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Ab sofort ist sie für Android und Apple erhältlich - die Walsrode App. Die Entwickler betreten Neuland, es ist das erste Angebot dieser Art in einer deutschen Kleinstadt.

Die neue Walsrode App: Eine digitale Kundenkarte

Jetzt erhältlich: Die Walsrode App. Foto: Johanna Scheele
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Jetzt erhältlich: Die Walsrode App. Foto: Johanna Scheele
WALSRODE - 08. April 2022 - 07:00 UHR - VON DIRK MEYLAND

Was ist die Walsrode App, und wozu ist sie gut?

Mit dieser App können Ortsansässige, Besucher und Touristen Angebote und Informationen von teilnehmenden Walsroder Händlern empfangen, die über diesen Kommunikationskanal direkt über das Smartphone mit ihren Kunden in Kontakt treten. Sie können auf Angebote aufmerksam machen, auf besondere Aktionen oder auch auf freie Termine - per Push-Nachricht. Für Händler ist es eine neue Werbemöglichkeit im digitalen Zeitalter, für Kunden bietet die App Chancen, passgenaue Angebote zu erhalten. “Die Walsrode App ist eine digitale Kundenkarte für kleinere Unternehmen und lokale Händler in Walsrode, die für ,Payback‘ oder ,DeutschlandCard‘ zu klein sind, aber dennoch ein vergleichbares Angebot vorhalten möchten”, sagt Gronemedia-Geschäftsführer Clemens Röhrbein.

Wer steht hinter der App?

Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Gronemedia (Unternehmensbereich des Verlags J. Gronemann GmbH & Co. KG, Verlag der Walsroder Zeitung), der Stadt Walsrode und von Locandis. Locandis hat ähnliche Projekte bereits für Kaufland, Hagebau und die Autostadt Wolfsburg umgesetzt.

Wie funktioniert sie?

Im Freien ist das Angebot GPS-basiert. Im Inneren von Gebäuden kommt per Bluetooth die gleiche Technik zum Tragen, die auch über die “Corona-Warn-App” genutzt wird. Sogenannte “Bluetooth Beacons” streuen im Inneren von Gebäuden alle paar Sekunden ein Signal aus, mit dem der Standort des Nutzers erkannt wird. So ist es für Händler beispielsweise möglich, passgenaue Angebote am Schuhregal, in der Abteilung für Töpfe und Pfannen oder auch für Damenoberteile auf das Smartphone der Kundin oder des Kunden zu senden. Zudem ist es möglich, allen App-Nutzern Angebote zu schicken (Direktkampagnen).

Greift die App massenhaft persönliche Daten von meinem Smartphone ab?

Nein, versichert Röhrbein. Im Marketing habe ein Umdenken stattgefunden - weg von Verfolgung mithilfe von Cookies, hin zu Transparenz. Grundsätzlich könne die App anonym genutzt werden, ohne Registrierung und sonstige Angaben. Einzig Standortfreigabe und Bluetooth-Aktivierung seien nötig. Die Freigabe klar mitgeteilter Daten sei gewissermaßen die Währung, um die Vorteile (beispielsweise Rabatte) der Walsrode App nutzen zu können.

Sind jene Daten in der App denn sicher?

Ja, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Locandis, Stefan Brinkhoff. Grundsätzlich sei es möglich, die App völlig anonym zu nutzen; ohne Eingabe persönlicher Daten. Nichts werde ohne Einwilligung unter Berücksichtigung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geschehen. Die Daten würden sicher auf Servern in Sachsen gespeichert, und die App sei unabhängig von Google, Facebook oder Amazon.

Was kostet die Walsrode App, und wo ist sie erhältlich?

Bis auf die “weiche Währung” mitgeteilter Daten kostet sie nichts. Die App steht zum kostenlosen Download im App Store (Apple) und im Google Play Store (Android) zur Verfügung.

Wer sind die Zielgruppen?

“Die App steht weder im Zusammenhang mit der Kaufkraft noch mit dem Alter”, sagt Röhrbein. Das Angebot richte sich an “Smart Shopper”, was so viel bedeutet wie “schlaue Käufer”; der Begriff stammt aus dem Marketing. Die App solle das Einkaufserlebnis vor Ort gleichzeitig zu einem interaktiven Erlebnis machen. Treue Kunden sollen treue Kunden bleiben, dazu sollen neue Kunden und Touristen mit dem Angebot angesprochen werden.

