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KGS Schwarmstedt verabschiedet Schüler

Die etwas andere Zeugnisvergabe

Gesamtschuldirektor Tjark Ommen hinter dem Rednerpult. Fotos: Wilhelm-Röpke-Schule
Gesamtschuldirektor Tjark Ommen hinter dem Rednerpult. Fotos: Wilhelm-Röpke-Schule
SCHWARMSTEDT - 09. Juli 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Viele Schulen schickten ihren Abschlussschülerinnen und -schülern die Zeugnisse per Post zu. Nicht so an der Wilhelm-Röpke-Schule in Schwarmstedt: Die riesige Sporthalle war mit zwei Minibühnen, üppigem Blumenschmuck, Fotos und bunten Bändern liebevoll geschmückt und kaum wiederzuerkennen. Alle Gäste waren mit Mundschutz und weitem Abstand anwesend. Moderator Johnny Groffmann hieß sie mit Musik willkommen. Dann kam Gesamtschuldirektor Tjark Ommen auf die Bühne.

Nach Dank und Begrüßung gestand Ommen, dass er die Begriffe “aktuelle Bedingungen” und “Corona” eigentlich nicht mehr hören könne; zu sehr hätten das Virus und seine Folgen das Leben in den vergangenen Monaten beeinflusst. Die Abschlussschüler waren nach dem Lockdown die ersten, die die Schule wieder besuchten, und Ommen habe sich selten so über Stimmen in den Gängen gefreut. Er lobte die Disziplin: Händewaschen, Hygieneregeln und Sauberkeit. In Rekordzeit hätten die Schüler sich auf die Abschlussprüfungen vorbereitet, Extraleistungen erbracht und bis zum letzten Tag um Noten gekämpft.

Der Gesamtschuldirektor dankte auch den Eltern, die ihre Kinder zu Hause motiviert und unterstützt hätten. Ommen hob auch die Leistung der Klassenlehrkräfte und Schulzweigleitungen hervor. Zum Abschluss sagte Ommen noch: “Wir leben nicht von den Informationen, die wir euch vermittelt haben. Wir leben nicht von den Büchern, die wir jeden Tag nutzen. Wir leben von der unberechenbaren Welt. Von Schönheit, Würde, Poesie und Anmut. Wie es unser Leitbild nach Wilhelm Röpke sagt: Der Kern unserer Schule sind die Dinge, die man nicht sehen kann. Der Kern unserer Schule sind die zwischenmenschlichen Beziehungen.”

Grüße “vom Band”

Nach großem Beifall für diese Rede wurde eine Audiodatei abgespielt, in der Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs den Abschlussschülern gratulierte und ihnen alles Gute für ihr weiteres Leben wünschte. Auch die beiden Schülersprecherinnen Yana Lawrenz und Lara Jensen waren nicht persönlich anwesend, Schulleiter Ommen verlas ihre vorbereitete Rede, in der sie allen gratulierten. Die beiden, die die Coronazeit im Homeschooling und jetzt mit den vielen Einschränkungen erlebt hatten, bewunderten die Abschlussschüler, die in dieser schweren Zeit auch noch die ersten großen Prüfungen absolvieren mussten, und sie bedauerten sie, weil die erfrischenden Dinge des Schülerlebens wie Abschlussstreiche, Mottowoche oder Ball leider nicht möglich seien.

Auch die Vorsitzende des Schulelternrates, Martina Klemmer, gratulierte per Audiodatei. Sie ging auf ein Zitat des römischen Redners und Staatsmanns Cicero ein, der schon vor mehr als 2000 Jahren festgestellt haben soll: “Je größer die Schwierigkeiten, desto größer der Weg.”

Schule als Ort der Begegnung und Freundschaft

Im Anschluss wurde eine weitere Besonderheit dieser Zeugnisvergabe deutlich: Zum ersten Mal, seit es seit 1967 Realschüler an der Wilhelm-Röpke-Schule gibt, wurden die Feiern der beiden Schulzweige getrennt voneinander vollzogen. So trat dann auch “nur” Hauptschulzweigleiter Jens Weber ans Rednerpult, seine Kollegin, Realschulzweigleiterin Tanja Otte, war erst in der zweiten nachfolgenden Veranstaltung an der Reihe. Weber erinnerte daran, dass Schüler sich eigentlich freuen, wenn die Schule außer der Reihe ausfällt, und dass auch bei den “Corona-Ferien”, die frühzeitig begonnen hatten, zunächst die Freude über die schulfreien Tage sicher bei den meisten überwogen hatte. Aber schnell sei klar geworden, dass die Schule nicht nur Wissen vermittele, sondern ein Ort der sozialen Begegnung und der Freundschaft sei, den man auch vermisse.

Die Ergebnisse können sich trotz der ganzen Widrigkeiten sehen lassen: Aus der 9H1 werden etwa 50 Prozent der Schüler das freiwillige 10. Schuljahr machen, und aus den beiden zehnten Hauptschulklassen haben 80 Prozent einen Realschulabschluss erreicht - wohl das beste Ergebnis, das es an der KGS je gab.

74 Schülerinnen und Schüler verabschiedet

Bei der folgenden Verabschiedung der Realschulabsolventen hielt Tanja Otte die Rede. Sie nahm die Dekoration der Mensa zum Anlass, an die Aktion #RegenbogengegenCorona zu erinnern, die Farbe und Hoffnung bringen soll. Ihren Ursprung hatte diese Aktion in Italien, dort sollten die gemalten Regenbögen in den Fensterscheiben ausdrücken: “andra tutto bene - alles wird gut”. So vielschichtig wie beim Regenbogen gehe es auch in der Schule nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um Erziehung, die Vermittlung von Werten und Normen, Vertrauen, Freundschaft, Gemeinschaft, Toleranz und Vielseitigkeit.

So wurden dann auch für 74 Schülerinnen und Schülern des zehnten Jahrgangs des Realschulzweiges, zweimal der Hauptschulabschluss, einmal der Sekundarabschluss I Hauptschulabschluss, 31-mal der Sekundarabschluss I Realschulabschluss und 40-mal der erweiterte Sekundarabschluss I Realschulabschluss vergeben.

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