Regen
17 ° C - Regen
» mehr Wetter

Lokales

/lokales/305-fluechtlinge-in-der-gastronomie_10_111594386-21-.html/ / 1

Gewerkschaft NGG sieht Potenzial gegen Fachkräftemangel

305 Flüchtlinge in der Gastronomie

Arbeitsplätze in der Gastronomie: Flüchtlinge können fehlende heimische Arbeitskräfte gut ersetzen. red
Arbeitsplätze in der Gastronomie: Flüchtlinge können fehlende heimische Arbeitskräfte gut ersetzen. red
WALSRODE - 26. September 2018 - 11:00 UHR - VON REDAKTION

Integration per Job: Geflüchtet und mit einem Arbeitsvertrag im Heidekreis angekommen - so ging es Ende vergangenen Jahres 305 Asylbewerbern. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit und spricht von einem “Ankommen in der Gesellschaft - bei Kollegen und Chefs”. Die NGG beruft sich auf eine neue Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach sei die Zahl der berufstätigen Flüchtlinge aus den acht wichtigsten Herkunftsländern stark angestiegen.

Vor drei Jahren zählte die Arbeitsagentur im Heidekreis noch 114 Asylsuchende mit einem Arbeitsvertrag. “Die Zahlen zeigen, dass ein großer Teil der Menschen, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, im Berufsleben Fuß fassen konnte. Und zwar trotz Sprachbarrieren und teils enormer bürokratischer Hürden”, sagt NGG-Regionalchef Steffen Lübbert. Positiv wertet der Gewerkschafter den steigenden Anteil regulärer Jobs. Laut Statistik waren kreisweit 70 Prozent der erwerbstätigen Flüchtlinge sozialversicherungspflichtig beschäftigt. “Diese Menschen verdienen ihr eigenes Geld, sie zahlen Steuern und Sozialbeiträge”, so Lübbert.

Dabei könne Zuwanderung ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel sein. Gerade auch das Ernährungsgewerbe suche händeringend Nachwuchs, betont Lübbert. “Hotels, Gaststätten, aber auch Bäckereien, Brauereien und die Lebensmittelverarbeitung haben jahrzehntelange Erfahrungen mit Zuwanderern.” Die Wirtschaft könne wie schon in den 1960er-, 1970er- und 1990er-Jahren ein “Integrationsmotor” sein. Klar müsse aber auch sein: “Unternehmer dürfen die Geflüchteten nicht als billige Arbeitskräfte ausnutzen.”

Zwar wollten viele Flüchtlinge möglichst schnell Geld verdienen, um ihre Familien zu unterstützen. “Doch allein mit Helfer-Jobs gibt es kaum solide Berufsperspektiven in Deutschland. Wichtig ist, dass die Flüchtlinge ins duale Ausbildungssystem kommen.” ,Azubi statt Aushilfe‘ müsse die Devise der Unternehmen sein. Laut Statistik waren im Heidekreis Ende vergangenen Jahres 49 Azubis mit einem Fluchthintergrund gemeldet.

Damit die Integration am Arbeitsmarkt weiter vorankomme, müsse insbesondere die Politik deutlich nachlegen. “Es kann nicht sein, dass immer wieder auch Flüchtlinge, die im Betrieb engagiert sind und gut Deutsch sprechen, von einem Tag auf den anderen abgeschoben werden”, kritisiert Lübbert. Die Unternehmen bräuchten für ihr Engagement Sicherheit - “und außerdem haben diese Menschen eine Bleibe-Chance verdient.”

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.