Lokales

/lokales/barrierefreiheit-ist-noch-nicht-ideal_10_111755713-21-.html/ / 1

SoVD Heidekreis testet: Wie behindertengerecht ist der Weltvogelpark? Parkleitung will Anregungen prüfen

Barrierefreiheit ist noch nicht ideal

Kraftakt: Die Brücke über die Landesstraße am Weltvogelpark ist laut SoVD vor allem für Rollstuhlfahrer schwierig zu bewältigen. Foto: Klaus Müller
Kraftakt: Die Brücke über die Landesstraße am Weltvogelpark ist laut SoVD vor allem für Rollstuhlfahrer schwierig zu bewältigen. Foto: Klaus Müller
WALSRODE - 10. August 2019 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

“Nehmen Sie einen Ihrer Mitarbeiter, setzen Sie ihn in einen Rollstuhl und fahren mit ihm durch den Park. Sie werden sehen, wo noch Probleme für Menschen mit Behinderung bestehen”, gibt Jürgen Hestermann, Vorsitzender des SoVD Heidekreis, der Weltvogelpark-Pressesprecherin Janina Ehrhardt einen guten Rat an diesem Morgen mitten im Park. Die Mitglieder des Sozialverbands waren im Rahmen ihrer kreisweiten Test-Aktion zu Gast in dem Walsroder Freizeitpark und wurden von Janina Ehrhardt durch die Anlage geführt.

“Wir sind Ihnen dankbar für jeden Tipp”, sagte die Pressesprecherin. Vieles falle schon daher nicht auf, weil man über die Jahre betriebsblind geworden sei. “Wir wissen, dass wir gerade an diesem Thema noch stark arbeiten müssen,” resümierte Erhardt in einer ersten Bilanz am Ende der mehrstündigen Führung. “Ich sehe jetzt vieles anders.”

Probleme beim Thema Barrierefreiheit gibt es im Weltvogelpark laut SoVD Heidekreis noch an einigen Ecken. Dazu gehörten die Behinderten-Parkplätze, die auf unebenen Grasflächen schräg angelegt seien - für manchen Rollstuhlfahrer ein “No-Go”. Dass es nach dem Abriss des ehemaligen Toilettengebäudes am Parkplatz in dem Bereich keine sanitären Anlagen mehr gebe, gehe auch nicht, so die Besucher aus dem Verband. Janina Erhardt: “Wir wissen das und versuchen, hier eine Lösung zu finden.” Am stärksten sei den SoVD-Mitgliedern die Brücke über die Landesstraße aufgefallen. “Das ist ja Schwerstarbeit, wenn ein Rollstuhlfahrer in diesem Bereich über die Straße muss”, sagte Jürgen Hestermann, der Rollstuhlfahrerin und Kreisfrauensprecherin Annette Krämer über die Brücke “stemmen” musste. Und die Fahrt danach - nach unten - sei nicht ganz ungefährlich, fügte er an. Dort seien neue Überlegungen unbedingt notwendig.

Positiv vermerkt wurde, dass es einen behindertengerechten Eingang in den Park gibt, behinderten-freundliche Preise und zehn Rollstühle, die man sich nach Anmeldung ausleihen könne. Annette Krämer riet dazu, mehr Hinweisschilder zu Behinderten-Toiletten auf Parkplänen oder auf Wegweisern anzubringen. Denn der Park habe Behinderten-Toiletten, die den heutigen Ansprüchen fast vollständig genügten.

Der SoVD bemängelte den Zustand mancher Fußwege in der kleinen, hügeligen Landschaft an der Böhme. An manchen Orten solle der Belag geändert werden, beispielsweise nahe des Biergartens, wo neben dem Kopfsteinpflaster ein kleiner Fahrweg für “Rollis” und Kinderwagen sehr hilfreich sein könnten, so die Besucher. Baumwurzeln forderten auf den Wegen immer wieder ihren Tribut, dort müsse ständig nachgearbeitet werden, damit beispielsweise Rollstühle nicht hängen blieben oder umfielen. “Wir können es nachvollziehen, dass man diese Dinge nicht von heute auf morgen umsetzen kann,” sagte Hestermann, “aber möchte im kommenden Jahr wiederkommen, um zu sehen, ob zumindest einige Ideen des Verbandes umgesetzt werden konnten.”

Anfang September plant der SoVD Heidekreis einen Besuch im Heide Park Resort, um zu erfahren, wie der Freizeitpark das Thema Barrierefreiheit angeht.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.