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Historiker Thorsten Neubert-Preine veröffentlicht Rückblendeheft - erste Auflage von 2010 aktualisiert und ergänzt

Die Geschichte von Bomlitz zum Blättern und Stöbern

2010 gab es bereits eine erste Auflage, in der Thorsten Neubert-Preine die Geschichte von Bomlitz dokumentiert hatte. Zehn Jahre später hat er in der zweiten Auflage nun aktualisiert und um die letzten zehn Jahre erweitert. Foto: Neubert-Preine
2010 gab es bereits eine erste Auflage, in der Thorsten Neubert-Preine die Geschichte von Bomlitz dokumentiert hatte. Zehn Jahre später hat er in der zweiten Auflage nun aktualisiert und um die letzten zehn Jahre erweitert. Foto: Neubert-Preine
BOMLITZ - 07. November 2020 - 12:00 UHR - VON REDAKTION

Einen Ort wie Bomlitz findet man selten in Deutschland, sagt Historiker Thorsten Neubert-Preine. Oft finde man Siedlungen, die sich an einem Gewässer bilden und einen Marktplatz oder vielleicht sogar eine Kirche im Mittelpunkt haben. Drumherum bildet sich Handwerk und später entwickeln sich im Außenbereich Fabriken. In Bomlitz hingegen hat es zuerst eine Mühle gegeben, aus der eine Fabrik wurde, dann erst entstand um die wachsende Industrie herum eine Siedlung. Thorsten Neubert-Preine hat nun die komplette Geschichte von Bomlitz von den ersten Spuren bis zur Eingemeindung nach Walsrode in einem Rückblendeheft aufbereitet.

Die erste Auflage wurde erweitert

Es gab bereits eine erste Auflage, in der Neubert-Preine 2010 die Geschichte von Bomlitz dokumentiert und vorgestellt hatte. Zehn Jahre später hat er in der zweiten Auflage nun aktualisiert und um die letzten zehn Jahre erweitert. Für Neubert-Preine schließt mit der Eingemeindung nach Walsrode historisch eine plausible Entwicklung ab, waren die beiden Orte doch bereits über Jahrhunderte fest miteinander verwoben: Walsroder Kaufleute entwickelten die Bomlitzer Produktionsstätte zu beträchtlicher Größe. Die Industrie in Bomlitz wiederum machte die Region wirtschaftlich stark und die Stadt Walsrode groß. Bomlitz hat dabei im Kleinen eine Entwicklung genommen, die generell stattfand, wo die Industrialisierung den ländlichen Raum umgestaltete und schließlich dominierte.

Besonderer Charm von Bomlitz

In einer Buchvorstellung beim Kulturverein Forum Bomlitz konnte der Historiker den Interessierten Beispiele für die Besonderheiten zeigen, die sich aus dieser Lage ergaben. So war die Gemeinde vermögensstark und konnte für öffentliche Einrichtungen wie ein Freibad oder Sportanlagen sorgen, die Maßstäbe setzten. Gleichzeitig hatte sie andere Traditionen und eine andere Soziologie als die Nachbarorte: “Es gibt nur wenige Familien, die bereits seit mehr als 100 Jahren dort leben. Plattdeutsch zum Beispiel ist noch heute wenig verbreitet in Bomlitz und Benefeld. Und seitdem es ihn gibt, hat der 1. Mai sicherlich eine größere Bedeutung als das Erntedankfest.” Dieser andere Weg, den die ehemalige Gemeinde Bomlitz unbewusst gegangen ist, mache heute ihren besonderen Charme aus, erläuterte Neubert-Preine sein persönliches Fazit.

Kein “Schwanengesang” von Bomlitz

Das auf 58 Seiten reich bebilderte Rückblendeheft “Bomlitz - von der Papiermühle zur Großgemeinde” ist in der Buchhandlung Kappe, der Heine Buchhandlung und beim Forum - E-Mail: vorstand@forum-bomlitz.de oder 0163-1650184 - für sieben Euro erhältlich. Das Heft sei nicht der “Schwanengesang” von Bomlitz, das seit dem 1. Januar 2020 zu Walsrode gehört. “Bomlitz ist zwar keine selbstständige Gemeinde mehr, aber seine Geschichte geht weiter”, freut sich der Historiker.

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