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Letzte Hürde vor der praktischen Pilotenprüfung: 17-Jähriger fliegt ganz allein 50 Kilometer im Segelflieger

Alexis hebt endlich wieder ab

Schulungsbetrieb läuft wieder: Wie Alexis Metokis können auch die weiteren Flugschüler ihre Ausbildung fortsetzen.Foto: Aero Club Hodenhagen
Schulungsbetrieb läuft wieder: Wie Alexis Metokis können auch die weiteren Flugschüler ihre Ausbildung fortsetzen.Foto: Aero Club Hodenhagen
HODENHAGEN - 15. Juli 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Es ist Sonnabend, 10 Uhr, als sich der 17-jährige Flugschüler Alexis Metokis auf den Weg zum Hodenhagener Flugplatz macht. Noch weiß er nicht, was der diensthabende Fluglehrer mit ihm vorhat. Am Flugplatz angekommen, sprießen schon die ersten Quellwolken am Himmel. Bestes Flugwetter für alle Segelflieger also, denn diese Wolken sind das Ergebnis warmer aufsteigender Luft, in der die motorlosen Flugzeuge ihre Höhe gewinnen können.

Alexis, der schon seit seinem 14. Lebensjahr fast wöchentlich seine Freizeit am Flugplatz verbringt, weiß ganz genau, dass der Tag viel verspricht. So kann ihn auch sein Fluglehrer Markus Langemann mit ruhigem Gewissen auf die vorletzte Hürde zur Pilotenlizenz schicken: Den 50-Kilometer-Flug, den der 17-Jährige selbst planen, vorbereiten und vor allem allein fliegen muss. Mit Winddreieck auf seiner Segelflugnavigationskarte und nach kurzem Durchsprechen des Fluges mit dem Lehrer, bekommt Alexis seinen Flugauftrag. Er packt Karte, Wasser und etwas zum Naschen in den Flieger, geht die Vorflugcheckliste durch und lässt sich dann von der Seilwinde in die Luft ziehen. Sobald sich dann das Seil vom Flugzeug löst, wird Alexis nur noch von seinem fliegerischen Können in der Luft gehalten. Ungefähr 300 Meter unter der Wolke, auf etwa 1200 Meter Höhe, leitet er das Kurvenfliegen aus, um Kurs auf seinen Wegpunkt zu nehmen.

Die Autobahnausfahrt Soltau-Süd erreicht er mit mehrmaligem Kreisen unter den Wolken. So weit weg vom Flugplatz war er bislang noch nie allein unterwegs. Hinter der Ausfahrt dreht er um und steuert auf gleiche Weise die 25 Kilometer zurück zum Flugplatz. Mit ausreichend Höhe kommt er dort an und ist erleichtert, dass er es geschafft hat. Er muss zwar noch landen, das ist aber für einen Segelflieger in seiner Ausbildungsphase und bei den Standard-Wetterbedingungen kein Problem. Sanft setzt er auf der Graspiste auf und kommt langsam zum Stehen. Nach schnellem Check des Flugschreibers kann sich sein Fluglehrer Langemann sicher sein, dass Alexis wirklich die geplante Strecke abgeflogen ist.

Jetzt kann der Papierkram erledigt und der Prüfer angefordert werden, der den letzten Schritt der Ausbildung zum Segelflugzeugpiloten abnimmt: die praktische Prüfung. Dabei wird Alexis einiges aus seiner Ausbildung zeigen müssen.

Bereits seit zwei Monaten kann der Schulungsbetrieb für den Segelflug wieder absolviert werden, natürlich weiterhin mit Einschränkungen, die das Infektionsrisiko bei diesem luftigen Hobby noch weiter senken. Dennoch ist jeder Flugschüler froh, endlich weiter machen zu dürfen. Nicht nur beim Aero Club Hodenhagen.

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