noch auf – das heißt sie gehen noch zwei Wochen länger zur Schule, aber halt nur zum Spielen mit ihren Freunden. Vergangene Woche hatten wir Besuch vom Au Pair, das vor mir in der Familie war. Das war für die Kinder sehr aufregend. Sie haben sich sehr gefreut. Ich hab mich auch sehr gut mit ihr verstanden, und wir schreiben jetzt öfters mal per Internet. Es ist interessant zu wissen, wie das Au Pair vor dir war. Zurzeit ist Clara mit ihrer Mutter bei ihren Großeltern in Hamburg für ein Wochenende, und Leandro und der Vater sind das Wochenende auf Elba. Also bin ich alleine Zuhause – ist auch mal schön. Wenn alle wieder da sind, hat Clara eine Aufführung vom Tanzunterricht. Sie ist immer ganz stolz und freut sich, wenn wir alle zugucken. Es sind jetzt schon an die 28 Grad in Florenz, sodass man in kurzer Kleidung herumlaufen und sogar schon im Meer schwimmen kann. Ich gehe nicht mehr zu Schule, da im Juni die Prüfung ist und ich mich entschieden habe, die erst im November oder Dezember zu machen. Ich bin ja noch länger hier. Anfang Juli bin ich mit den Kindern alleine auf Elba für zwei Wochen. Die Eltern müssen noch arbeiten und kommen am Wochenende immer. Die Kinder freuen sich das ganze Jahr über schon auf den Sommer da sie so gerne am Strand sind, und wir auch gleich am Strand ein Haus haben. Wir brauchen nur aus der Tür zu gehen – dann ist das Meer schon vor uns. Die letzten zwei Wochen bin ich in Florenz alleine, da meine Schwester für zwei Wochen zu Besuch kommt, und wir ein bisschen reisen werden, darauf freue ich mich schon riesig. So, bis bald! Melanie Arndt
Datum: 29.06.2010 16:19 Uhr

Name:  Mareike Rump Email:  Mareike Rump
Franzosen trinken Wein, essen Baguette und wissen das Leben zu genießen! Vor meiner Abreise habe ich einige Vorurteile gehört. „Pass auf, dass man dir keine Froschschenkel serviert“, ist nur ein Beispiel. In meiner Zeit als Au Pair habe ich meine eigenen Erfahrungen gesammelt. Das Baguette spielt hier eine sehr große Rolle. Es ist fast ungewöhnlich, wenn man Franzosen einmal ohne Baguette unterm Arm die Straße entlanggehen sieht. Das Baguette darf, wenn es eine besondere Sorte ist, fünf oder sechs Euro kosten und wird bei jeder Mahlzeit verspeist – sei es beim Frühstück, beim Mittag- oder beim Abendessen. Um dieses besondere Goldstück noch mehr genießen zu können, wird es auch in den Kaffee getunkt oder der Teller damit gründlich ausgewischt. Bei den Mahlzeiten darf auch der Wein nicht fehlen. Ein Champagner zum Apéro, ein Weißwein zum Entrée und zu guter letzt ein teurer Bordeaux zum Hauptgang. Wer es nicht beherrscht, einen guten von einem schlechten Wein zu unterscheiden, wird im besten Fall nur schief angeschaut. Ein Vorurteil kann ich abstreiten. Ich habe hier noch nie Froschschenkel auf einer Speisekarte gesehen. Ich habe die französische Küche sehr zu schätzen gelernt – auch wenn ich mir das eine oder andere Mal Schwarzbrot herbeiwünsche. Auch das Fahrverhalten unterscheidet sich vom deutschen „Musterfahrer“. Sei es ein Fahrschulauto, das ohne zu zögern über eine rote Ampel fährt, während der Fahrlehrer einen nett anlächelt und keinerlei Fehler zu beanstanden hat; ein Autofahrer, der Fußgänger anhupt, da diese gerade bei Grün über die Straße gehen, er aber nicht warten möchte, weil er es sehr eilig hat. Oder ein Streit zwischen Fußgänger und Autofahrer, bei dem Letzterer vor Wut die Scheibe herunterkurbelt, wilde Gesten in die Luft malt und letztlich genervt aus