Lokales

/lokales/das-juengste-opernensemble-der-welt_10_111779896-21-.html/ / 1

Kinder der Montessori-Schule beschenke ihre Geburtstagsgäste mit einer großartigen Aufführung

Das jüngste Opernensemble der Welt

Geburtstagsfeier: Die Montessori-Schüler beschenken ihre Gäste mit einer richtigen Oper (oben) - und konnten sich beim Schulfest dann so richtig austoben (links).Fotos: Heide Tegtmeier/Jennifer Diemer
  • Bild 21
Geburtstagsfeier: Die Montessori-Schüler beschenken ihre Gäste mit einer richtigen Oper (oben) - und konnten sich beim Schulfest dann so richtig austoben (links).Fotos: Heide Tegtmeier/Jennifer Diemer
WALSRODE - 30. September 2019 - 16:00 UHR - VON REDAKTION

Was ist das Besondere an den Kindern der Walsroder Montessori-Schule? Sie sind jeden Moment für Überraschungen gut. Wer als Gast in den Flur und Aufenthaltsbereich der vielleicht kleinsten Schule im Heidekreis kommt und dort zur Mittagszeit von einer quicklebendigen Schülerschar begrüßt wird, ist zunächst mal erstaunt, wie respektvoll Grundschüler aus vier Altersklassen miteinander umgehen, wie ein Wort aus dem kleinsten Lehrerkollegium der Region (vier) reicht, um Ruhe einkehren zu lassen. Und was machen die 36 Jungen und Mädchen zum 10. Geburtstag ihrer Schule? Sie schenken ihren Gästen in der Stadtkirche eine über einstündige Aufführung von Mozarts “Zauberflöte”. Wie hatte es Schulleiterin Silke Methe lächelnd in ihrer Begrüßung formuliert: “Unsere Schüler sind noch besonderer als alle anderen.”

Ralf Schmidt als Vorsitzender des Trägervereins und Axel Schober als Elternsprecher hoben in der kleinen Feierstunde die Sonderstellung hervor, die die Montessori-Schule seit zehn Jahren im Heidekreis einnimmt. Sie sei eine Bereicherung der Schullandschaft im Landkreis und eine wertvolle Bastion für das Schulwesen im ländlichen Raum. Axel Schober verwies darauf, dass vorwiegend Mütter vor zehn Jahren zur Gründung des privaten Schulangebotes beigetragen hätten. Sie hätten die Schule als notwendige Fortsetzung der Arbeit im Montessori-Kindergarten gesehen und unter Überwindung aller bürokratischen Hürden umgesetzt.

Als “moderne Schule mit Tradition und individuellem Charakter” bezeichnete Schulleiterin Silke Methe die Montessori-Schule in Walsrode. Eine vertraute Lernstube biete sich hier den Kindern. Sie und ihre Kollegen würden fernab von ideologischen Einflüssen täglich mit pädagogischer Vernunft arbeiten. “Und dabei lernen wir auch einiges von unseren Schülerinnen und Schülern.”

Methe rief dazu auf, die bei den Kindern angeborene Freude am gemeinsam Handeln und Entdecken aufrecht zu erhalten. “Wir brauchen mit Blick nach vorne eine Generation mit einem starken Rückgrat, die uns nicht nur freitags ermahnt.”

Landrat Manfred Ostermann verwies auf einen besonderen Vorteil, den die Montessori-Schule im Vergleich zu den Regelschulen habe. “Wir erleben in den staatlichen Schulen nach jeder Wahl und politischen Wechseln inhaltliche Veränderungen, die für Unruhe sorgen. Sie bieten durch ihre Inhalte und Arbeit Verlässlichkeit”, so der Landrat.

Silke Methe hatte darauf hingewiesen, dass die Naturwissenschaften in der Montessori-Schule im Vordergrund stehen. “Begreifen durch Behandeln” sei das Motto. Am vergangenen Freitag musste sie eventuell an ihrer eigenen Einschätzung Zweifel bekommen haben. Was die Kinder der Klassen 1 bis 4 mit den Mitgliedern der “Jungen Oper” aus Dettmold auf die Bühne der Stadtkirche zauberten, stellte jeden sachbezogenen naturwissenschaftlichen Gedanken in den Hintergrund: 36 kleine Künstler verzauberten ihr Publikum fast eineinhalb Stunden mit Mozarts Zauberflöte. Die Arien übernahmen (dieses Mal noch) die Profis der Jungen Oper. Das “jüngste Opernensemble der Welt”, wie Stefan Lindemann die jungen Akteure bezeichnete, ließen am Ende ein begeistertes, reich beschenktes Publikum in der Stadtkirche zurück.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.