Lokales

/lokales/clankriminalitaet-durchsuchungen-auch-in-bad-fallingbostel_10_111979058-21.html/ / 1

Sonderkommission der Polizei aus Oldenburg vollstreckt Beschlüsse der Staatsanwaltschaft Verden

Clankriminalität: Durchsuchungen auch in Bad Fallingbostel

Beschlagnahmt: Das Amtsgericht Verden hatte im Vorfeld Vermögenswerte sichergestellt - dazu gehörte auch dieses hochwertige Fahrzeug. Foto: Polizeidirektion Oldenburg
Beschlagnahmt: Das Amtsgericht Verden hatte im Vorfeld Vermögenswerte sichergestellt - dazu gehörte auch dieses hochwertige Fahrzeug. Foto: Polizeidirektion Oldenburg
BAD FALLINGBOSTEL - 19. Januar 2021 - 14:16 UHR - VON JENS REINBOLD

Drogen, Hehlerei, Sozialleistungsbetrug: Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt in zahlreiche Richtungen gegen Teile einer türkisch-libanesischen Großfamilie aus dem Bereich Achim und Bremen - und auch ein Objekt im Heidekreis nahmen Ermittler dabei ins Visier.

Bereits am 14. Januar haben Ermittler der bei der Polizeidirektion Oldenburg eingerichteten “Sonderkommission Clan” insgesamt 18 durch das Amtsgericht Verden erlassene Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt - ein Objekt davon befindet sich in Bad Fallingbostel. Sämtliche betroffene Wohnungen und Geschäftsräume befinden sich in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Ermittlungen gegen Teile einer türkisch-libanesischen Großfamilie

Vorangegangen waren umfangreiche Ermittlungen der “Sonderkommission Clan” in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Verden, die sich gegen Teile einer türkisch-libanesischen Großfamilie aus dem Bereich Achim und Bremen richten, sodass insbesondere in dieser Region der Schwerpunkt der Durchsuchungen lag.

19 Personen im Visier

Insgesamt stehen 19 Personen im Alter von 22 bis 48 Jahren im Verdacht, ein Netzwerk für den Betäubungsmittelhandel mit Kokain und Marihuana im Kilogrammbereich aufgebaut zu haben. Die gewonnenen Einnahmen wurden teilweise durch Investitionen (beispielsweise Fahrzeugkauf) verschleiert, sodass der Verdacht der Geldwäsche begründet wird. Die beteiligten Personen sollen durch die illegalen Einnahmen zum Teil ihren Lebensunterhalt finanziert haben. Aus diesem Grund hat die Polizei gegen die Sozialleistungsempfänger zusätzlich Strafverfahren wegen Sozialleistungsbetruges eingeleitet. Die Ermittlungen weisen zudem auf den Verkauf von Diebesgut aus Einbrüchen und unterschlagener Waren hin. Diese Geschäfte wurden unter anderem über Internetplattformen abgewickelt.

300 Polizeikräfte im Einsatz

In Niedersachsen unterstützten Kräfte der Zentralen Polizeidirektion, Kräfte des Mobilen Einsatzkommandos sowie Diensthundeführer der Polizeidirektion Oldenburg die Ermittler der “SoKo Clan” bei den Durchsuchungsmaßnahmen. Insgesamt waren rund 300 Polizeikräfte in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen im Einsatz.

Mutmaßliche Hehlerware gefunden

Das Amtsgericht Verden hatte im Vorfeld gegen drei Beschuldigte Vermögensarreste erlassen, um rechtswidrig erlangte Vermögenswerte sicherzustellen. So wurden unter anderem zwei hochwertige Fahrzeuge, Goldschmuck und Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich beschlagnahmt. Bei den diversen Durchsuchungen in unterschiedlichen Wohnungen stellten die Einsatzkräfte außerdem Betäubungsmittel im unteren Kilobereich (unter anderem Marihuana, Kokain, Amphetamine), eine scharfe Schusswaffe mit Munition, eine Schreckschusswaffe sowie zwei Glücksspielautomaten sicher. In einem Kellerraum wurde außerdem in größerem Umfang mutmaßliche Hehlerware aufgefunden. Darunter originalverpackte und neuwertige Spielkonsolen, Parfüm sowie Spielwaren, die den Verdacht der Hehlerei erhärten und als Beweismittel sichergestellt wurden.

Die Maßnahmen wurden mitunter durch das Verhalten einzelner Clanangehöriger gestört, was durch polizeiliche Maßnahmen - wie dem Aussprechen von Platzverweisen sowie einer Ingewahrsamnahme - unterbunden werden musste.

Die Auswertung der Durchsuchungsergebnisse und die Fortführung der Ermittlungen werden in den nächsten Wochen erfolgen, heißt es vonseiten der Polizei.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.