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Wahl des Heimatbundes Niedersachsen fällt für den Monat April auf die von Apfelbäumen gesäumte Landesstraße 191 zwischen Ahlden und Büchten

Die “Allee des Monats” liegt im Heidekreis

Sehenswert: Die Apfelbaumallee zwischen Ahlden und Büchten.Foto: Karl-Heinz Brandt
Sehenswert: Die Apfelbaumallee zwischen Ahlden und Büchten.Foto: Karl-Heinz Brandt
AHLDEN - 04. Mai 2020 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Erste zarte Blüten zeigen sich in der “Allee des Monats” April: in der Apfelbaumallee an der Landesstraße 191 zwischen Ahlden und Büchten im Heidekreis. Gekürt wurde die Allee vom Niedersächsischen Heimatbund (NHB).

Die Allee erstreckt sich heute auf einer Länge von gut 1200 Metern und besteht aus etwa 135 Apfelbäumen unterschiedlichen Alters. Leider weist sie an beiden Seiten der Straße diverse Lücken auf. Ursprünglich wird sie sich jedoch auf der gesamten Länge der Straße zwischen den beiden Nachbarorten Ahlden und Büchten erstreckt haben, denn mit dem Ausbau des Straßennetzes seit dem 18. Jahrhundert wurden verstärkt Obstbaumalleen gepflanzt, damit sich die Bevölkerung mit frischem Obst, mit Most und Dörrfrüchten versorgen konnte. Leider lässt sich anhand der Dorfchroniken und des vorliegenden Kartenmaterials das genaue Pflanzjahr nicht feststellen, doch wurde die Allee vermutlich anlässlich des “Tag des Baumes” Mitte der 50er Jahre angelegt.

Zu allen Jahreszeiten ein echter Hingucker

Als landschaftsprägendes Element ist die historische Apfelbaumallee aus alten, widerstandsfähigen Hochstammsorten wie Celler Dickstiel auch Krügers Dickstiel genannt, Rheinischer Bohnapfel, Pfannkuchenapfel, Ingrid-Marie und Ontario zu allen Jahreszeiten ein echter Hingucker. Zur Blütezeit ist sie für Wild- und Honigbienen, Hummeln und andere Pollen und Nektar sammelnde Insekten von hoher Bedeutung, sie dient Vögeln und Kleinsäugern als Lebensraum und Nahrungslieferant und spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle für die Vernetzung von Biotopen.

Bitte melden, wer Näheres über Entstehungsgeschichte weiß

Da Obstbaumalleen in der Region selten geworden sind, ist die grüne Lebensader ein kulturhistorischer und ökologischer Schatz, den es zu bewahren gilt. “Auch die Einheimischen möchten ‚ihre‘ Allee nicht missen”, ist Dr. Antje Oldenburg vom Naturschutzbund Heidekreis überzeugt und betont, dass zu ihrem Erhalt dringend Nachpflanzungen, Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen notwendig sind. Wer Näheres über ihre Entstehungsgeschichte weiß oder alte Aufnahmen in Familienalben findet, wird gebeten, unter (05164) 801113 oder per E-Mail an antjeoldenburg@arcor.de Kontakt aufzunehmen.

Der NHB setzt sich seit 2015 verstärkt für den Schutz und Erhalt von Alleen in Niedersachsen ein. Seit Februar 2019 setzt er das von der Bingo-Umweltstiftung geförderte Projekt “Alleepaten für Niedersachsen” unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministers für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, um.

Netzwerk aus Alleenpatenschaften

Ziel ist es, ein ehrenamtliches Netzwerk aus Alleenpatenschaften zu initiieren. Vorläufer war das Projekt “Die 500 schönsten und wertvollsten Alleen Niedersachsens”, in dessen Verlauf bis Mitte 2018 mit Hilfe der Bevölkerung erstmals eine repräsentative Übersicht der wichtigsten und schönsten Alleen Niedersachsens aufgestellt werden konnte. Alleen können weiterhin unter www.alleen-niedersachsen.de/start gemeldet werden. Eine Übersicht über die Projektergebnisse gibt es unter www.heimatniedersachsen.de.

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