seinem Auto springt, während er Schimpfwörter ruft und man sofort ahnt, dass seine Wortwahl ein wenig das Maß überschreitet. Es ist auch interessant, die Perspektive zu wechseln und uns Deutsche zu betrachten. Nicht selten, wenn ich mich mit Freunden treffe, und ich am Treffpunkt wieder warten muss, beginnt ihre erste Bemerkung mit „Ich habe ganz vergessen, dass ihr Deutschen so pünktlich seid“. Auch die deutschen Touristen kann man leicht erkennen. Mit ausgefaltetem Stadtplan und allem, was dazu gehört, stapfen sie mit Fotoapparat in der Hand und Rucksack auf dem Rücken durch die Stadt. Dabei bleiben sie an jeder roten Ampel stehen, während der Franzose einfach die stark befahrene Straße überquert. Man darf es also ruhig zugeben. Es gibt Vorurteile, die stimmen und das ist nicht schlimm. Eigentlich sind es gerade diese Vorurteile, die die Menschen anderer Nationen für einen so interessant machen. Mareike Rump
Datum: 29.06.2010 16:18 Uhr

Name:  Alice Gottschalk Email:  Alice Gottschalk
Nach zwölf Stunden setzte der Flieger zur Landung in Kapstadt (Cape Town) an. Ich sah das azurblaue Meer und die sich am Strand brechenden Wellen – sofort war aller Reisestress vergessen. Das Klima war heiß und trocken – so wie man es aus dem Fernsehen kennt. Nachdem ich meinen Mietwagen abgeholt hatte, begab ich mich auf ungewohntem Wege durch den Linksverkehr zu meinem ersten Hotel. Mein Zimmer war noch nicht fertig, und so traf ich mich erst mit einer Studienfreundin, die ebenfalls ihr Praktikum in Südafrika absolviert. Kapstadt ist eine der schönsten Städte, die ich bisher gesehen habe. Das erste Hotel ließ in mir aber keine Wohlfühlstimmung aufkommen. Anders war es beim zweiten Hotel: Ich fühlte mich sofort wie zu Hause. Meine nächste Etappe führte mich in die bekannten Winelands. Dies ist das größte südafrikanische Weinanbaugebiet. Der laute Trubel Cape Towns wich einer ruhigen, fast verschlafenen Gegend. Ich vermisste das pulsierende Leben Cape Towns. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, wie oft ich mich danach sehnen würde. Dennoch durfte ich den Grund meiner Reise nicht vergessen: Ich war ja zum Arbeiten hier. Nun weiß ich, welcher Touristentyp dort Urlaub verbringen kann. Das war schließlich das Wichtigste meiner Mission. Am nächsten Tag ging es weiter zu einem Hotel nach Stellenbosch. Hätte ich die Zeit anhalten können, hätte ich morgens in meinem Bett, als die ersten Sonnenstrahlen die Weinreben zum Strahlen brachten, den „Stopp-Schalter“ gedrückt. Früh am kommenden Morgen erwartete mich meine zukünftige Vorgesetzte schon. Wir machten uns dann auf den Weg nach Gansbaai – zum Fünf-Sterne Grootbos Private Nature Reserve. Alice Gottschalk
Datum: 29.06.2010 16:17 Uhr

Name:  Elisabeth Pütz Email:  Elisabeth Pütz
Seit langer Zeit habe ich in meinen Einträgen nicht mehr über meine Arbeit im Jugendzentrum Capurro geschrieben, die doch meinen gesamten Alltag einnimmt. Weiterhin arbeite ich dort von etwa 15 bis 19 Uhr von montags bis freitags. Ich empfinde den Ort als herrlich und die Tätigkeit wie für mich geschaffen. Nachdem wir Freiwilligen fast alle den ganzen Januar unterwegs waren und frei hatten, weil es der Reisemonat im südamerikanischen Sommer ist, begaben wir uns auf ein Seminar. