Lokales

/lokales/ausgleichspraemien-cash-for-kiebitz_10_111870288-21-.html/ / 1

“Kükenschutz bei Wiesenvögeln” im Landkreis Heidekreis

Ausgleichsprämien: “Cash for Kiebitz”

Wird immer seltener auch im Heidekreis: Der Kiebitz, hier ein Jungvogel.Foto: F. Braun
Wird immer seltener auch im Heidekreis: Der Kiebitz, hier ein Jungvogel.Foto: F. Braun
WALSRODE - 18. April 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Wenn sie noch da sind, fallen sie auf, die schwarz-weiß gezeichneten Flugkünstler, die mit ihrem auffälligen Ruf “kiwitt” die Ankunft des Frühlings in der Feldflur verkünden. Vor wenigen Jahrzehnten war der Kiebitz auch im Heidekreis noch auf Feldern und Wiesen häufig zu sehen. Am häufigsten in den feuchten Niederungen, wie dem Allertal oder auf besonders moorigen Standorten im Nordwesten des Landkreises. Mittlerweile sind diese sympathischen Feldvögel immer seltener geworden. In Deutschland ist der Brutbestand um über 90 Prozent zurückgegangen. Unter dem Titel “Praktischer Wiesenvogelschutz im Heidekreis - Cash for Kiebitz” bietet ein Projekt der Fachgruppe Natur- und Landschaftsschutz des Heidekreises daher interessierten Flächenbewirtschaftern im Landkreis die Möglichkeit, sich im Feld- und Wiesenvogelschutz zu engagieren.

Für die freiwillige Teilnahme am Projekt können Landwirte Ausgleichsprämien erhalten. Mögliche Maßnahmen sind unter anderem der direkte Schutz von Gelegen bei der Bewirtschaftung oder Verbesserungen der Aufzuchtbedingungen, wie zum Beispiel Verzicht der Drainierung von Nassstellen für den Zeitraum einer Brutsaison. Zielarten dieses Projektes sind neben dem Kiebitz auch der Große Brachvogel, der nur noch mit wenigen einzelnen Brutpaaren im nordwestlichen Heidekreis vorkommt.

Veränderte Brutbedingungen führen beim Kiebitz zu geringem Bruterfolg. Die beabsichtigte Ertragssteigerung von Wiesen führte zu frühzeitigerer sowie häufigerer Mahd, und die Weidetierhaltung wird immer seltener. Das hatte zur Folge, dass Grünland durch die dichte Grasnarbe und den schnellen Wuchs der Gräser für Kiebitze oft keinen geeigneten Brutort mehr darstellt. Da Kiebitze zur frühzeitigen Erkennung von Feinden eine freie Rundumsicht beim Brüten bevorzugen, siedeln sie sich mittlerweile besonders häufig auf unbestellten Äckern an. Die Hauptbebrütungsphase ist Anfang April und fällt häufig mit dem Zeitraum der Maisaussaat oder anderen Bewirtschaftungsmaßnahmen zusammen. So gehen viele Gelege verloren.

Für das Projekt “Praktischer Wiesenvogelschutz im Heidekreis Cash for Kiebitz” wurde eine Auswahl von Flächen mit gut 1200 Hektar festgelegt, basierend auf den Erkenntnissen noch vorhandener Bruthabitate. Dort können nun gezielte Fördermaßnahmen für die Vögel vorgenommen werden. Ein erster Informationstermin für die Flächenbewirtschafter musste im März ausfallen. Die Bemühungen zum Schutz der Bodenbrüter sollen aber weitergehen, soweit die Lage es zulässt. Dazu werden die Vögel im Bereich der Projektflächen durch einen vom Heidekreis beauftragten Ornithologen kartiert, die Landwirte werden über Brutvorkommen informiert und können eine Beratung zur Auswahl möglicher Schutzmaßnahmen erhalten.

Das Projekt gliedert sich im Rahmen der Förderrichtlinie “Spezieller Arten- und Biotopschutz” in eine Reihe ähnlicher Gelege- und Kükenschutzprojekte des Landes Niedersachsen. Diese haben in anderen Landkreisen durch die rücksichtsvolle Bewirtschaftung engagierter Landwirte schon deutliche Erfolge für die Feld- und Wiesenvögel erzielt Die finanzielle Förderung des Projektes erfolgt durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.