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“Gesundheitsforum:Heidjer” klärt auf am 20. März ab 19 Uhr im großen Saal des Rathauses in Bad Fallingbostel

Darmkrebs - die stille Krankheit

Dr. Carsten Nix (links) und Dr. Frank Schmitz.red (4)
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Dr. Carsten Nix (links) und Dr. Frank Schmitz.red (4)
BAD FALLINGBOSTEL - 15. März 2019 - 14:28 UHR - VON REDAKTION

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 61.000 Menschen an Darmkrebs, es ist die zweithäufigste Krebsart überhaupt. Über 25.000 Menschen sterben jährlich daran, obwohl Darmkrebs zu den am besten erforschten Krebsarten zählt. Deshalb klären der Onkologische Arbeitskreis und das Heidekreis-Klinikum die Bevölkerung gemeinsam über diese Krankheit auf - beim “Gesundheitsforum:Heidjer - Darmkrebs: verhindern - erkennen - behandeln” am 20. März ab 19 Uhr im Ratssaal des Bad Fallingbosteler Rathauses.

Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu. Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein, wenn sie familiär vorbelastet sind. Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge sind alle Menschen ab 55 aufgerufen, an der Darmkrebsfrüherkennung teilzunehmen. Professor Dr. Frank Schmitz, Chefarzt der Gastroenterologie des Heidekreis-Klinikums: “Darmkrebs ist eine sogenannte stille Krankheit. Es gibt keine Warnzeichen, an denen sie frühzeitig zu erkennen ist. Darmkrebs entsteht aus Vorstufen, die lange Zeit nicht bösartig sind und Polypen genannt werden. Beschwerden wie zum Beispiel Leibschmerzen oder Stuhlunregelmäßigkeiten treten oft erst auf, wenn sich der Krebs bereits ausgebreitet hat.”

Deshalb sei es so wichtig, sagt der niedergelassene Gastroenterologe Ulrich Niemann aus Walsrode mit Nachdruck, “dass jeder zur Früherkennung geht. Denn durch die Vorsorgeuntersuchungen können Polypen, die Vorstufen, bereits entdeckt und entfernt werden.” Ab einem Alter von 50 Jahren, wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt, zahlen Krankenkassen einen Stuhltest, mit dem sich versteckte Spuren von Blut im Stuhl erkennen lassen: Sie können ein Anzeichen für Polypen oder ein Karzinom sein. Ab dem Alter von 55 Jahren zahlen Krankenkassen eine Darmspiegelung (Koloskopie). Durch eine Koloskopie können Ärzte zu 98 Prozent Tumore im Ansatz erkennen und auch Polypen gleich entfernen.

Die Therapie eines Darmkrebses wird individuell auf jeden Patienten zugeschnitten. Dr. Carsten Nix, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie erklärt: “Die Therapie hängt immer von der Größe und Lage des Tumors ab. Können im Ausnahmefall Polypen einmal nicht endoskopisch mit der Schlinge abgetragen werden, wird das während der Endoskopie markierte Darmstück zusammen mit den innen hängenden Polypen operativ, meist in Schlüsselloch-Technik, entfernt. Der Heilungsprozess verläuft durch einen minimal-invasiven Eingriff meist rasch, und es ist je nach Behandlung oft nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig.”

Onkologe Dr. med. Sirus Adari, Vorsitzender des Onkologischen Arbeitskreises aus Walsrode, fügt ergänzend hinzu: “Eine Chemo- oder Strahlentherapie dient bei vielen Darmkrebspatienten als ergänzende Behandlung zur Operation. Sie kann vor dem Eingriff, um den Tumor möglichst zu verkleinern - in der Fachsprache heißt das “neoadjuvant” - oder nach der Operation, um das Rückfallrisiko zu senken, eingesetzt werden.”

Wichtig dabei ist, dass auch die außerordentlich hohe seelische Belastung, die eine Krebserkrankung für die Betroffenen, aber auch für deren Angehörige immer mit sich bringt, berücksichtigt wird. Dr. Albrecht Werner, Allgemeinmediziner und Psychoonkologe aus Soltau: “Viele Betroffene sind mit der Diagnose erst einmal überfordert. Ich rede mit meinen Patienten darüber, wie es ihnen damit geht, welche Veränderungen die Krankheit mit sich bringt - und was diese Krankheit auch für die Familie, den Partner, die Arbeit bedeutet.”

Es gibt so viele Vorurteile über Darmkrebs: Er lasse sich nicht verhindern, nicht heilen und ginge immer tödlich aus. Dabei liegen die Chancen zu genesen bei über 90 Prozent - wenn die Krankheit früh genug erkannt wird. Tatsache ist dennoch, dass Darmkrebs zu den häufigsten und heimtückischsten Krebserkrankungen gehört, weil er erst im Spätstadium Beschwerden verursacht. Umso wichtiger ist die Vorsorge.

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