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das das „weltwärts“-Programm finanziert, mit dem wir diesen Austausch machen, schreibt mehrere Seminare vor. Wie das Begrüßungscamp genossen wir alle das Mittelcamp sehr, arbeiteten mit unseren Betreuern an verschiedenen Themen, sprachen über die vergangenen sechs Monate und stellten mit unseren Projektpartnern einen Aktionsplan auf. Dieser beinhaltet die Vorhaben, die wir für das kommende halbe Jahr in Bezug auf unsere Arbeit planen. Ich erarbeite diesen Plan mit Emil aus Berlin. Uns kamen überraschend viele Ideen, die ebenso begeistert von unseren Betreuern, Kollegen und der Chefin angenommen wurden. Zunächst haben wir uns vorgenommen, das Angebot der Workshops zu erweitern, an denen die 30 bis 40 Jugendlichen teilnehmen können, die täglich ins Zentrum kommen. Emil bietet einen Jonglier-Workshop an, und ich werde mit den Kindern ein Theaterstück proben, das im Oktober bei einem nationalen Jugendwettbewerb aufgeführt wird. Leider werde ich dann nicht mehr hier sein. Wir haben Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten Montevideos geplant, die viele Jugendliche nicht kennen, obwohl es ihre Heimatstadt ist. Wir wollen einen Kinoclub organisieren, bei dem wir aktuelle Filme zeigen. Weiterhin werden wir die Kinder in Englisch unterrichten und ihnen bei den Hausaufgaben helfen. Nächstes Wochenende fahren wir mit dem Jugendzentrum in ein dreitägiges Camp. Die Tage werden ausgefüllt sein mit Spielen am Strand, Basteleien, Tanz, Lagerfeuer und hoffentlich viel Spaß. Der Alltag mit Workshops beginnt im April, weshalb jetzt verschiedene Ausflüge unternommen wurden. Von der Regierung bekamen die Kinder Freifahrscheine für Busse, mit denen wir mindestens zweimal pro Woche an den Strand fahren. Montevideo ist die einzige Hauptstadt der Welt, die angesehene und sogar sehr schöne Strände hat; dementsprechend hatten wir eine schöne Zeit, spielten viel und erholten uns im Wasser von der Hitze. Ich bin froh, dass ich die Erfahrung machen darf, täglich mit diesen Menschen zu arbeiten und weiß, dass mich das in der Auswahl meines Studiengangs beeinflussen wird. Mal sehen, wohin es mich verschlägt. Elisabeth Pütz
Datum: 12.04.2010 11:48 Uhr

Name:  Mareike Rump Email:  Mareike Rump
Typisch französisch! – oder nicht? Franzosen trinken Wein, essen Baguette und wissen das Leben zu genießen! Vor meiner Abreise habe ich einige Vorurteile gehört. „Pass auf, dass man dir keine Froschschenkel serviert“, ist nur ein Beispiel. In meiner Zeit als Au Pair habe ich meine eigenen Erfahrungen gesammelt. Das Baguette spielt hier eine sehr große Rolle. Es ist fast ungewöhnlich, wenn man Franzosen einmal ohne Baguette unterm Arm die Straße entlanggehen sieht. Das Baguette darf, wenn es eine besondere Sorte ist, fünf oder sechs Euro kosten und wird bei jeder Mahlzeit verspeist – sei es beim Frühstück, beim Mittag- oder beim Abendessen. Um dieses besondere Goldstück noch mehr genießen zu können, wird es auch in den Kaffee getunkt oder der Teller damit gründlich ausgewischt. Bei den Mahlzeiten darf auch der Wein nicht fehlen. Ein Champagner zum Apéro, ein Weißwein zum Entrée und zu guter letzt ein teurer Bordeaux zum Hauptgang. Wer es nicht beherrscht, einen guten von einem schlechten Wein zu unterscheiden, wird im besten Fall nur schief angeschaut. Ein Vorurteil kann ich abstreiten. Ich habe hier noch nie Froschschenkel auf einer Speisekarte gesehen. Ich habe die französische Küche sehr zu schätzen gelernt – auch wenn ich mir das eine oder andere Mal Schwarzbrot herbeiwünsche. Auch das Fahrverhalten unterscheidet sich vom deutschen „Musterfahrer“. Sei es ein Fahrschulauto, das ohne zu