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Krankenhaus-Neubau: In der Reihe “Klinik im Dialog” stand das Thema “Städtebauliche Entwicklung” im Mittelpunkt

Die Infrastruktur ist nicht vergleichbar

Beim fünften Livestream der Reihe “Klinik im Dialog” stellten sich HKK-Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge, Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey und Stadtplaner Georg von Luckwald (von links) den Fragen der Teilnehmer. Foto: Heidekreis-Klinikum
Beim fünften Livestream der Reihe “Klinik im Dialog” stellten sich HKK-Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge, Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey und Stadtplaner Georg von Luckwald (von links) den Fragen der Teilnehmer. Foto: Heidekreis-Klinikum
WALSRODE - 03. April 2021 - 18:00 UHR - VON MANFRED EICKHOLT

Anfahrt, Kinderbetreuung, Einkauf, Dienstleistungen aller Art: Für Mitarbeiter eines großen Unternehmens spielt das Angebot im direkten Umfeld des Arbeitsplatzes eine wichtige Rolle.

“Dann kann kein neues Krankenhaus gebaut werden”: Mit dieser klaren Botschaft hat Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey am Mittwochabend auf die Frage geantwortet, was passiert, wenn am 18. April der Bürgerentscheid zum Thema “Neubau eines Gesamtklinikums im Heidekreis” zugunsten der Initiatoren der Abstimmung ausfällt. Beim fünften Livestream in der Reihe “Klinik im Dialog” stellte Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums (HKK), klar: “Das, was suggeriert wird, man hätte eine Wahl - die gibt es definitiv nicht.”

Immer mittwochs Online-Dialog

Im fünften Teil der Online-Veranstaltung, mit der das HKK immer mittwochs den Dialog mit der Bevölkerung via Livestream sucht, ging es um das Thema “Städtebauliche Entwicklung”. Hintergrund ist und bleibt natürlich die Frage, ob der Standort Dorfmark für den Neubau eines zentralen Krankenhauses denkbar ist oder nicht. Die Initiatoren des Bürgerentscheids wollen erreichen, dass das Bauvorhaben weiter nördlich realisiert wird und von Bad Fallingbostel nach Dorfmark rückt.

Standort Dorfmark “unmöglich”

Das sei jedoch unmöglich, führten die Gäste Karin Thorey, Dr. Rogge und Stadtplaner Georg von Luckwald bei “Klinik im Dialog” aus. Wer die Kriterien Raumordnung und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachte, der finde keine Argumente mehr für einen anderen Standort als den am Bad Fallingbosteler Stadtrand. “F4 ist alternativlos”, betonte Dr. Rogge. Das sieht auch Stadtplaner Georg von Luckwald so, erfuhren die Zuhörer beim fünften Livestream. Aus Sicht der Raumordnung und Bauleitplanung stehe Dorfmark “nicht zur Debatte”.

Versorgung der Mitarbeiter

Unter der Überschrift des Hauptthemas “Städtebauliche Entwicklung” betonten die Teilnehmer, dass so ein Großprojekt zumindest einem Grundzentrum zugeordnet werden sollte. Bürgermeisterin Thorey rief dazu in Erinnerung: “Dorfmark hat nur eine Kindertagesstätte und eine Grundschule.” Es handele sich zwar um einen “liebenswerten Ort”. Doch die Infrastruktur sei mit der Kernstadt nicht vergleichbar. Zumal direkt neben “F4” - unabhängig von einem Klinik-Neubau - in diesem Jahr der Startschuss falle für eine weitere Kita und direkt daneben ein neues Wohngebiet geplant werde. Es gelte immer auch die Frage zu klären, wie und wo Klinik-Mitarbeiter leben und wie sie sich und ihren Nachwuchs optimal versorgen können.

Diskussion um sieben Kilometer “lächerlich”

Ob bei einem Gesamt-Klinikum der “Nordkreis” nicht wegen der größeren Entfernung benachteiligt werde, wollte ein Gast des Online-Dialogs wissen. “Da reden wir von Minuten”, antwortete der HKK-Geschäftsführer. Und auch Karin Thorey, die seit jeher aus dienstlichen Gründen zwischen Soltau und Bad Fallingbostel pendelt, findet “die Diskussion um eine Distanz von sieben Kilometern einfach lächerlich”.

Architektenmodelle für Dorfmark nicht nutzbar

Erneut machten die Podiumsgäste klar, dass sich die derzeit bei einem Architektenwettbewerb erarbeiteten Modelle nur auf den Standort “F4” beziehen und auf Dorfmark nicht übertragbar wären. “Dann müsste ein neuer Wettbewerb gestartet werden”, so Dr. Rogge. Das würde dauern. Und so viel Zeit gebe es nicht. Die zugesagten Fördermittel vom Land für einen Klinikneubau seien schon aus Gründen der notwendigen Einhaltung von Fristen verloren, wenn sich “F4” nicht durchsetze.

Rat schließt Standort Dorfmark aus

Die Bauleitplanung, die Bad Fallingbostel begonnen hat, gilt ausschließlich für “F4”, also den Bereich südwestlich der Kreisstadt, erklärte Karin Thorey. Die Kommune habe die Planungshoheit. “Der Rat hat Dorfmark ausgeschlossen.” Schon deshalb könne dort kein neues Krankenhaus gebaut werden.

Noch einmal erklärten Rogge, Thorey und von Luckwald, dass bei dem Bürgerentscheid ein “Nein” angekreuzt werden müsse, um den mit klarer Mehrheit des Kreistages beschlossenen Standort “F4” weiter beplanen zu können.

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