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Auf Bundesebene abgelehnt, doch ihre besondere Idee zum Meinerdinger Kirchenjubiläum setzen sie trotzdem um

Der Traum von der eigenen Briefmarke

Eine ganz besondere Briefmarke: 20 Marken zu 80 Cent befinden sich auf dem Bogen, der im Kirchenbüro bei Ute Bremer (vorne) erhältlich ist. Pastor Thomas Delventhal und Ralf Kolberg (von rechts) von der Stiftung Meinerdingen setzten die besondere Jubiläums-Idee mit der Post um.Fotos: Kirchengemeinde Meinerdingen
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Eine ganz besondere Briefmarke: 20 Marken zu 80 Cent befinden sich auf dem Bogen, der im Kirchenbüro bei Ute Bremer (vorne) erhältlich ist. Pastor Thomas Delventhal und Ralf Kolberg (von rechts) von der Stiftung Meinerdingen setzten die besondere Jubiläums-Idee mit der Post um.Fotos: Kirchengemeinde Meinerdingen
MEINERDINGEN - 03. Dezember 2019 - 16:00 UHR - VON REDAKTION

Es war ein ereignisreiches Jahr, das die “kleine Kirchengemeinde mit dem großen Herzen” jetzt mit dem traditionellen Lichterfest der Stiftung Lebendiges Meinerdingen beendete. Pastor Thomas Delventhal ließ dort die wichtigsten Ereignisse noch einmal Revue passieren und machte dabei immer wieder deutlich, dass das Großereignis ohne den unerschöpflichen Ideenreichtum und die Hilfe der vielen Ehrenamtlichen keinen so großen Erfolg gehabt hätte. Eine kleine Kirchengemeinde auf dem Lande werde schließlich nicht jeden Tag vom Landesbischof in den höchsten Tönen gelobt.

Doch die Meinerdinger würden ihrem Ruf nicht gerecht werden, wenn das 750. Kirchenjubiläum nun zum Jahresende einfach sang- und klanglos abgehakt werden würde. So wurde eine der ersten Ideen rund um das Jubiläum jetzt doch noch verwirklicht.

Schon lange vor dem Jubiläumsjahr hatte Ute Bremer die Idee gehabt, das 750-jährige Bestehen mit einer Briefmarke zu würdigen. Dabei traf es sich natürlich gut, dass mit Erich Asendorf gerade ein gelernter Grafiker Mitglied der Kirchengemeinde geworden war. Begeistert setzte er die Idee in einer Zeichnung um. Wie in Meinerdingen üblich, wurden die weiteren Schritte gemeinschaftlich entwickelt und durchgeführt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil versuchte sogar, den Finanzminister für die Meinerdinger Briefmarke zu begeistern. Dessen Ministerium entscheidet, welches Motiv letztlich zur Briefmarke wird. Die Meinerdinger Kirche war dabei einer von rund 500 Bewerbern. Nur 50 werden jedes Jahr wirklich ausgewählt und landen tatsächlich auf Briefen. Meinerdingen schied in dieser “Casting Show” leider aus. Das Projekt wurde zu den Akten gelegt - allerdings nicht in die unterste Schublade.

Als Kirchen- und Stiftungsvorstand das Jubiläumsjahr Revue passieren ließen und einen Kassensturz machten, brachte Schatzmeister Ralf Kolberg die Idee mit der eigenen Briefmarke wieder auf den Tisch. Dank vieler Sponsoren, der Einnahmen bei den zahlreichen Veranstaltungen und vor allem durch den Verkauf des Jubiläumsbuches war viel Geld auf das Stiftungskonto geflossen.

Grundsätzlich kann sich nämlich jeder gegen entsprechende Druckkosten eine eigene Briefmarke bei der Post drucken lassen. Das haben die Meinerdinger jetzt getan. 3020 Briefmarken mit dem von Erich Asendorf gezeichneten Porträt der Kirche wurden von “Post-Individuell” erstellt. Die Briefmarke hat einen Wert von 80 Cent, was dem Porto eines normalen Briefs entspricht. Im Meinerdinger Kirchenbüro werden die Marken ab sofort zu den Öffnungszeiten und dienstags im Kirch-Café verkauft. Um die Druckkosten zu zahlen, kostet ein Bogen mit 20 Meinerdinger Briefmarken dabei 20 Euro.

Wer seine Weihnachtspost mit einer wirklichen Rarität verschicken will, sollte sich also beeilen. Die Meinerdinger Kirchengemeinde wird ihren Bekanntheitsgrad mit den Briefmarken sicherlich bundesweit noch erweitern können.

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