zögern über eine rote Ampel fährt, während der Fahrlehrer einen nett anlächelt und keinerlei Fehler zu beanstanden hat; ein Autofahrer, der Fußgänger anhupt, da diese gerade bei Grün über die Straße gehen, er aber nicht warten möchte, weil er es sehr eilig hat. Oder ein Streit zwischen Fußgänger und Autofahrer, bei dem Letzterer vor Wut die Scheibe herunterkurbelt, wilde Gesten in die Luft malt und letztlich genervt aus seinem Auto springt, während er Schimpfwörter ruft und man sofort ahnt, dass seine Wortwahl ein wenig das Maß überschreitet. Es ist auch interessant, die Perspektive zu wechseln und uns Deutsche zu betrachten. Nicht selten, wenn ich mich mit Freunden treffe, und ich am Treffpunkt wieder warten muss, beginnt ihre erste Bemerkung mit „Ich habe ganz vergessen, dass ihr Deutschen so pünktlich seid“. Auch die deutschen Touristen kann man leicht erkennen. Mit ausgefaltetem Stadtplan und allem, was dazu gehört, stapfen sie mit Fotoapparat in der Hand und Rucksack auf dem Rücken durch die Stadt. Dabei bleiben sie an jeder roten Ampel stehen, während der Franzose einfach die stark befahrene Straße überquert. Man darf es also ruhig zugeben. Es gibt Vorurteile, die stimmen und das ist nicht schlimm. Eigentlich sind es gerade diese Vorurteile, die die Menschen anderer Nationen für einen so interessant machen. Mareike Rump
Datum: 12.04.2010 11:47 Uhr

Name:  Alice Gottschalk Email:  Alice Gottschalk
Das Faszinierende an Südafrika ist, das sich ungefähr alle 100 Kilometer die Landschaft vollkommen verändert. Genauso das Klima – es ist nicht selten, dass wir alle vier südafrikanischen Jahreszeiten an einem Tag erleben. Nach meiner Ankunft in Gansbaai wich die Wärme Kapstadts kühlen 15 Grad. Mitten im Zentrum des kleinen Fischerdorfes bezog ich meine ausgesprochen schöne Wohnung mit Blick über den malerischen, atlantischen Ozean. Doch schnell realisierte ich, dass ich mich im „Nirgendwo“ befand. Gansbaai hat zwar unzählige Supermärkte, aber leider keine einzige Autovermietung. Mir wurde bewusst, dass es schwer wird, die Gegend zu verlassen. Mein erster Arbeitstag startete am frühen Morgen um 6 Uhr – für mich quasi noch mitten in der Nacht! Ein Transfer brachte mich zum sechs Kilometer entfernten Grootbos Private Nature Reserve. Das Naturreservat erstreckt sich über 2500 Hektar und ist eins der reichsten Pflanzenregionen Südafrikas. Grootbos ist der beste Beweis dafür, dass sich Luxustourismus und Umweltschutz wunderbar miteinander kombinieren lassen. Die Abteilung, in der ich arbeiten sollte, war die Rezeption. Mein erster Tag dort war auch der anstrengendste. Ich musste mich in das Reservierungssystem einarbeiten, mich gleichzeitig mit dem Unternehmen sowie allen angebotenen Aktivitäten beschäftigen und natürlich Fragen der Gäste beantworten. Hört sich einfach an – aber auf Englisch gestalten sich diese Aufgaben doch etwas schwieriger. Im Grunde genommen verstand ich einfach gar nichts, was die englisch sprechenden Menschen mir näherbringen wollten. