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Drei heimischen Glücksbringern auf der Spur: Nabu-Führung am Sonntag, 27. Juni, in Groß Eilstorf

Auf den Spuren der Schwalben

Nicht mehr leicht zu finden: Mehlschwalben brauchen Lehm, um ihre Nester bauen zu können.Foto: NABU/Thomas-Tennhardt
Nicht mehr leicht zu finden: Mehlschwalben brauchen Lehm, um ihre Nester bauen zu können.Foto: NABU/Thomas-Tennhardt
GROß EILSTORF - 26. Juni 2021 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Sie gelten als Botschafter des Sommers, Glücksbringer und Wetterpropheten und leben seit Jahrhunderten in unserer unmittelbaren Nachbarschaft: Rauchschwalben, die in rasanten Flugmanövern durch offene Stall- und Scheunentüren flitzen, und Mehlschwalben, die knapp über der Wasseroberfläche Insekten jagen oder zwitschernd auf Telefondrähten und Antennen sitzen. Doch seit Jahren verschwinden die eleganten Flugkünstler aufgrund von Nahrungsknappheit und Wohnungsnot mehr und mehr aus den Ortsbildern der Dörfer und Städte. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit ihren Pestizideinsätzen und das damit einhergehende Insektensterben machen ihnen ebenso zu schaffen wie Abriss und Modernisierung alter Gebäude, die Versiegelung von Freiflächen durch den Bau von Verkehrswegen und die Ausdehnung von Siedlungs- und Gewerbeflächen. Auf asphaltierten Feldwegen, zugepflasterten Dorfplätzen und geschotterten Hofeinfahrten finden die Schwalben keinen Lehm zum Bau ihrer Nester, hermetisch verschlossene Stallanlagen und Lagerräume verwehren Rauchschwalben den Zugang, an glatten Neubaufassaden finden die Nester der Mehlschwalben keinen Halt oder werden von Sauberkeitsfanatikern abgeschlagen.

Die Folgen der verschlechterten Lebensbedingungen lassen sich deutschlandweit an sinkenden Bestandszahlen ablesen. So ist der Bestand an Rauchschwalben in Niedersachsen zwischen 1985 und 2014 von rund 200.000 auf 105.000 und die Anzahl brütender Mehlschwalben von 100.000 auf 80.000 Paare zurückgegangen. Während die beiden Kulturfolger unter den heimischen Schwalbenarten inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten stehen, sind die Bestände ihrer kleinen Verwandten, der Uferschwalbe, einigermaßen stabil, auch wenn es kurzfristig aufgrund ungünstiger Witterungsbedingung, Nahrungsmangel und Störungen zu erheblichen Schwankungen kommen kann. Wie ihr Name verrät, brüten Uferschwalben nicht im Siedlungsraum, sondern in sandigen Steilufern, in die sie ihre bis zu einen Meter langen Brutröhren hineingraben. Da ihre ursprünglichen Bruthabitate - die Prallhänge von Fließgewässern - vielfach durch Begradigungs- und Befestigungsmaßnahmen zerstört wurden, sind Uferschwalben heute vor allem in Sand- und Kiesgruben, Tagebauen und an Steilküsten zu finden.

Wer die drei heimischen Glücksbringer kennenlernen und Wissenswertes über ihre Lebensweise, Gefährdung und Hilfsmaßnahmen erfahren möchte, ist eingeladen, am kommenden Sonntag, 27. Juni, an einem zweistündigen Spaziergang in und um Groß Eilstorf teilzunehmen. Die kostenlose Nabu-Exkursion unter der Leitung von Dr. Antje Oldenburg startet um 10 Uhr am Schützenhaus (B 209). Weitere Informationen gibt es unter (05164) 801113.

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