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Niedersächsische Landesforsten ernten Baumsamen im Forstamt Rotenburg / “Wir mussten Fruchtstände regelrecht abreißen”

Bergahorn-Saatgut für die Wälder von morgen

Kisten Brammer bei der Ernte von Bergahornsaatgut.red
Kisten Brammer bei der Ernte von Bergahornsaatgut.red
BAD FALLINGBOSTEL - 19. September 2018 - 22:00 UHR - VON MANFRED EICKHOLT

In der Försterei Fallingbostel waren der Ernteunternehmer Josua Hundertmark zusammen mit seiner Kollegin Kirsten Brammer hoch oben in den Baumkronen von alten Bergahornen unterwegs, um deren Samen zu ernten. Im Korb eines Hubsteigers schwebten die beiden von Krone zu Krone, um das Saatgut zu pflücken. In diesem Jahr war das nicht so einfach, wie Josua Hundertmark betonte: “Normalerweise wird das Saatgut vom Ahorn einfach abgestreift, auf Grund der Trockenheit mussten wir dieses Mal die Fruchtstände regelrecht abreißen, das war aufwendig. Allerdings ist die Arbeit mit dem Hubsteiger im Bergahorn wesentlich einfacher und effektiver als das Klettern, was wir beim letzten Einsatz gemacht haben. Wir haben so an einem Tag 54 Kilogramm Saatgut gepflückt”.

In den Samenplantagen gab es in diesem Jahr keinen lohnenden Saatgutbehang, einzig der für die Ernte zugelassene Bergahornbestand der Försterei Fallingbostel bot die Chance, hochwertiges Saatgut zu gewinnen. Ben Buhle, Einsatzleiter der Forstsaatgutberatungsstelle (FSB) in Oerrel, erklärt: “Ich hatte einen eintägigen Einsatz geplant, um unseren Vorrat an Bergahornsamen aufzufüllen. Mein Ziel waren 100 bis 150 Kilogramm.” Allerdings seien aufgrund der Trockenheit schon vorzeitig viele Samen abgefallen und das Pflücken sei in diesem Jahr auch schwieriger gewesen. “Aber auch die relativ kleine Erntemenge ist wichtig, da Bergahorn eine hochwertige Mischbaumart ist, die zum wirtschaftlichen und ökologischen Wert unserer Wälder einen wichtigen Beitrag leistet”.

Das Rohsaatgut wird in der FSB weiter aufbereitet. Durch die extreme Trockenheit wird das auch aufwendiger als in normalen Jahren sein. Anschließend wird die Keimfähigkeit geprüft und das aufbereitete Vermehrungsgut den Baumschulen zum Kauf angeboten.

Der Aufwand lohnt sich: Aus 54 Kilogramm Bergahorn-Saatgut können etwa 270.000 junge Bäume angezogen werden. Die Saatguternte ist zurzeit besonders wichtig, denn vor allem nach dem Januar-Sturm Friederike, der in den Wäldern der Landesforsten zahlreiche Schäden hinterließ, werden in den kommenden Jahren viele junge Bäume für Neuanpflanzungen benötigt. Saatgut darf nur von Bäumen geerntet werden, die dafür zugelassen wurden. Die Bäume müssen qualitativ gut und gesund sein, damit die aus den Samen herangezogenen Nachkommen gute Eigenschaften erwarten lassen. “Schließlich treffen wir mit der Pflanzung junger Bäume Entscheidungen für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte”, betont Ben Buhle.

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