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit von sieben Tagen musste ich auf eigenen Füßen stehen. Eigentlich kein Problem, denn die Arbeit an der Rezeption war ziemlich einfach: Check-Inn/Check-Outs vor- und nachbereiten, zusammen mit den Nature Guides Tagesaktivitäten organisieren und ständigen Kontakt zu den anderen Abteilungen halten. Eigentlich für mich kaum eine Herausforderung – und so begann ich mich schon am dritten Tag ein bisschen zu langweilen. Die einzige Herausforderung war für mich die Sprache – diese wurde aber von Tag zu Tag besser. Die Unterkünfte sind in zwei Hauptlodges aufgeteilt: Die Garden Lodge und die Forest Lodge. So wechselte ich je nach Gästeauslastung zwischen den beiden Haupthäusern. Die Zeit vergeht und Südafrika bereitete sich intensiv auf die Fußball-Weltmeisterschaft vor. Die Straßen wurden erneuert und Geschäfte mit Flaggen dekoriert. So langsam steigt die Freude in mir, dieses großartige Event, das ich in Deutschland nicht miterleben konnte, hier in Südafrika zu genießen. Ich bin gespannt, welche Abenteuer in der Zukunft noch auf mich warten. Alice Gottschalk
Datum: 29.03.2010 12:10 Uhr

Name:  Melanie Arndt Email:  Melanie Arndt
Hallo ihr Lieben in Deutschland, ich wollte mich mal wieder aus dem Süden melden. Clara hat Ende Februar ihr Halbjahreszeugnis bekommen. Die Kinder kriegen hier in der Grundschule schon Noten. Die Zensuren hier sind aber etwas anders. Sie gehen von eins bis zehn. Die Note Eins ist wie eine Sechs in Deutschland, und eine Zehn ist eine Eins. Clara ist eine sehr gute Schülerin, ihr Zeugnis besteht nur aus „Achten“ und „Neunen“. Meine Familie hat mir ein Fahrrad gekauft. Jetzt kann ich immer mit den Kindern Fahrrad fahren. Einen Tag konnten wir sogar ohne Jacke nach Draußen. Clara hat jetzt einmal in der Woche Französisch, weil wir im Sommer in die französische Schweiz fahren. In meinem Reiseplan gab es eine Änderung: Eigentlich wollten wir nach Neapel fahren, aber wir sind dann nach Rom gefahren. Es war immer mein Traum, das Kolosseum zu sehen. Wir haben an nur einem Tag sozusagen alles gesehen. Es hat sich gelohnt, aber ein Tag ist zu wenig. Deshalb fahre ich im Sommer noch einmal nach Rom. Zum Glück war das Wetter schön. Ich bekam aber meinen ersten Sonnenbrand. Bei mir gibt es auch Neuigkeiten: Weil ich mich mit der Familie sehr gut verstehen, haben sie mir angeboten, noch ein weiteres Jahr hier zu bleiben. Erst überlegte ich, ob ich es mache, aber dann habe ich mir gedacht: ,,Das ist meine Chance!“ Also werde ich bis Juli 2011 in Florenz bleiben. Und im Juni habe ich meine Schule und die Prüfung fertig, sodass ich genug Zeit für einen Nebenjob habe. Meine Gastmutter hilft mir beim Suchen. Sie meinte, sie kennt Leute aus der Hotelbranche und würde da nachfragen. Vielleicht habe ich im Sommer schon einen Nebenjob. Und in der Zeit möchte ich unbedingt die Sprache noch besser lernen. Es ist noch eine lange Zeit, aber die Zeit vergeht hier so schnell. Bis bald! Melanie Arndt
Datum: 29.03.2010 12:09 Uhr

Name:  Sebastian Süfke Email:  Sebastian Süfke
Hello Germany, einige Wochen sind nach meinem letzten Bericht vergangen und alles hat sich schlagartig geändert. Ich arbeitete weiterhin in der Fabrik im kleinen Ort Wangaratta, wo ich gutes Geld verdient habe. Dennoch wurde mein Wunsch nach meinem zu Hause immer stärker mit der Zeit. Viel erlebt hatte ich auch nicht mehr, da ich nur in Fabrik gearbeitet habe. Auch das Schlafen in unserem Auto ging mir so langsam auf die Nerven, so dass ich mich kurzerhand entschieden habe, meinen Heimweg anzutreten. Da Wangaratta rund 650 Kilometer von Sydney entfernt ist, musste ich mir etwas einfallen lassen. So nahm ich den Zug, der neun Stunden nach Sydney brauchte. Schon auf dem Weg nach Sydney kontaktierte ich meine Fluggesellschaft, die mir schon am nächsten Tag einen Flieger nach Frankfurt anbieten konnte. So checkte ich eine Nacht in ein Hostel in