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Vorsitzender des Bunds der Vertriebenen Fallingbostel-Dorfmark feiert 90. Geburtstag

Albrecht Dyck und seine neun Jahrzehnte

Zu den Gratulanten Albrecht Dycks (Mitte) gehörten Landrat Manfred Ostermann und Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey. Foto: Alfred Michaelis
Zu den Gratulanten Albrecht Dycks (Mitte) gehörten Landrat Manfred Ostermann und Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey. Foto: Alfred Michaelis
BAD FALLINGBOSTEL - 25. Dezember 2019 - 16:00 UHR - VON REDAKTION

Wer das Alter von 90 Jahren erreicht, dem gebührt großer Respekt - allein dafür, dass er sich neun Jahrzehnte durch das nicht immer einfache Leben geschlagen hat und immer noch recht fit ist. Dieser Überzeugung waren auch die Gratulanten Landrat Manfred Ostermann und Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey. Sie gratulierten dem Vorsitzenden des Ortsverbandes des Bunds der Vertriebenen Fallingbostel-Dorfmark Albrecht Dyck zum 90. Geburtstag.

Pastor Peter Gundlack sprach geistliche Worte und der Posaunenchor unter Leitung von Günther Pankoke brachte musikalische Glückwünsche mit. Die ersten Gratulanten waren neben Ehefrau Ingrid auch die Angehörigen, die ihrem Vater, Schwiegervater, Groß- und Urgroßvater Glückwünsche übermittelten. Freunde, Bekannte sowie Vereinsmitglieder schlossen sich dem an. Der Jubilar aus der Teichstraße war sichtlich erfreut und auch gerührt.

Albrecht Dyck erblickte in Schillen, Landkreis Tilsit-Ragnit, Regierungsbezirk Gumbinnen, das Licht der Welt und besuchte das Tilsiter Realgymnasium. Als sich die Rote Armee Ostpreußen näherte, musste auch er die Heimat verlassen. Von der Familie getrennt, gelangte er über Umwegen nach Fallingbostel. Wie schon sein Vater, erlernte Albrecht Dyck das Molkereihandwerk und legte 1955 die Molkereimeisterprüfung ab. Später schulte er um und wurde Versicherungsvertreter und schließlich Generalvertreter bei der “Allianz”.

Seine Wurzeln in der ostpreußischen Heimat hat Albrecht Dyck trotz beruflicher Belastungen nie vergessen und schloss sich schon früh landsmannschaftlicher Organisationen an, er gründete und leitete verschiedene Orts- und Bezirksgruppen. Das wohl wichtigste Amt innerhalb der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) übernahm er 1991 nach der Wahl zum Vorsitzenden (heute Ehrenvorsitzender) der Heimatkreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit. Wer sich so engagiert für Flüchtlinge und Vertriebene einsetzt, kann sich der Kommunalpolitik nicht verschließen. So war Albrecht Dyck mehr als 15 Jahre Fraktionsmitglied der CDU und Ratsherr in Fallingbostel.

Für seine Verdienste und vorbildliche Tätigkeit in der LO und beim Bund der Vertriebenen (BdV) wurde Albrecht Dyck mit Goldenen Nadeln ausgezeichnet. Als es rund 46 Jahre nach der Vertreibung möglich wurde, die alte Heimat wieder zu besuchen, organisierte er Hilfsgüterreisen für die nun dort lebenden Menschen und er war auch bestrebt, mit Bürgermeistern und Mandatsträgern nicht nur Kontakte, sondern auch eine Aussöhnung mit den Neubürgern herzustellen.

Daraus ergaben sich zahlreiche Besuche und Gegenbesuche mit vielen beidseitig offenen Gesprächen.

Erwähnt werden muss auch, dass der Jubilar eine musische Seite besitzt. Humorvolle und lustige Vorträge in ostpreußischer Mundart, das Anstimmen von bekannten Liedern, einschließlich Begleitung mit der stets griffbereiten Mundharmonika, ist vielen bestens vertraut. Für die Nachwelt erhalten hat Albrecht Dyck seine Lebenserinnerungen in dem Buch “Meine Heimat - aus der der Tilsiter Käse stammt”.

Albrecht Dycks Verdienste und Verlässlichkeit fanden und finden bis zum heutigen Tage allseits hohe Anerkennung. Sie sind Vorbild und Verpflichtung zugleich. Möge der Jubilar sich auch in Zukunft guter Gesundheit und weiterer Schaffenskraft erfreuen und seiner Familie, dem BdV und der Heimatkreisgemeinschaft noch lange zur Seite stehen.

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