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Anfangswelle der Bearbeitungsflut geschafft: Finanzamt Soltau bleibt weiterhin für Besucher geschlossen

Die ersten Bescheide sind verschickt

Es liegen bereits etwa 7500 Steuererklärungen von Arbeitnehmern vor, das Finanzamt bittet eindringlich, auf Nachfragen zum Bearbeitungsstand zu verzichten. Foto: Eickholt
Es liegen bereits etwa 7500 Steuererklärungen von Arbeitnehmern vor, das Finanzamt bittet eindringlich, auf Nachfragen zum Bearbeitungsstand zu verzichten. Foto: Eickholt
SOLTAU - 27. April 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Das Finanzamt Soltau informiert, dass es zunächst wie alle Finanzämter im Land bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Besondere Anliegen können aber weiterhin in Einzelfällen nach telefonischer Absprache unter Beachtung der allseits bekannten Abstands- und Vorsichtsregeln auch persönlich vorgebracht beziehungsweise mit einem zuständigen Beschäftigten persönlich besprochen werden. “Es wurde bisher hiervon nur vereinzelt Gebrauch gemacht, um mit einer solchen Besprechung zeitraubenden Schriftverkehr zu vermeiden”, so der Vorsteher des Finanzamts Soltau, Jörg Zimmermann.

Für die seit dem 25. März in Bearbeitung befindlichen Einkommensteuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2019 gibt es aktuell folgendes mitzuteilen: Mittlerweile sind nahezu alle Erklärungen von Arbeitnehmern, die in den Monaten Januar und Februar 2020 ihre Steuererklärungen abgegeben haben und ohne Rückfragen vom Amt bearbeitet werden konnten, gerechnet. Die ersten Bescheide gab es wie versprochen in der Karwoche. Wegen der technischen Bereitstellung erfolgt der zentrale Versand der Bescheide in der Regel etwa zehn Tage nach der Bearbeitung im Finanzamt. Wie berichtet, hatte sich die Bereitstellung der Programme bundesweit wegen umfangreicher Programmanpassungen verzögert.

Es liegen bereits etwa 7500 Steuererklärungen von Arbeitnehmern vor. Damit auch in 2020 die Steuererklärungen aus 2019 so schnell wie möglich durchlaufen können, bittet das Finanzamt eindringlich, auf Nachfragen zum Bearbeitungsstand zu verzichten. “Die Bearbeitung von Steuererklärungen und Anträgen erfolgt trotz der Einschränkungen aufgrund des Coronavirus weiterhin. Die Besetzung ist im Soltauer Finanzamt gemessen an der aktuellen Krise jetzt verhältnismäßig gut, denn die Beachtung aller Regeln, auch die der vorsorglichen Quarantäne, hat dazu geführt, dass bisher kein unmittelbarer Fall im Finanzamt zu beklagen war”, äußerte sich Zimmermann vorsichtig optimistisch.

Der Antragsflut vor allem wegen Stundungen von Steuerforderungen und Anpassungen von Vorauszahlungen wird das Amt nun auch gut Herr. Dass sich die Steuerbürger nach Antragstellung zurückgehalten haben und doch deutlich von telefonischen Rückfragen abgesehen haben, habe sich positiv auf die Bearbeitungsgeschwindigkeit ausgewirkt. Fast 90 Prozent der derzeit knapp 500 Anträge auf Stundung sind bearbeitet.

Bei den Anträgen auf Herabsetzung der Vorauszahlungen liegt das Amt ebenfalls infolge Umstellung interner Abläufe sehr zeitnah bei der Entscheidung und Umsetzung. Weiterhin bewährt sich, in den vereinfachten Vordrucken neben den anzukreuzenden Anträgen auch ein kurzes Schlagwort zur betroffenen Branche, bei nur mittelbarer Betroffenheit eine kurze textliche Erläuterung zu geben. Das Motto bleibt daher: “Je sprechender der Antrag ist, desto schneller kann er bearbeitet werden.” Näheres, auch der vereinfachte Vordruck für Einzelgewerbetreibende u.a., findet sich auf der Homepage des Landesamts für Steuern unter www.lstn.niedersachsen.de. Dort werden auch Antworten auf übliche Fragen unter dem Verweis “FAQ” gegeben.

Jedoch, das Leben im Amt geht auch einen Schritt in Richtung Normalität: Steuerbürger und Firmen, die ihre Zahlungsverpflichtungen wegen der Corona-Krise vergessen oder schlichtweg haben schleifen lassen, werden in einem Sammelmahnlauf jetzt Post vom Finanzamt erhalten. Alle Betroffenen werden um Verständnis gebeten, wenn es bei der Masse der Mahnungen insbesondere bei telefonischen Anfragen zu Engpässen kommen sollte. “Wenden Sie sich dann kurz schriftlich an uns und stellen Sie entsprechende neue Anträge” so Zimmermann. Insgesamt knapp 190 Menschen arbeiten im Finanzamt Soltau, davon derzeit 19 Auszubildende und Studierende verschiedener Einstellungsjahrgänge.

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