Sydney ein. Den letzten Abend unter der australischen Sonne genoss ich dann in einem gemütlichen Café am Opera House. Trotz dem nun frühzeitig geendeten Abenteuer hat sich sie Reise nach Australien auf jeden Fall gelohnt. Ich habe so viele Menschen kennen gelernt, wie noch nie zuvor in meinem Leben und habe eine Menge über Australiens Land und Leute gelernt. Wenn ich so eine Reise noch einmal machen würde, würde ich viele Dinge anders machen. Dennoch bereue ich keine Sekunde meinen Entschluss nach Australien geflogen zu sein. Auf jeden Fall werde ich dieses tolle Land nicht das letzte Mal besucht haben und vielleicht schon bald zurückkehren. In Deutschland angekommen war es sehr kalt, es hat aber auch sehr gut getan meine Familie, meine Freunde und mein eigenes Reich wieder zu haben. Mittlerweile habe ich mich wieder gut im alten Bad Fallingbostel eingelebt. Und es hatte immerhin auch gute Seiten, dass ich wieder zurück bin. So habe ich für das Jahr 2010 noch einen Ausbildungsplatz gekriegt, den ich höchstwahrscheinlich nicht ergattert hätte, wenn ich wie geplant, im Mai zurück gekehrt wäre. Sebastian Süfke
Datum: 02.03.2010 17:17 Uhr

Name:  Melanie Arndt Email:  Melanie Arndt
Ein bisschen Zeit ist jetzt wieder vergangen und es gibt ein paar Neuigkeiten. Clara hatte von der Schule aus eine Theatervorführung. Es handelte sich um eine deutsche Geschichte: Die Brüder Grimm. Alle Kinder haben mitgespielt. Jeder musste etwas aufsagen. Zum Schluss haben die Kinder noch „Hänschen klein, ging allein“ gesungen – auf Deutsch. Weil Claras Mutter Deutsche ist, und sie immer nur deutsche Au Pairs hatte, war sie im Vorteil. Sie kannte das Lied schon. In der Schule wurde Karneval gefeiert. Alle Kinder sind verkleidet in die Schule gegangen. Sie haben Spiele gespielt, aber es wurde auch Unterricht gemacht. Clara hatte sich als Katze verkleidet und Leandro als Hund. Hier in der Toskana ist Karneval ein bisschen anders als in Deutschland. In Deutschland ist es ein Fest für Kinder. In der Toskana ist es eher ein Fest für die Erwachsenen. Da ich wissen wollte, wie man in Italien Fasching feiert, bin ich mit Melanie nach Venedig und nach Viareggio gefahren. Das waren zwei völlig verschiedene Feste: In Venedig sind viele verkleidete Menschen am Marco's Platz herum gegangen, und man konnte Fotos mit denen machen. In Viareggio fand ein riesengroßer Umzug statt, der drei Stunden entlang der Promenade ging, mit Musik und – wie man das auch aus Deutschland kennt – Konfetti und Luftschlangen. Ganz Viareggio war bunt! Wir haben sogar zwei Sachen auf einmal gemacht: Karneval in Venedig angeschaut und die Stadt besichtigt. Venedig hat mir sehr gut gefallen, außer, dass es wie ein ,,Labyrinth“ ist, weil da viel, viel Wasser und viele Brücken sind. Hier in Florenz findet zum Karneval leider nichts für die Kinder statt. Es wurde abgesagt. Von der Deutschschule aus haben die Kinder ein bisschen Fasching gefeiert. Aber Clara verkleidet sich nicht gerne, aber Leandro schon. Ihm macht es richtig Spaß. Am Wochenende bin ich wieder unterwegs. Unsere nächsten größeren Ziele sind Mailand und Neapel. Aber das machen wir, wenn das Wetter besser ist. Ich werde davon in meinem nächsten Bericht erzählen! Bis dahin, schöne Grüße an alle! Ciao Melanie Arndt
Datum: 25.02.2010 15:15 Uhr

Name:  Sebastian Süfke Email:  Sebastian Süfke
