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“Gedächtnispflege”: Heimatverein Dorfmark erinnert an die Höfe der Heidmark

A wie Achterberg bis W wie Winsemann

Fleißige Helfer: Die alten Holzpfosten wurden gegen stabilere Metallpfosten ausgetauscht. Foto:Heimatverein
Fleißige Helfer: Die alten Holzpfosten wurden gegen stabilere Metallpfosten ausgetauscht. Foto:Heimatverein
DORFMARK - 11. September 2021 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Am 3. Mai 1936 hat der Truppenübungsplatz Bergen seinen Betrieb aufgenommen. Dafür mussten damals rund 3000 Einwohner aus dem Landkreis Fallingbostel und rund 630 Einwohner aus dem Landkreis Celle ihre geliebte Heimat in der Heidmark verlassen und woanders ein neues Zuhause finden. Allein aus dem Kirchspiel Dorfmark waren 979 Menschen aus den Gemeinden Fuhrhop, Wense, sowie Unter- und Obereinzingen von der Umsiedlung betroffen. Mittlerweile ist der Truppenübungsplatz 85 Jahre alt.

Wer schon einmal an einer geführten Tour über den Truppenübungsplatz Bergen teilgenommen hat, wird festgestellt haben, dass von den ehemals großen Hofstellen kaum noch etwas zu finden ist. Hier und da entdeckt man ein paar moosbewachsene Fundamente oder eingefallene Kellergruben, zum Teil stehen auch die uralten Hofeichen und Obstbäume noch - mehr nicht. Damit diese Höfe und ihre Geschichte nicht in Vergessenheit geraten, hat der Heimatverein für das Kirchspiel Dorfmark in Zusammenarbeit mit der Truppenübungsplatzkommandantur und mithilfe einiger ortsansässiger Firmen in den Jahren 2003 bis 2006 an den ehemaligen Hofstellen im Kirchspiel Dorfmark Findlinge und Gedenktafeln aufgestellt. Und der Heimatverein für das Kirchspiel Dorfmark hat die Schießpause in diesem Sommer dazu genutzt, die zum Teil schadhaft gewordenen Holzpfähle der Hinweistafeln durch stabile Metallpfosten zu ersetzen. Die Truppenübungsplatzkommandantur hatte ihre Zustimmung gegeben, und wieder waren es die Initiatoren der Aktion von damals, Adolf Domeier und Hartmut Koch, die mit einigen anderen ehrenamtlichen Helfern die notwendigen Arbeiten ausführten.

Übrigens: Die Umsiedlung der Hofstellen wickelte die damalige Reichsumsiedlungsgesellschaft ab. Für jeden Hof, der umgesiedelt wurde, legte die “RUGes” eine eigene Umsiedlungsakte an, in der das Schicksal jeder Hofstelle detailliert festgehalten wurde. Diese Akten wurden jahrzehntelang bei der Truppenübungsplatzkommandantur in Bergen aufbewahrt. Vor sechs Jahren vertraute die Kommandantur den gesamten Aktenbestand dem Dorfmarker Heimatverein an. Für die Nachfahren der umgesiedelten ehemaligen Bewohner, für Familienforscher, aber auch überregional sind die Akten für die historische Forschung von Bedeutung. Deshalb gewährt der Heimatverein gerne Einblick in die umfangreichen Dokumente.

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