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Mittlerweile ist in der Corona-Krise wieder mehr erlaubt als verboten: Was ist im Heidekreis noch zu beachten?

Corona-Verordnung: Was ist erlaubt, was nicht?

Anderthalb Meter Abstand: Eine Maskenpflicht gilt beim Bummeln durch die Straßen im Heidekreis nicht, dafür aber weiterhin in den Geschäften.Foto: Scheele
Anderthalb Meter Abstand: Eine Maskenpflicht gilt beim Bummeln durch die Straßen im Heidekreis nicht, dafür aber weiterhin in den Geschäften.Foto: Scheele
WALSRODE - 12. Juni 2020 - 15:39 UHR - VON JOHANNA SCHEELE

Der Alltag nimmt immer mehr Fahrt auf. Endlich mal wieder picknicken, grillen und sich mit Freunden treffen? So einfach ist das momentan noch nicht. Die WZ gibt einen Überblick über die geltenden Regelungen.

Der Heidekreis meldete am Montag, 8. Juni, einen “coronafreien” Landkreis. Eine Entwarnung gebe es aber noch nicht, dennoch nimmt der Alltag immer mehr Fahrt auf. Das Land Niedersachsen befindet sich in Phase 4 der geplanten Lockerungen. Die letzte Phase tritt voraussichtlich am 22. Juni in Kraft. Vieles ist nun wieder möglich und erlaubt, doch was bleibt untersagt? Die WZ gibt einen Überblick.

Wie wird ein Hausstand definiert

Es gilt weiter die Zwei-Haushalte-Regel in der Öffentlichkeit: So dürfen sich nur Personen aus zwei verschiedenen Hausständen zugleich ohne die Berücksichtigung der Abstandsregeln treffen. Ein Hausstand bezeichnet Personen, die gemeinsam in einer Wohnung leben. Das bedeutet auch, dass wenn die Tochter oder der Sohn nicht mehr bei den Eltern lebt, diese aber für einige Zeit besucht, Eltern und Kind nicht als ein Hausstand verstanden werden.

Kontakte auf ein Mindestmaß reduzieren

Ansonsten gelten weiter der Mindestabstand von anderthalb Metern und die bekannten Hygieneregeln. In anderen Bundesländern sind Treffen von bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit möglich. Jede Person in Niedersachsen ist dazu angehalten, physische Kontakte weiterhin auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das Land beschreibt das als ein Abwiegen vom “Bedürfnis nach sozialen Kontakten und gleichzeitiger Infektionsvermeidung”. Der Mund-Nasen-Schutz bleibt im Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht.

Verstöße können teuer werden

Eine der häufigsten Fragen, die beim Bürgertelefon des Landkreises gestellt wurden, war, wie viele Personen zu sich nach Hause eingeladen werden dürfen. Auf der Landesseite steht dazu: “Die im öffentlichen Raum geltende Zwei-Haushalte-Regel kann gut auch auf den Privatbereich übertragen werden.” Treffen sollten möglichst ins Freie verlegt werden. Personen aus mehreren Hausständen, die sich im privaten Garten treffen und nicht die Abstandsregeln einhalten, können durchaus belangt werden. Alleine die Nichteinhaltung der Abstandsregeln “kostet” in Niedersachsen 150 Euro für jede beteiligte Person. “Verhaltenweisen, die das Abstandsgebot gefährden, sind untersagt”, teilt der Heidekreis auf Nachfrage mit. “Das gilt insbesondere für Gruppenbildung, Picknick oder Grillen im Freien.” Im Bußgeldkatalog sind bei “Missachtung des Gebots der Reduzierung physischer Kontakte” eine Strafe von 50 bis 400 Euro vorgesehen.

Notbremse in Sachen Lockerungen

Zu Schließungen und Restriktionen kommt es im Heidekreis, wenn im Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gemeldet werden. Von den im Heidekreis lebenden 140.000 Einwohnern waren von Mitte März bis dato insgesamt 73 Personen infiziert.

Die geltende Verordnung beschreibt keine genaue Regelung für das private Fahrzeug. Eine Beschränkung auf maximal zwei Personen pro Auto gibt es nicht, das Land empfiehlt bei Übersteigen der Zwei-Haushalte-Regel, im Wagen den größtmöglichen Abstand einzuhalten. Auch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für die Mitfahrer ist möglich.