Wie viele Händler nehmen bereits teil - und welche?

Zum Auftakt sind elf Walsroder Händler dabei. Dies sind Hold, Wäscheliebe, Restaurant und Hotel anders, Annussek Friseure, Intersport Joachim, Landbäckerei Meyer, Alte Rats-Apotheke, Wolthers Brotkate, Rickenberg, Das Modewerk und GNH - ein bunter Mix. Mit zehn weiteren Gewerbetreibenden würden aktuell “intensive Gespräche” geführt, so Röhrbein, der auf ein Potenzial von 140 Händlern in Walsrode verweist.

Was kostet die App für Händler?

Aktuell gibt es zwei Angebote: für monatlich 199 sowie 249 Euro. Der Unterschied liegt in der Anzahl der sogenannten Kampagnen; im ersten Fall sind es zehn, im zweiten 24 im Jahr. Bei den Kampagnen handelt es sich um feste Aktionszeiträume, innerhalb derer bestimmte Produkte gezielt beworben werden können. Logisch, dass Werbung für Winterjacken im Sommer wenig sinnvoll ist, während dann vielleicht Sneaker oder kurze Hosen besonders nachgefragt werden. Röhrbein betont, dass teilnehmende Händler auch einen vielfachen Gegenwert hätten. Dies beginne bei der technischen Ausstattung mit Bluetooth Locatoren, setze sich fort im über die Walsrode App geschaffenen Händlernetzwerk und ende bei der crossmedialen Vermarktung der App über alle Kanäle des Verlagshauses Gronemann - digital und gedruckt.

Wo können sich interessierte Händler melden?

Ansprechpartner bei Gronemedia ist Stefan Gottschild. Er ist erreichbar unter (05161) 600539 und per E-Mail an stefan.gottschild@wz-net.de.

Die Stadt Walsrode beteiligt sich finanziell an der Walsrode App. Warum?

Bürgermeisterin Helma Spöring bezeichnet das Vorhaben als “absolut innovativ”. Die App sei für den Handel eine echte Chance, im digitalen Zeitalter anzukommen. Es gehe auch darum, den Einzelhandel nach zwei Jahren Pandemie zu unterstützen, erläutert Heiko Vulsieck, Manager für digitale Mobilität der Stadt Walsrode. Auch die Stadt arbeite daran, die Digitalisierung voranzutreiben - über die eigene Internetseite, zudem per App. Wenn es die Walsrode App gebe, mache es allerdings keinen Sinn, eine eigene Applikation zu entwickeln, sagt er; es sei im Sinne der Bürgerinnen und Bürger, Informationen “an einem zentralen Punkt zur Verfügung zu stellen”. Services für Bürger, Informationen zur Parkplatzbelegung: Zumindest in einem zweiten Schritt könnten derartige Hinweise in die Walsrode App implementiert werden.

In welche Richtung soll sich die Walsrode App weiterentwickeln - wird sie eines Tages auch in Schwarmstedt, Soltau, Schneverdingen nutzbar sein?

“Wir betreiben hier Pionierarbeit”, sagt Clemens Röhrbein. Ein derartiges Angebot in einer mittleren Kleinstadt habe es bislang in Deutschland nicht gegeben. Aus diesem Grund sei der Radius mit der Stadt Walsrode (inklusive Ortschaften) zunächst bewusst klein gehalten: “Wir wollen mit dem Pilotprojekt beweisen, dass es in einem begrenzten Umfeld funktioniert.” Nach 24 Monaten werde es abschließende Erkenntnisse geben, doch bereits zuvor sei geplant, dass das Modell Schule macht. “Wir wollen gerne auf andere Städte zugehen”, sagt Röhrbein, “im Verbreitungsgebiet, aber in Kooperation mit anderen Verlagshäusern auch außerhalb.”

Kommentare

Martin Fischer-von Frieling - 08.04.2022 - 11:55 Uhr #1
avatar Leider ist die App bei mir 3 Mal mit der Meldung "Unbekannter Fehler"abgebrochen nach der Eingabe der E-Mail Adresse. Da ist wohl noch ein wenig Feinarbeit nötig.
Dieser Kommentar wurde am 08.04.2022 um 11:57 Uhr bearbeitet.
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