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Experte des Schwarmstedter Klärwerks beantwortet häufig gestellte Fragen

Das darf nicht in die Toilette

Bitte nicht: Feuchte Tücher oder feuchte Toilettenpapiere haben im WC nichts zu suchen und können zu Schäden führen.Foto: Samtgemeinde Schwarmstedt
Bitte nicht: Feuchte Tücher oder feuchte Toilettenpapiere haben im WC nichts zu suchen und können zu Schäden führen.Foto: Samtgemeinde Schwarmstedt
SCHWARMSTEDT - 21. November 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Auch in der Samtgemeinde Schwarmstedt erreichen das Klärwerk immer wieder Fragen, welche Stoffe über die Toilette entsorgt werden können. Feuchttücher, Küchenpapier oder Taschentücher dürfen nicht als Klopapier-Ersatz über die Toilette entsorgt werden. Sie könnten andernfalls Probleme bei der Abwasserreinigung verursachen, berichtet Michael Albrecht vom Klärwerk der Samtgemeinde Schwarmstedt. Zum Glück sei dies in Schwarmstedt bisher nur selten vorgekommen.

Herkömmliches Toilettenpapier ist darauf ausgelegt, im Wasser schnell zu zerfasern. Küchenrollen und Taschentücher sind im nassen Zustand deutlich fester und überstehen teilweise sogar einen Waschgang in der Waschmaschine. Beim Abwassertransport beziehungsweise der Abwasserbehandlung können sie dadurch zu Verstopfungen in den Leitungen führen. Wenn sie den Weg bis zur Kläranlage geschafft haben, müssen sie dort mit Rechen oder Sieben aufwendig aus dem Abwasser entfernt, gesammelt und in der Regel anschließend verbrannt werden. Die Kosten tragen die Gebührenzahler in der Samtgemeinde - über den Abwasserpreis. Auch andere feste Abfälle wie Hygieneartikel, Wattestäbchen, Zigarettenkippen oder Verbände müssen in der Kläranlage zeit- und kostenaufwendig aussortiert werden.

Papiertaschentücher, Küchenrollen und Vliestücher sind deshalb kein geeigneter Ersatz für Toilettenpapier. Es ist nach dem Wasserhaushaltsgesetz sogar grundsätzlich verboten, Abfälle über das Abwasser, also zum Beispiel über die Toilette oder den Ausguss, zu entsorgen. Auch Küchenabfälle oder Essenreste haben daher im Abwasser nichts zu suchen - sie locken zudem Ratten an. Öle und Fette, zum Beispiel vom letzten Fondue-Essen, sollten ebenfalls nicht über die Toilette entsorgt werden, denn sie verschmutzen die Abwasseranlagen, und die Reinigung ist besonders mühselig, aufwendig und damit teuer. Küchenabfälle und Essenreste gehören vielmehr in den Bio- oder Hausmüll.

Medikamente können auch in so modernen Kläranlagen wie in Schwarmstedt derzeit nur zum Teil oder gar nicht entfernt werden. Was viele nicht wissen: Unsachgemäß über den Ausguss oder die Toilette entsorgte Medikamente gelangen also zusätzlich in das Abwasser und können so zur Belastung für die Umwelt werden. Das in der Kläranlage gereinigte Wasser kann noch Medikamentenreste enthalten, die mit dem Kläranlagenablauf in die Gewässer gelangen. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, unverbrauchte Arzneimittel über Apotheken und Schadstoffsammelstellen zu entsorgen, um sicherzustellen, dass die Medikamente verbrannt und somit vollständig zerstört werden. Außerdem wird so verhindert, dass Kinder an die Medikamente gelangen und diese versehentlich verschlucken.

Farb- und Lackreste sowie Lösungsmittel sollten ebenso wenig im WC entsorgt werden. Sie können die Bausubstanz und Technik öffentlicher Abwasseranlagen angreifen. Da sie häufig Substanzen enthalten, die für die Mikroorganismen in den Becken giftig sind, gefährden sie außerdem den biologischen Abbau in den Belebtschlammbecken. Ohne diese Mikroorganismen können biologisch zersetzbare Substanzen nicht mehr aus dem Abwasser entfernt werden, sodass diese Verschmutzungen letztlich wieder ins Trinkwasser gelangen könnten. Hinweise zur korrekten Entsorgung von eingetrockneten Farben und Lacken und leeren Gebinden finden sich jeweils auf den Verpackungen. Flüssige Farb- und Lackreste und Lösungsmittel müssen über Schadstoffsammelstellen entsorgt werden.

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