Die letzten Klassen kehren zurück

In Schulen wird weiter an der gestaffelten Rückkehr zum Präsenzunterricht gearbeitet, ansonsten gilt Homelearning. Ab Montag, 15. Juni, kehren in letzter Instanz auch die ersten, fünften und sechsten Klassen an die Schulen zurück. Abibälle und Schulfahrten bleiben bis auf Weiteres verboten.

In Kindergärten und Kindertagesstätten wird die Notbetreuung weiter ausgeweitet - bis am 22. Juni der reguläre Betrieb starten soll. Werkstätten für behinderte Menschen dürfen in Niedersachsen noch nicht wieder vollständig öffnen.

Wer aus Schweden kommt, muss in Quarantäne

Wer in den kommenden Wochen eine Reise plant, sollte sich vorher genau informieren. Die generelle Reisewarnung für die Mitgliedsstaaten der EU, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein wird zwar am Montag, 15. Juni, aufgehoben. Trotzdem gibt es individuelle Reisehinweise, und in einigen Ländern, wie beispielsweise Norwegen, gelten weiterhin Einreisesperren. Die Reisewarnung in das EU-Ausland wurde bis Ende August verlängert.

Seit vergangenem Wochenende gilt für Reiserückkehrer aus Schweden nach Niedersachsen eine zweiwöchige Quarantäne-Pflicht. Dort hatten sich zuletzt zu viele Personen innerhalb von sieben Tagen infiziert.

Jede zweite Bank bleibt im Reisebus leer

Tagestouristen wird der Zutritt auf einigen Ostfriesischen Inseln weiter verwehrt. Touristische Bus- und Schifffahrten sind nun unter Auflagen erlaubt - Mund-Nasen-Schutz und der Mindestabstand zwischen verschiedenen Hausständen sind Pflicht. Auch Stadt-Führungen, der Betrieb von Fahrrad- und Bootsverleihen, Seilbahnen und Kutschfahrten sind möglich. In Hotels ist eine 80-prozentige Auslastung erlaubt.

Clubs, Discos, Shisha-Bars und andere vergleichbare Einrichtungen bleiben weiter geschlossen. Auch große Familienfeiern in gastronomischen Betrieben bleiben untersagt.

Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen können weiterhin nicht stattfinden. Das Verbot von Großveranstaltungen reicht derzeit bis Ende August. Auch im Heidekreis mussten so Feierlichkeiten wie das Kreisschützen-, Brink- und Strandfest abgesagt werden. Bis zum 31. August bleiben auch Gruppenreisen für Kinder und Jugendliche verboten. Kulturveranstaltungen sind nur im Freien mit weniger als 250 Teilnehmern und ebenfalls unter Auflagen erlaubt. Auch Opern- und Konzerthäusern, Kinos und Saunen bleibt das Öffnen untersagt, Messen dürfen noch nicht wieder stattfinden. Prostitution bleibt verboten.

50 Gäste sind das Maximum

Bei Beerdigungen, Trauungen, Taufen und anderen Kasualien sind nun maximal 50 Gäste gestattet, beschränkt wird die Zahl außerdem durch die zur Verfügung stehenden Plätze. In Gottesdiensten gelten weiter Abstandsregeln, Gesangbücher dürfen beispielsweise noch nicht wieder ausgelegt werden. Auch das Singen bleibt trotz Mund-Nasen-Schutz untersagt. Erlaubt sind wieder, analog zum Schulunterricht, die Vorbereitungen auf die Konfirmation oder Kommunion.

Hauptversammlungen können stattfinden

ÖffentlicheVersammlungen und auch Treffen in Vereinsheimen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen bleiben untersagt. Sitzungen und Zusammenkünfte von gewählten Gremien von öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Vereinen, Initiativen und kommunalen, politischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen sind wieder erlaubt. Dazu gehören beispielsweise auch Jahreshauptversammlungen.

Auch in den Heimen für ältere und pflegebedürftige Menschen sowie für Menschen mit Behinderungen gibt es Veränderungen. Mit ausgefeiltem Hygienekonzept wird es Bewohnerinnen und Bewohnern wieder ermöglicht, die Einrichtung kurzzeitig zu verlassen. Außerdem dürfen Bewohner pro Tag von einer Person besucht werden. Neuaufnahmen können im Heim nur unter strengen Regularien stattfinden.

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