Dear Germany, der Januar ist vorbei und neue Dinge haben sich ergeben. Um meine finanzielle Situation zu verbessern, habe ich mich im Januar auf Jobsuche gemacht. Leider hat sich das etwas schwieriger herausgestellt, als zuerst gedacht. Da mein bisher bester Freund Australiens Richtung Deutschland abgeflogen ist, musste ich mir eine neue Reisebegleitung suchen. Diese hat aber nicht lange auf sich warten lassen: In einem Pub habe ich einen anderen Deutschen kennengelernt. Nach zwei Tagen verzweifelter Jobsuche haben wir uns entschieden, ein Auto zu kaufen, weil die Suche damit leichter fällt (wurde uns erzählt). Es ist ein 94er Mitsubishi Magna geworden, der mit zwei Surfbrettern und diversem Kochequipment ausgestattet ist. Des Weiteren haben wir eine Matratze im Kofferraum, die wir in der Nacht als Schlafmöglichkeit nutzen können. Man spart so eine Menge Geld, die wir für andere Sachen nutzen können. Mit unserem fahrbaren Untersatz ging es auf die Reise zum nächsten Ernteort namens Wangaratta. Dort sind wir zur Touristikinfo gegangen und haben uns nach Arbeit erkundigt. Allerdings wurde uns erzählt, dass die Saison auf den Farmen erst Anfang März anfängt. Völlig verzweifelt sind wir zum Campingplatz gefahren, um uns Gedanken zu machen, wie wir an einen Job kommen. Abends beim Angeln am Fluss sprach uns ein älterer Herr an, wo wir herkämen und was wir hier machen. Wir antworteten, dass wir einen Job suchen und wir relativ verzweifelt sind. Er sagte, dass er Leute sucht und somit kamen wir zu unserem Job. Unsere Aufgabe ist es, in einer Fabrik Textilmaschinen aufzubauen. Diesen Job werden wir allerdings nur bis zum 8. Februar machen, da wir ab 10. Februar einen Job als Muschelernter haben. Insgesamt wollen wir acht Wochen arbeiten und uns dann Richtung Alice Springs aufmachen. So weit ist der Plan geschmiedet. Ich hoffe, dass er in die Tat umgesetzt wird. Trotz allen positiven Dingen, die ich hier erleben durfte, fehlt mir so langsam mein Zuhause, meine Familie und meine Freunde. Ich möchte die Zeit „down under“ noch genießen, freue mich aber auf Deutschland. Bis dahin sind es noch drei Monate. Bis bald! Sebastian Süfke
Datum: 12.02.2010 12:30 Uhr

Name:  Melanie Arndt Email:  Melanie Arndt
Ciao Germania, so jetzt ist mal wieder Zeit sich zu melden. Über Weihnachten war ich Zuhause, weil ich zwei Wochen Urlaub hatte. Meine Gastfamilie war in der Schweiz im Urlaub. Als ich in Florenz wieder ankam, haben die Kinder mich schon erwartet. Sie sind mir gleich in die Arme gesprungen und haben gesagt: „Wir haben dich vermisst!“ Die beiden haben sich so gefreut, dass ich wieder da bin. Sie mussten mir erst einmal alles erzählen vom Urlaub und von Weihnachten – das war ein langer Tag. Da habe ich mal wieder gemerkt, dass ich sozusagen zur Familie dazugehöre und echt eine tolle Gastfamilie habe. Nach ein paar Tagen war alles wieder wie vorher. Die Kinder hatten wieder Schule – und ich auch. Clara hat jetzt freitags Reitunterricht. Dafür haben die beiden keinen Schwimmunterricht mehr. Da das Wetter an manchen Tagen schon sehr schön ist (zwölf Grad in der Sonne), sind wir viel draußen zum Beispiel im Park, Fahrrad fahren oder auf dem Hof. In meiner Sprachschule habe ich ein Mädchen kennengelernt, die aus Österreich kommt und auch Melanie heißt. Wir verstehen uns gut und unternehmen viel zusammen. Letztens waren wir in Pisa, haben dort den Dom und den schiefen Turm von Pisa besichtigt. Da in Florenz nichts besonderes an Karneval ist, werde ich mit Melanie nach Venedig und nach Viareggio fahren. Die Kinder feiern Karneval in der Deutschschule. Sie haben schon Masken gebastelt. In der Schule feiern sie auch Karneval. Sie verkleiden sich wie in Deutschland und spielen Spiele, halt nichts besonderes. Aber ein bisschen dauert das ja noch. Viel Neues gibt es ansonsten noch nicht wirklich, aber beim nächsten mal bestimmt. Ciao. Bis bald! Melanie Arndt
