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Ruhestand für Ina von Bothmer: Arbeit in der Sozialstation Aller-Leine-Tal stets auch als persönliche Bereicherung empfunden

16 Jahre als Pflegedienstleiterin

Insgesamt 23 Jahre war Ina von Bothmer in der ambulanten Pflege tätig.Foto: Privat
Insgesamt 23 Jahre war Ina von Bothmer in der ambulanten Pflege tätig.Foto: Privat
SCHWARMSTEDT - 19. Mai 2020 - 16:00 UHR - VON REDAKTION

Nach knapp 23 Jahren Tätigkeit in der ambulanten Pflege hat sich Ina von Bothmer, langjährige Pflegedienstleiterin der Sozialstation Aller-Leine-Tal, in den Ruhestand verabschiedet. Aufgrund der aktuellen Corona-Verhaltensregeln konnten sich an ihrem letzten Arbeitstag leider nur wenige Kolleginnen aus den ambulanten Pflegedienst-Teams und der Verwaltung persönlich und auch nur auf ungewohnte Distanz von ihr verabschieden. Die offizielle Abschiedsfeier, so ist es geplant, wird im Sommer nachgeholt.

Bis dahin hat Ina von Bothmer, die in Stendal geboren wurde und in der Nähe von Eckernförde aufgewachsen ist, noch genügend Zeit, Pläne für den Ruhestand zu schmieden. Dabei spielen vor allem ihr Ehegatte sowie ihre drei Kinder und die sechs Enkel im Alter von einem bis sechs Jahren eine große Rolle. Für sie will sie sich in Zukunft noch mehr Zeit nehmen. Sie freut sich schon auf die Besuche bei ihren Kindern in deren neuen Heimatstädten Berlin, Frankfurt und Hamburg. Auf dem Programm stehen neben Reisen, Kunst, Kultur und ihrem Hobby Lesen vor allem auch die Arbeit in ihrem geliebten Garten. Er umgibt das rote, original schwedische Holzhaus, das sie mit ihrem Ehemann vor 24 Jahren nach eigenen Vorstellungen im alten Ortsteil von Bothmer baute und das zur Heimat der Familie wurde.

Ina von Bothmer, die ihre Ausbildung zur examinierten Krankenschwester im Johanniter-Krankenhaus in Bonn absolvierte und nach der Geburt ihres ersten Kindes im Jahre 1980 eine längere Familienpause einlegte, arbeitete noch vor dem Umzug nach Bothmer zum ersten Mal in der Altenpflege in einem Seniorenheim in Barsinghausen. Am 1. Juni 1997 nahm sie ihre Arbeit in der Sozialstation Aller-Leine-Tal in Schwarmstedt auf und übernahm im Jahr 2000 als Einsatzleiterin die Nachfolge von Bettina Pust. Nach der stationären Altenpflege lernte sie so schnell die ambulante Pflege kennen und lieben. Bis heute empfindet sie die “ambulante Pflege als großartig und absolut bereichernd”. Diese sei höchst individuell und persönlich. Manche Menschen hat sie während ihrer Arbeit im ambulanten Pflegedienst über Jahre betreut. “Ich hörte viele berührende Flüchtlingsgeschichten, konnte viel mitnehmen, und sogar Plattdeutsch habe ich von den Älteren gelernt”, erinnert sich Ina von Bothmer.

Ständiges Lernen und Weiterbilden prägten auch das weitere Berufsleben der jetzigen Ruheständlerin. Im Jahr 2000 qualifizierte sie sich als leitende Pflegefachkraft, und vier Jahre später übernahm sie die Pflegedienstleitung von Gabriele Heine - und damit die Verantwortung über 20 Fachkräfte. Am 1. Januar 2005 etablierte die Sozialstation als erster Anbieter in der Region ein niedrigschwelliges Betreuungsangebot und komplettierte das breite Leistungsspektrum mit hauswirtschaftlicher Versorgung, einer Urlaubsvertretung für Angehörige sowie der kompetenten Beratung zur Wohnraumanpassung, der Beratung von pflegenden Angehörigen und der Vermittlung von ergänzenden Dienstleistungen sowie Beratungsleistungen zur Pflegeversicherung oder die Unterstützung bei der Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Dies alles gehörte fortan in den Verantwortungsbereich der Pflegedienstleiterin Ina von Bothmer. Immer in enger Zusammenarbeit mit Dagmar Kosinski, Geschäftsführerin des Paritätischen Vereins Heidekreis, und ihrer vollsten Unterstützung bewusst, konnte sich Ina von Bothmer allen Herausforderungen und Aufgaben stellen. Für ihre Arbeit in der Sozialstation Aller-Leine-Tal zollte Kosinski ihrer langjährigen Pflegedienstleiterin schon vor der offiziellen Verabschiedung ihre Anerkennung: “Wir hatten schwierige Zeiten zu bewältigen, und Sie haben in den 16 Jahren als Pflegedienstleiterin stets vorbildlich und loyal Sorge getragen, dass auch in unruhigem Fahrwasser der Betrieb gut weiterlaufen konnte. Das konnte nur gelingen, indem Sie die Interessen der Pflegekräfte und die betrieblichen Notwendigkeiten bestmöglich in Einklang gebracht haben.”

Gemeinsam mit Kosinski nahm Ina von Bothmer ab 2008 an einem Studium der “Angewandten Gerontologie” in Mannheim teil. “Frau Kosinski hat regelmäßig zu Treffen mit den Leitungen der Kindertagesstätten sowie der Sozialstationen gemeinsam mit Mitgliedern aus dem Vorstand und der Geschäftsführung des Paritätischen Verein Heidekreis eingeladen. Wir wurden über alles informiert und haben Einblick in andere Bereiche erhalten. Diese informellen Runden haben mich sehr bereichert”, lobt auch sie die Zusammenarbeit mit ihrer langjährigen Vorgesetzten. Für sie selbst steht das “Fordern und Fördern” im Mittelpunkt der Zusammenarbeit mit den Pflegekräften. Sie sieht die Fachkräfte als das wichtigste Kapital der ambulanten Pflegedienste an. Nicht nur eine gute Bezahlung, sondern auch das gegenseitige Wertschätzen von Pflegedienstleitung, Mitarbeiterinnen und Patienten sei für eine gute Pflege wichtig. “Als Pflegedienstleitung habe ich immer ein offenes Ohr gehabt und alles beobachtet. Gleichzeitig habe ich versucht, das Potenzial meiner Mitarbeiterinnen zu erkennen und ihre Stärken zu fördern”, betont von Bothmer.

Sie selbst hat im Jahr 2012 den Lehrgang zur Palliativ-Care-Fachkraft erfolgreich absolviert und später das heutige Palliativ-Netz des Heidekreises mitbegründet. Vor allem auf die hervorragende und segensreiche Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Palliativ-Ärzten in Schwarmstedt, Hodenhagen und Rethem konnten sich Ina von Bothmer und ihre Pflegeteams während ihrer Arbeit mit schwerstkranken Patienten immer verlassen.

Heute arbeiten in der Sozialstation Aller-Leine-Tal mit den beiden Stützpunkten Rethem und Ahlden/Hodenhagen insgesamt 55 Mitarbeiterinnen, von denen sich fünf derzeit in Ausbildung befinden und 14 im hauswirtschaftlichen Dienst tätig sind. Sie alle werden ihre langjährige Pflegedienstleiterin Ina von Bothmer gerne und gebührend verabschieden, wenn es die Situation der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen wieder zulassen.

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