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Johanniter lernen, mit kritischen Situationen richtig umzugehen

Deeskalation und Notwehr

Nicht den Helden spielen: Einen Gegner zu entwaffnen ist nur schwer möglich, deshalb besser auf Distanz halten und Fluchtmöglichkeiten nutzen oder Unterstützung herbeirufen. Dabei stellt der Angriff mit einer Waffe eher die Seltenheit dar, häufiger haben es Sanitäter mit Würgen, Schubsen, und Um-sich-schlagen zu tun.red
Nicht den Helden spielen: Einen Gegner zu entwaffnen ist nur schwer möglich, deshalb besser auf Distanz halten und Fluchtmöglichkeiten nutzen oder Unterstützung herbeirufen. Dabei stellt der Angriff mit einer Waffe eher die Seltenheit dar, häufiger haben es Sanitäter mit Würgen, Schubsen, und Um-sich-schlagen zu tun.red
SCHWARMSTEDT - 07. August 2018 - 13:13 UHR - VON REDAKTION

Immer wieder sehen sich Rettungskräfte während ihres Einsatzes nicht nur verbalen, sondern auch körperlichen Übergriffen ausgesetzt. Aus aktuellem Anlass, dem Angriff eines Patienten auf eine Rettungsdienst-Mitarbeiterin im Walsroder Krankenhaus, haben die Verantwortlichen der Johanniter-Unfall-Hilfe im Ortsverband Aller-Leine eine Fortbildung im Rahmen der Deeskalation im Rettungsdienst-Einsatz veranstaltet.

Notfallsanitäter und Praxisanleiter Marcel Borchert, selbst Träger des schwarzen Gürtels im Taekwondo, übernahm die Konzeption der achtstündigen Fortbildung und bereitete die Inhalte in Theorie und Praxis auf. Die statistische Analyse von Übergriffen zeigt, dass diese meist im Affekt geschehen und nicht geplant verlaufen.

Für die Mitarbeiter der Rettungswachen in Schwarmstedt und Rethem ging es vor allem darum, zu verstehen, wie Aggressionen beim Patienten entstehen und eine mögliche Gewaltspirale in Richtung Deeskalation vermieden werden kann. Dabei erarbeiteten die Teilnehmer Bewertungsprozesse aggressiver Verhaltensweisen und entwickelten so ein besseres Verständnis für die Ursachen. Es wurden kommunikative Deeskalationstechniken mit hoch angespannten Patienten besprochen und sowohl auf theoretischer Ebene als auch in praktischen Fallbeispielen umgesetzt. Zum Selbstschutz übten die Teilnehmer effektive Abwehrtechniken. Im Falle einer Notwehrsituation sind die weiblichen wie auch die männlichen Teilnehmer nun bestens vorbereitet und können diese, unabhängig von ihrer Statur, einsetzen. Zum Schluss ging es um die wichtige Einsatznachsorge sowie um die Arbeit der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) und der Seelsorge nach einem kritischen Vorfall im Rettungsdienst-Einsatz.

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