Lokales

/lokales/die-herausforderung-ist-der-aal_10_112036659-21-.html/ / 1

Von der Pflicht der Angelkarte und der jährlichen Pflege für Besatz und Bestand in den Gewässern

“Die Herausforderung ist der Aal”

Auch die Jugend ist mit Eifer dabei, wenn Besatzfische angeliefert werden.Foto: Brunhilde Hamann
Auch die Jugend ist mit Eifer dabei, wenn Besatzfische angeliefert werden.Foto: Brunhilde Hamann
WALSRODE - 15. Juni 2021 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Angeln bewege sich zwischen Naturerlebnis, Action und Meditation, sagt der erste Vorsitzende des Sportanglervereins Walsrode, Max Jungherr. Corona habe die Menschen mehr zum Angeln gebracht. Ob die Mitgliederzahlen in den Vereinen dadurch auch gestiegen sind, lasse sich erst nach der nächsten Jahresmeldung feststellen. Dabei ist Angeln keinesfalls ein Altherrenhobby, denn allein im Heidekreis beweisen die Sportanglervereine mit ihrer Jugendarbeit, dass Angeln auch die jüngeren Generationen interessiert.

Doch fachgerechtes Angeln will gelernt sein. Denn ohne Angelkarte kann es teuer werden. In der Region gibt es kein Fließ- oder stehendes Gewässer, in dem ohne Angelkarte dem Hobby nachgegangen werden darf. Die Fischereiaufseher der Vereine kontrollieren entsprechend. Dabei gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Diejenigen, die angeln möchten, müssen sich vorher erkundigen, wer die Fischereirechte für das jeweilige Gewässer besitzt. Maßgeblich ist das niedersächsische Fischereirecht, das zwischen Privatbesitz und Genossenschaft unterscheidet. Vorgeschrieben ist, dass Genossenschaften für Flüsse zu gründen sind und dass diese dann den Vereinen Vorpachtrecht einzuräumen haben gegenüber Privatpersonen. In der Region gehören die Fischereirecht für Aller und Leine der Genossenschaft Aller II. Extra Genossenschaften gibt es dann noch für Böhme und Lehrde. Wer “schwarz” angelt, begeht eine Straftat.

Zum Leben und Wohnen an einem Gewässer gehört nicht zwangsläufig das Recht, auch Angeln zu dürfen, denn das Fischereirecht steht nicht im Grundbuch, sondern in einer Regelungsurkunde. Der Sportanglerverein Walsrode hat diese aus dem Jahr 1920, also zwei Jahre vor der Gründung des Vereins.

Angelvereine und Fischereigenossenschaften sorgen dafür, dass es was zu angeln gibt. Damit es dann auch was zu fangen gibt, nehmen Angelvereine und Fischereigenossenschaften jedes Jahr viel Geld in die Hand, um für Nachschub zu sorgen. Allein die gezielten Besatzmaßnahmen sind für den Vorstand eines Sportanglervereins eine zeitaufwendige Arbeit. Max Jungherr, der auch Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Böhme und der Fischereigenossenschaft Aller II mit Aller und Leine ist, kann davon ein Lied singen. Jedes Jahr muss festgestellt werden, was gefangen wurde. Der Walsroder Sportanglerverein betreut und beangelt naturschutzmäßig 30 Kilometer Böhme, 23 Kilometer Aller, sechs Kilometer Bomlitz und etwa 56 Hektar Wasserfläche an Seen, Teichen und Kuhlen.

“Eine Herausforderung ist immer dafür zu sorgen, dass auch der Aal in unseren Gewässern anzufinden ist”, so Jungherr. Östlich von Florida im Sargassosee geschlüpft, schwimmt der Aal mit dem Golfstrom in Richtung Europa, wo er nach etwa drei Jahren ankommt. In Frankreich und England wird er abgefangen und zu Einsatzorten transportiert. Durch den Brexit könne in diesem Jahr aber kein Glasaal aus England erworben werden, nur aus Frankreich, wie Jungherr zu berichten weiß. Seit geraumer Zeit bemühe er sich, Besatzaal kaufen zu können. Erst Mitte April sei die Genehmigung von Fördergeldern ihm zugestellt worden, so dass der Blick in die heiß umkämpfte Preisliste zur fast täglichen Aufgabe wurde. Von der EU geregelt sei, dass 60 Prozent der abgefangenen Aale in Europa bleiben müssen. Der Markt bestimmt den Preis. Derzeit bewegt er sich bei 320 Euro für ein Kilogramm, das etwa 3000 Stück ausmacht. Wann die Winzlinge in das hiesige Wasser gesetzt werden, ist noch nicht klar, denn sie müssen ja erst noch geliefert werden.

Klar ist nur, dass mit Besatzmaßnahmen in diesem Jahr begonnen wurde. So bekamen Böhme und Bomlitz schon Forellen, Fähre und Teichanlagen Karpfen und im Herbst soll die Aller Schwarzgrundeln, Zander und noch mehr bekommen.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.