Datum: 22.01.2010 12:32 Uhr

Name:  Sebastian Süfke Email:  Sebastian Süfke
Hello Germany, Weihnachten und Neujahr liegen hinter uns, und ich habe wieder neue Erfahrungen gesammelt. Weihnachtsstimmung kam hier gar nicht auf. Wir hatten über 30 Grad und haben am Strand unter einer Palme gefeiert. Es war etwas anderes, aber ich vermisste doch die Kälte und die Weihnachtsstimmung von zu Hause. Vor allen Dingen habe ich das Festessen an Weihnachten vermisst, vor allem bei Oma, die wirklich gutes Essen an Weihnachten zaubert – meine Mama natürlich auch! Bei uns in Australien gab es Schnitzel mit Kartoffeln und Gemüse, weil unser italienischer Freund so gerne unsere Schnitzel isst. Weihnachten fängt hier auch erst am 25. Dezember an, sodass wir den Heiligabend nur vor dem Fernseher verbracht haben. Am zweiten Weihnachtstag hatten wir dann eine leckere Pasta von unserem italienischen Freund, der wirklich die beste Pasta macht, die ich je gegessen habe. Kulturaustausch in Australien, eine tolle Erfahrung. So ist das Weihnachtsfest quasi an uns vorbeigerauscht und wir haben nicht mal richtig mitgekriegt, dass Weihnachten ist. Deshalb freue ich mich schon aufs Weihnachtsfest in Deutschland 2010. Kurz nach Weihnachten arbeiteten wir auf der Great Ocean Road, wo ein Musikfestival namens „The Falls“ gestartet ist. Erstens gefiel es mir gut, weil ich in Deutschland auch öfter zu Musikfestivals gegangen bin. Zweitens konnte ich mir Bands angucken, wofür ich auch noch Geld gekriegt habe. Und drittens war unsere internationale Gruppe echt cool. Unsere Produkte waren Wraps in verschiedenen Formen, Lamm, Rind, Huhn, belegt mit verschiedenen Salatsorten. Teilweise haben wir über zehn Stunden am Stück gearbeitet und das bei 35 Grad! Gerade derjenige, der am Grill arbeiten musste, war nicht zu beneiden. Dem lief der Schweiß nur so vom Kopf. Des Weiteren hatten wir fast alle Arten von Wetter. Tagsüber war es heiß, dass man geschwitzt hat, abends war es kalt, dass man gefroren hat und am letzten Tag hat es auch noch angefangen zu regnen. Am 31. Dezember haben wir dann von 23 Uhr bis 1 Uhr morgens unseren Wrapstand geschlossen, sodass wir den Jahreswechsel bei einem Moby-Konzert genießen konnten. Es war nicht mein bestes Neujahr gewesen, aber dennoch etwas anderes und mit den Erfahrungen wächst man ja. Am Neujahrstag mussten wir dann alles abbauen, was nicht so lecker war, da alles voller Matsch war und wir unser ganzes Zeug in den Van schleppen mussten. Am Abend haben wir uns bei unserem Arbeitgeber getroffen, Pizza gegessen, einen Film geschaut und das Geld einkassiert. Weitere Festivals stehen in nächster Zeit an, wo ich wahrscheinlich auch arbeiten werde. Diese Art von Job gefällt mir. Man arbeitet eine Woche hart, hat dann aber ein paar Wochen frei, wo man sich ausruhen kann. Jetzt bin ich wieder in Melbourne, feier mit meinen Freunden ein bisschen Silvester nach und entspanne mich. Weitere Pläne habe ich noch nicht geschmiedet. Das wird sich ergeben. Ich schicke liebe Grüße aus dem sonnigen Australien. Bis bald! Sebastian Süfke
Datum: 08.01.2010 09:06 Uhr

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