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Der Kulturverein TriBuehne startet am 15. Januar mit einem Schauspielklassiker von Arthur Miller ins neue Jahr.

Eine “Hexenjagd” auf der Bühne

Packend: Bis die Wahrheit ans Licht kommt, werden unschuldige Menschen hingerichtet. Foto: Dietrich Dettmann
Packend: Bis die Wahrheit ans Licht kommt, werden unschuldige Menschen hingerichtet. Foto: Dietrich Dettmann
WALSRODE - 02. Januar 2023 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Am Sonntag, 15. Januar, startet TriBuehne mit dem Schauspiel “Hexenjagd” von Arthur Miller ins Neue Jahr. Millers Schauspielklassiker zeigt mithilfe des historischen Stoffs der Hexenverfolgung des 17. Jahrhunderts in Amerika, wie schnell ein Rechtssystem außer Kontrolle gerät, dessen Autorität sich auf irrationale Grundlagen stützt und das den Beschuldigten jede Möglichkeit der Verteidigung nimmt. Die Zusammenhänge zwischen religiösem und politischem Fanatismus wurden von Miller bewusst auch auf seine Gegenwart bezogen - und auch 70 Jahre nach der Uraufführung ist das Thema aktuell.

Zum Stück: Für den Zustand pubertierender Mädchen, die nach einem nächtlichen Tanz im Wald sonderbar reagieren, gibt es im puritanischen Salem des 17. Jahrhunderts nur eine Erklärung: Teufelswerk. Man ruft den bekannten Hexenspezialisten Pastor Hale zu Hilfe. Bei den von ihm geleiteten Verhören geben die Mädchen als Ausrede an, verführt und verhext worden zu sein. Sie merken schnell, dass sie der Strafe entgehen können, wenn sie andere der Teufelsbuhlerei beschuldigen. Und so denunzieren sie munter drauf los, bezichtigen unliebsame Gemeindemitglieder und genießen ihre neu gefundene Macht. Eine Hexenjagd beginnt. Als dann aber die junge Abigail vor dem von Richter Danforth eigens einberufenem Hexengericht die Frau des Bauern John Proctor der Hexerei anklagt, hat sie eine Grenze überschritten. Bis allerdings klar ist, dass sich hinter Wahn und Massendenunziation nur eigennützige Ziele verbergen, werden noch einige unschuldige Menschen hingerichtet …

Mit seiner außergewöhnlichen Bühnenwirkung und den messerscharfen Charakterporträts bis in die kleinste Nebenfigur hinein, ist Millers Stück “Hexenjagd” auch heute noch ein Lehrstück über jegliche Art von Massenhysterie und politisch beziehungsweise religiös motivierte Wahnvorstellungen. In “The Crucible” (zu Deutsch “Schmelztiegel”‘, im übertragenen Sinne auch “Feuerprobe”) führt Miller exemplarisch vor, wie leicht ein demokratisches System durch Intoleranz, Ignoranz und Fanatismus mit den Mitteln seiner eigenen Ordnungs- und Rechtsdisziplin ausgehebelt werden kann. Zu Recht gehört “Hexenjagd” immer noch zu den erfolgreichsten und meistgespielten Dramen des Autors.

Zu sehen ist das Stück mit Carsten Klemm, Wolfgang Seidenberg, Sofie Schmidt, Iris Boss am 15. Januar ab 20 Uhr in der Stadthalle Walsrode. Die Tickets gibt es bei TriBuehne unter www.kultur-tribuehne.de, unter 01522/9462061 oder an der Abendkasse.

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