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Naturschutzstiftung Heidekreis startet mit zwei neuen Projekten in den Herbst

Bedrohte Biotope stärken

Oft unterschätzt: Feldhecken haben als Lebensraum eine große Bedeutung für viele Tiere. Foto: Naturschutzstiftung Heidekreis
Oft unterschätzt: Feldhecken haben als Lebensraum eine große Bedeutung für viele Tiere. Foto: Naturschutzstiftung Heidekreis
WALSRODE - 24. Oktober 2020 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Passend zum Herbstanfang wurde am 1. Oktober die Arbeit an den beiden Leader-geförderten Projekten “Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften” und “Streuobst-Kulturlandschaft-Aller-Leine-Tal” unter Trägerschaft der Naturschutzstiftung Heidekreis aufgenommen. Beide Projekte haben zur Aufgabe, die Artenvielfalt durch Pflege, Neuanlage und Instandsetzung von historischen Kulturlandschaften und bedrohten Biotopen zu stärken.

Deutschland leidet, wie viele Nachbarländer auch, unter einem teils enormen Insektenschwund - mit drastischen Auswirkungen. Gerade in Bezug auf diese Entwicklungen ist die Förderung von “alten” Streuobstwiesen, artenreichem Grünland und Feldhecken eine Möglichkeit, diesem Trend zumindest lokal entgegenzusteuern. Gleichzeitig fördern Neuanlagen zusätzlich die Wiederausbreitung vieler Pflanzenarten und leisten einen Beitrag zum Erhalt genetischer Vielfalt.

Gerade die Bedeutung von Feldhecken wird oft unterschätzt. So bietet eine vielschichtig aufgebaute Hecke Lebensraum für eine große Zahl von Tieren. Im Kontakt mit intensiver genutzten landwirtschaftlichen Flächen, vor allem Äckern, stellen solche Saumstrukturen wichtige Rückzugs- und Nahrungsbiotope für die Tierwelt dar. Linienhafte, naturnahe Heckenstrukturen erfüllen neben der Lebensraumfunktion für Vögel, Amphibien, Reptilien auch Funktionen des Biotopverbundes.

Beim Leader-Kooperationsprojekt “Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften” stehen der Naturschutzstiftung Heidekreis 132.000 Euro Eigenmittel und zusätzlich noch eine Fördersumme von 198.000 Euro von den Leader-Regionen Vogelpark-Region, der Naturparkregion Lüneburger Heide und dem Aller-Leine-Tal zur Verfügung. Die drei Leader-Regionen beteiligen sich jeweils mit 66.000 Euro ihres Kontingents an der Fördersumme.

Zusätzlich dazu startet im Aller-Leine-Tal das Projekt “Streuobst-Kulturlandschaft-Aller-Leine-Tal”, welches in den anderen Regionen bereits absolviert wurde. Dabei stellt die Naturschutzstiftung Heidekreis 10.000 Euro aus Eigenmitteln zur Verfügung, noch einmal die gleiche Summe gab es im Rahmen der Leader-Förderung durch die Aller-Leine-Tal-Region. Beide Projekte haben eine Laufzeit von zwei Jahren.

Weitere Schwerpunkte der Projekte sind Umweltbildungsmaßnahmen wie die Ergänzung von Lehrpfaden, Weiterbildungen und Umweltprogramme für Schulen oder Kindertagesstätten. Darüber hinaus geht es um die Vernetzung regionaler Akteure, Informationsvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit und die Förderung von Vermarktungsmöglichkeiten.

Ein besonderes Angebot richtet sich an Menschen, die an einer zweijährigen berufsbegleitenden Fortbildung zum Obstbaumwart teilnehmen möchten. Die Kosten dafür können über das Projekt “Biotopverbundsysteme Streuobstlandschaften” übernommen werden. Ansprechpartner ist Mirco Johannes von der Naturschutzstiftung Heidekreis. Kontakt: per E-Mail an johannes@naturschutzstiftung-heidekreis.de oder unter (05191) 970875.

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