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Nutzungskonzept überzeugt: Serengeti-Park Hodenhagen übernimmt Airbus von der Bundeswehr

“Bordrestaurant” mit Blick auf Giraffe und Co.

Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
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Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
HODENHAGEN - 07. September 2021 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Nach 30 Jahren im Dienst der deutschen Luftwaffe, ging der Airbus A310 mit der taktischen Kennung “10+23” (der bis Ende 2020 noch den Taufnamen “Kurt Schumacher” trug) am 3. September auf seinen letzten Flug - die Überführung von Köln nach Hannover. Bei seiner nun letzten Landung zur Außerdienststellung wurde der Airbus von der Flughafenfeuerwehr Hannover feierlich mit einem Wasserspalier empfangen. Jetzt geht er in den Besitz des Serengeti-Parks über, der mit seinem Nachnutzungskonzept überzeugt hat: Der Flieger wird zwar seine äußere Form behalten, aber im Inneren zu einem Restaurant umgebaut. Zusätzlich gibt’s eine neue Lackierung und einen Altersruhesitz am Rande der Masai-Mara-Freianlage. Gäste können während des Essens den Blick auf Giraffen, Antilopen und vieles mehr werfen. Geplant ist die Eröffnung des Restaurants für Sommer 2022.

Die nächste große Herausforderung in diesem Projekt ist es, den 79 Tonnen schweren Airbus auf dem Landweg von Hannover nach Hodenhagen zu transportieren. Die letzten 50 Kilometer der Reise werden die wohl aufwendigsten und zeitgleich langsamsten, die der Flieger je gemacht hat. Mit nur fünf Stundenkilometern wird sich der mehrteilige Spezialtransport den Weg durch die Dörfer bahnen. Lediglich Heckleitwerk, Fahrwerk und Hauptflügel werden demontiert. Der Rumpf wird für den Transport in einem Stück bleiben - mit einer Länge von knapp 47 Metern und einem Durchmesser von 5,64 Metern.

Die Geschichte des A310 begann 1988 in Toulouse, als sich der damalige bayerische Ministerpräsident und Airbus-Aufsichtsratschef Franz Josef Strauß in der Firmenzentrale des europäischen Flugzeugbauers mit dem Generaldirektor der staatlichen DDR-Fluggesellschaft Interflug Klaus Henkes traf, um einen Ost-West-Handel abzuschließen. Die DDR erhielt als erster Ostblock-Staat drei Airbus A310. Nach dem Ende der DDR wurde die defizitäre Interflug liquidiert und stellte im April 1991 den Flugbetrieb ein. Die Airbus-Flugzeuge A310 wurden an den Leasinggeber zurückgegeben und von diesem an die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung verkauft.

Im Dienst der Bundeswehr war der Flieger als Truppentransporter an den Brennpunkten der Welt im Einsatz. Er brachte Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan, Helfer mit medizinischem Gerät und Hilfsgütern in Krisenregionen oder holte Bürgerkriegsopfer aus Jordanien nach Deutschland. Zum Beginn der Corona-Pandemie brachte er 10.000 Schutzanzüge nach Wuhan, und am 20. August hat mit dem Flieger der erste Evakuierungsflug von Schutzpersonen aus Afghanistan nach Deutschland stattgefunden. 158 Ortskräfte und Angehörige landeten sicher in Hannover.

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