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Landkreis Verden startet neues Wildblumen-Förderprogramm mit Ausgabe von Saatmischungen

Blüten gegen das Insektensterben

Die Saatmischung wird kostenfrei von der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt und kann auf Antrag ab Anfang April abgeholt werden. Foto: Landkreis Verden
Die Saatmischung wird kostenfrei von der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt und kann auf Antrag ab Anfang April abgeholt werden. Foto: Landkreis Verden
VERDEN - 27. März 2019 - 08:00 UHR - VON REDAKTION

Mehr blühende Wildblumen in Stadt und Land und ein größeres Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten - das ist das Ziel des neuen Wildblumen-Förderprogramms, das der Landkreis Verden - vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreistag am 29. März - jetzt starten will.

“Seit einigen Jahrzehnten gehen immer mehr Insektenarten in ihrem Bestand zurück. Viele Arten verschwinden. Rund 65 Prozent aller Tagfalter stehen auf der Roten Liste, bei den Wildbienen ist der Rückgang ähnlich hoch”, weiß Diplom-Biologin Antje Mahnke-Ritoff von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Doch nicht nur die Artenvielfalt nehme erheblich ab, auch die Gesamtbiomasse schwinde deutlich. Innerhalb von 25 Jahren, so Mahnke-Ritoff, sei die Gesamtmenge der Insekten um 80 Prozent zurückgegangen. Für diesen dramatischen Schwund gebe es mehrere Ursachen - angefangen bei der zunehmenden Versiegelung der Landschaft und der Gärten über das Verwenden gebietsfremder Pflanzen bis hin zu monotonen Wegeseitenrändern und einer intensiven Landwirtschaft, so die Kreisverwaltung.

Mit dem Förderprogramm “Wildblumen” will der Landkreis Verden - auf Initiative von Kreistagsfraktionen - jetzt dieser negativen Entwicklung entgegentreten. Ziel des Programms ist es, die Nahrungssituation für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten durch artenreiche mehrjährige Wildblumensaat-Mischungen aus der Region zu verbessern und die Landschaft wieder durch blühende Pflanzen zu beleben.

Das Wildblumenprogramm richtet sich an jeden und soll gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen, den Naturschutzverbänden und anderen Akteuren umgesetzt werden. Als Ergänzungen sind beispielsweise Umweltinformationsmaßnahmen oder Kooperationen mit Kindergärten und Schulen möglich.

Das Saatgut wird Privatpersonen, Kommunen, Vereinen und anderen auf Antrag kostenfrei von der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt. Die Mischung enthält Arten, die früher weit verbreitet waren, wie beispielsweise Kornblume, Spitzwegerich und Klatschmohn, aber auch Arten wie Wiesen-Flockenblume, Moschus-Malve oder Schwarze Königskerze.

Die Saatmischung kann auf Antrag ab zirka Anfang April bei der Naturschutzbehörde abgeholt werden. Interessierte werden gebeten, sich vorab mit der Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen. Ansprechpartner sind Klaus Dittmer, Telefon (04231) 15751, und Antje Mahnke-Ritoff, Telefon (04231) 15757, oder per E-Mail an naturschutz@landkreis-verden.de. Weitere Informationen zu den Fördervoraussetzungen, zu Flächengrößen und zur Saatgutzusammensetzung gibt es auf Anfrage sowie online unter www.landkreis-verden.de.

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