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Naturschutzbund warnt zum Schutz der Tiere vor Einsatz motorisierter Gartengeräte

Achtung, Igel im Garten

Mit dem steigenden Gebrauch von Geräten wie Freischneidern, Motorsensen und Mährobotern sind Igel laut Nabu einer weiteren Gefahrenquelle ausgesetzt. Foto: pixabay-alexas_fotos
Mit dem steigenden Gebrauch von Geräten wie Freischneidern, Motorsensen und Mährobotern sind Igel laut Nabu einer weiteren Gefahrenquelle ausgesetzt. Foto: pixabay-alexas_fotos
WALSRODE - 31. Mai 2020 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Die Igel haben nach rund fünfmonatigem Winterschlaf ihre geschützten Winterquartiere verlassen und durchstreifen auf der Suche nach Laufkäfern, Ohrwürmern, Nacktschnecken, Regenwürmern und Raupen ihr Revier. Ihr Habitat sind vorzugsweise naturnahe Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe und Streuobstwiesen in menschlichen Siedlungen, erklärt der Naturschutzbund (Nabu).

Vor allem die Zerschneidung ihres Lebensraumes durch ein dichtes Straßennetz macht den kleinen Säugetieren zu schaffen: Alljährlich werden laut Nabu etwa eine halbe Million Igel von Autos überrollt. Eine weniger augenfälligere Bedrohung stelle der ungebrochene Trend zu öden Schottergärten und stark gepflegtem Einheitsgrün dar, in denen Igel weder ausreichend Nahrung noch geeignete Versteckmöglichkeiten sowie Schlaf- und Nestplätze in Hecken, Sträuchern, hohlen Bäumen, Reisig- und Laubhaufen fänden.

Mit dem stetig steigenden Gebrauch von motorisierten Gartengeräten wie Freischneidern, Fadenmähern, Motorsensen und Mährobotern sind die Insektenfresser einer weiteren Gefahrenquelle ausgesetzt, die Igelstationen, Wildtierhilfen und Tierheimen in ganz Deutschland immer mehr Pfleglinge beschert. Hinzu komme, dass Freischneider von Gartenbesitzern, Hausmeistern und Bauhofbetreibern gerade dort eingesetzt würden, wo Igel ihre Schlaf- und Nestplätze einrichten: unter Büschen, an Heckenrändern und in verwilderten, überwucherten Ecken. Wurden früher im Frühjahr und Sommer nur wenige hilfsbedürftige Igel eingeliefert, die beim Kompostumsetzen mit Mistforken verletzt oder von einem Hund gebissen wurden, verzeichnen die Tierhilfen nach Nabu-Informationen immer mehr Igel mit typischen Verletzungsmustern wie tiefe Schnittwunden im Rückenbereich.

Auch Mähroboter gehören zu den neuen Feinden der Igel. Die als fleißige Helfer angepriesenen Geräte kommen vor allem in Privatgärten zum Einsatz, wo sie stundenlang ihre Runden drehen und dabei Blühpflanzen, Insekten, Spinnen, Schnecken, Amphibien, Reptilien und kleinen Säugetieren den Garaus machen. Schwierig werde es, wenn die autonomen Geräte nachts unterwegs sind. Dann tragen sie nicht nur zur Verringerung der Artenvielfalt bei, sondern gefährden auch nachtaktive Tiere, die auf Nahrungssuche über den Rasen stromern.

Um Igel, Jungvögel und andere Gartenbewohner nicht zu gefährden, empfiehlt der Naturschutzbund Heidekreis, am besten gänzlich auf den Einsatz von Mährobotern, Freischneidern und Co zu verzichten und mehr Wildnis im eigenen Umfeld zu wagen. Wer trotzdem motorisierte Geräte einsetzen möchte, sollte darauf achten, dass Mähroboter nur am Tage laufen. Außerdem sollten Rasenflächen, Gebüsche und andere Einsatzorte vorher kontrolliert und Wildtiere in Sicherheit gebracht werden.

Tipps zur Anlage naturnaher Gärten finden Interessierte im Internet unter www.nabu.de, umfangreiche Informationen zum Thema Igel gibt es beim Verein “Pro Igel” (www.pro-igel.de) und der Igelschutz-Interessengemeinschaft (www.igelschutz-ev.de).

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