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Verein Klimaschutz Heidekreis diskutiert regionale Möglichkeiten / Informationsveranstaltungen wichtig

Das Klima wandelt sich - was tun?

Extremwetter und steigende Meeresspiegel: Der Klimawandel bedroht Menschen und Ökosysteme weltweit.Foto: pixabay
Extremwetter und steigende Meeresspiegel: Der Klimawandel bedroht Menschen und Ökosysteme weltweit.Foto: pixabay
DORFMARK - 25. November 2020 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Das Klima wandelt sich- was sollen wir tun?”: So lautete der Vortrag von Theresa Weinsziehr (Leiterin der Energieagentur Heidekreis) bei der Mitgliederversammlung des Vereins Klimaschutz Heidekreis noch kurz vor dem November-Lockdown. In ihrem Vortrag präsentierte Weinsziehr zahlreiche Forschungsergebnisse anhand von Schaubildern und Diagrammen.

Die Fakten: Die globale Erwärmung ist eine der größten Bedrohungen für die Menschheit und das Leben auf der Erde. Bei einem “Weiter so wie bisher” wird die weltweite Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 um 4,8 Grad und im Jahr 2200 7,8 Grad höher sein als im vorindustriellen Zeitalter. Das hätte massive Auswirkungen zur Folge: Das Abschmelzen der Pole würde den Meeresspiegel um mehr als drei Meter ansteigen lassen. Viele küstennahe Gebiete wären unter Wasser, weite Teile Niedersachsens und Bremens wären von der Landkarte verschwunden. Exponentielle Wachstumsverläufe bei der Weltbevölkerung, im Süßwasser- und Düngerverbrauch, im Verlust an Tropenwaldflächen und im CO2-Gehalt der Luft beschleunigen den Klimawandel und den globalen Temperaturanstieg. In Folge werden Ökosysteme massiv geschädigt. Böden verdörren, Grundwasserspiegel sinken, und Talsperren führen immer weniger Wasser. Der Klimawandel bedroht damit das Wichtigste für die Menschen: die Ernährung, die Gesundheit, den Frieden und die Lebensqualität der Kinder.

Europa braucht einen neuen Aufbruch

Kanzlerin Merkel mahnte bereits im Bundestag, die Situation stelle auch Deutschland vor große Herausforderungen. Europa brauche einen neuen Aufbruch, es erfordere ein viel stärkeres Umdenken in allen Bereichen der Gesellschaft. Wie notwendig dieses Umdenken ist, zeigen auch die Kurvendiagramme von Wirtschaftswachstum (Bruttoinlandsprodukt) und CO2-Ausstoß. Sie laufen parallel, das heißt, mit steigendem Wirtschaftswachstum steigt auch immer der CO2-Ausstoß. Es ist an der Zeit zu begreifen, dass auf einem endlichen Planeten kein unendlicher Ressourcenverbrauch möglich ist.

Theresa Weinsziehr machte deutlich, dass es gelte, gemeinsam neue Visionen zu entwickeln, wie der Klimawandel noch gebremst werden kann. Dazu wären Allianzen mit Gleichgesinnten zu schmieden. Vor Ort sei der erste Schritt, lokale Maßnahmen für mehr Klimaschutz umzusetzen. Es gelte außerdem, globale und nationale Rahmenbedingungen einzufordern.

Regionen und Kommunen rufen den “Klimanotstand” aus

Als Beispiel zeigte sie, dass immer mehr Städte und Gemeinden wie zum Beispiel die Region Hannover den “Klimanotstand” ausrufen. Mit dem Beschluss werden Regierungen und Verwaltungen beauftragt, Maßnahmen auszuarbeiten, die über den derzeitigen Stand hinausgehen, um die Erwärmung einzudämmen. Durch den “Notstand” wird diesen Maßnahmen höchste, nicht aufschiebbare Priorität zugeschrieben.

Als Anregungen für die eigenen Wirkungsbereiche nannte Weinsziehr: Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, den eigenen Wärmebedarf reduzieren, das eigene Gebäude sanieren und eine neue Heizung anschaffen, im Unternehmen, in dem man beschäftigt ist, Ansätze finden, in der Kommunalpolitik Ideen einbringen und vorantreiben, in Schulen und in Kindergärten Dinge verändern, in der Kirche Projekte starten. Abschließend forderte sie dazu auf, stärker die Energieberatungen, zum Beispiel bei der Energieagentur Heidekreis, zu nutzen, möglichst auf fossile Brennstoffe zu verzichten und mehr auf Photovoltaik zu setzen.

In der anschließenden Diskussion wurden weitere Maßnahmen diskutiert. So wurde vorgeschlagen, mehr Reparaturstätten für technische Geräte einzurichten, um Dinge länger nutzen zu können. Die Landwirtschaft solle verstärkt die Aufgabe übernehmen, CO2 durch Baumpflanzungen und durch Humusaufbau der Böden zu binden. Wichtig wären darüber hinaus vor allem Informationsveranstaltungen, die den Menschen Einblicke geben und ihnen Hintergründe und Zusammenhänge der Klimaerhitzung transparent und verständlich machen, wie jüngst die Veranstaltung mit Dr. Franz Alt in Bad Fallingbostel..

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