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Heidekreis: 424 Sanierungen im vergangenen Jahr / IG BAU sieht viel Nachholbedarf und großes Einsparpotenzial

Altbauten sollen klimafreundlicher werden

Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten - und drücken auf die Klimabilanz. red
Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten - und drücken auf die Klimabilanz. red
WALSRODE - 19. März 2019 - 20:00 UHR - VON REDAKTION

Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer, alte Fenster: Unsanierte Gebäude lassen die Heizkosten steigen und belasten das Klima. Altbauten drücken auf die CO2-Bilanz - auch im Heidekreis, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Nach Informationen der IG BAU stammen rund 26.800 Wohngebäude aus der Zeit vor 1979. Damit sind 64 Prozent aller Wohnhäuser im Landkreis mindestens 40 Jahre alt, so die Bau- und Umweltgewerkschaft, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft.

Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, müsse es, so die IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen, deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben. “Wichtig ist dabei, dass Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben”, sagt Bezirksvorsitzender Dieter Großmann. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur noch acht statt wie bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen. “Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel”, betont Großmann. Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre eigenen vier Wände hart gespart hätten.

“Im Moment steht der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte. Dabei machen Gebäude ein Drittel aller Treibhausemissionen aus”, so Großmann weiter. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen reichten nicht aus, wie neueste Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigten. Danach wurden im Heidekreis im vergangenen Jahr 424 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW Fördermittel in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafter Großmann “viel Luft nach oben”. Nachkriegsbauten, von denen es im Kreis besonders viele gebe, lägen beim Energieverbrauch etwa drei Mal so hoch wie Neubauten heute. Doch bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten.

Das Einsparpotential ist groß: Nach Angaben der KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480.000 Tonnen CO2 durch Gebäudesanierungen eingespart.

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