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Fachabteilung feiert am 1. Juli Geburtstag, großes Fest mit Tag der offenen Tür aber erst 2022

20 Jahre Psychiatrie am HKK

Chefarzt Dr. med. Florian Gal und Bereichsleitung Melanie Schultz im Stationsflur der frisch renovierten A1 (Psychosomatik). Foto: ©Heidekreis-Klinikum/Marielle Wegener
Chefarzt Dr. med. Florian Gal und Bereichsleitung Melanie Schultz im Stationsflur der frisch renovierten A1 (Psychosomatik). Foto: ©Heidekreis-Klinikum/Marielle Wegener
WALSRODE - 26. Juni 2021 - 14:00 UHR - VON REDAKTION

Am 1. Juli feiert die Fachabteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Heidekreis-Klinikum ihr 20-jähriges Bestehen. Chefarzt Dr. med. Florian Gal leitet die Abteilung mit insgesamt 61 Plätzen, dazu gehören noch die Tagesklinik mit 31 Plätzen, die ambulante PIA (Psychiatrische Institutsambulanz), das ambulante und auch zu den Patientinnen und Patienten kommende Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) “Heidjers:Help” und das Projekt “KidsTime”.

2001 wurde die Fachabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Heidekreis-Klinikum als eine von mehreren Gegenbewegungen zum “Wegschicken” von psychisch schwer Erkrankten in große Zentren von Landeskrankenhäusern aufgebaut. “Erkrankte,” so erinnert sich Melanie Schultz, pflegerische Bereichsleitung aller psychiatrischer Stationen, “sollten nah an ihren Wohnorten behandelt werden.”

Der damalige Chefarzt, Friedrich Landzettel verfolgte den sogenannten humanistischen Ansatz während der Gründungsphase. Das heißt, Patienten wurden nicht in die jeweiligen Krankheitsbilder auf verschiedene Stationen verteilt, erinnert sich Stationsleitung Schultz. Eine gute Idee, die aber in der Realität zu Problemen führte: Sobald Patienten schwer erkrankt waren, zum Beispiel Gefährdungspotenzial zeigten, musste die komplette Station geschlossen werden. Das führte, verständlicherweise, zu großem Unmut bei anderen Patienten.

Heute gibt es drei verschiedene Stationen: Eine Station, die A1, ist für psychosomatische Patienten vorbehalten, die Station D1 für allgemein psychiatrisch Erkrankte und die Station D0 mit eigenem Außenbereich. “Diese Station ist unsere beschützende Einheit für Menschen in einer schweren Krise.” Die D0 könne man auch die “psychiatrische Intensivstation” nennen, erklärt Chefarzt Dr. Gal.

Trotz der Trennung der Patienten nach Schweregrad und aktueller Ausprägung der Erkrankung, besteht der Grundgedanke der Sozialpsychiatrie bis heute. Es sei ihm und seinem Team sehr wichtig, alle Patienten als mündige Menschen mit eigenen Ansichten und Meinungen zu behandeln. “Ich bin überzeugt davon, dass wir für jede Patientin, jeden Patienten stets die individuell passende Therapie finden müssen.”

Auf der Psychotherapiestation A1 mit 18 Betten werden zum Beispiel stressbedingte Erkrankungen und Depressionen behandelt. Dr. Gal: “Es ist unser Ziel, Patienten mit akuten Symptomen schnell helfen zu können. Liegt eine Krankenhauseinweisung vor, ermöglichen wir eine schnelle Aufnahme mit kurzen - manchmal sogar ohne - Wartezeiten.”

Es gebe seit der Pandemie eine Zunahme an Angsterkrankungen und Depressionen, sind sich Stationsleitung Schultz und Chefarzt Gal einig. Das Cave-Syndrom, sprich die Angst vor der Normalität nach der Pandemie, der Gedanke, dass man seine “Höhle”, in der man geschützt war, wieder verlassen muss, mache vielen große Angst. “Diese erlernte Angst”, so Dr. Gal “ist glücklicherweise gut behandelbar.” Im HKK kombiniere man darum Verhaltenstherapie mit der Tiefenpsychologischen Psychotherapie und der Systemischen Therapie. Das System ist multimodal: Zu Einzeltherapie- und Gruppentherapiesitzungen gibt es ergänzende Verfahren, wie Ergotherapie, Bewegungs- und Fitnessangebote, Gartentherapie, Töpfer- und Kunstangebote, Entspannungsverfahren und Aromatherapie.

Spätestens zum Jahresanfang 2022 wird die Tagesklinik direkt in das HKK am Standort Soltau umziehen. Grund: Die Räumlichkeiten der Jugendstil-Villa sind nicht gut nutzbar für Gruppentherapien. “Wir mussten die Gruppen deutlich verkleinern”, sodass deutlich weniger Patienten behandelt werden konnten. Zudem solle im kommendenden Jahr, zum 21. Geburtstag, auch ein großes Fest mit Tag der offenen Tür gefeiert werden.

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