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Neue Ameisenschutzbeauftragte im Landkreis Heidekreis stellen sich vor - auch Interesse aus der Nachbarschaft

Die Rote Waldameise im Fokus

Die beiden Ameisenschutzbeauftragten des Landkreises HK: Walter Heidelberg (links) und Holger Schade.Foto: Heidelberg
Die beiden Ameisenschutzbeauftragten des Landkreises HK: Walter Heidelberg (links) und Holger Schade.Foto: Heidelberg
WALSRODE - 01. Juli 2021 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Zwei im Landkreis ausgebildete Ameisenheger, Walter Heidelberg und Holger Schade, haben nun von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Heidekreis die Berechtigung erhalten, Ameisennester in besonderen Fällen umzusiedeln. Sie werden als Ameisenschutzbeauftragte des Landkreises Heidekreis bei der Behörde geführt. Eine Umsiedlung erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde - und nur, wenn ein entsprechender Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung oder Befreiung von den Zugriffsverboten von ihr positiv beschieden wurde.

Der unter besonderen Artenschutz stehenden Roten Waldameise (Hügel bauende Waldameise) gilt das besondere Augenmerk der Heger. Von der normalen Hegemaßnahme über die Artenbestimmung bis zur Not- und Rettungsumsiedlung wurde in der Hegeausbildung alles vermittelt. So wurden im theoretischen Teil Gesetzestexte und Naturschutzbestimmungen gelehrt und vermittelt, während im praktischen Teil die Umsiedlung eines Ameisenvolkes vorgenommen wurde. Solch eine Umsiedlung ist jedes Mal eine neue und große Herausforderung, denn kein Nest ist wie das andere. Die Ameisen machen nicht immer das, was die Ameisenheger gern möchten, “wobei wir ihnen ja nur helfen wollen”, berichten die Fachleute.

Die Umsiedlung erfolgt meistens sehr früh morgens, wenn noch keine großen Aktivitäten im Nest sind. Dann ist es von den Temperaturen relativ kühl und im Nest herrscht noch kein großer Betrieb. “Um diese Zeit bekommen wir die meisten von ihnen beim ersten Mal mit”, so Heidelberg. Der Rest wird nach fünf bis sieben Tagen in einer zweiten Nachumsiedlung an den neuen Standort gebracht. Die Umsiedlung ist reine Handarbeit und muss mit viel Vorsicht erfolgen, denn es sind Lebewesen die “verpackt” werden.

Die beiden Ameisenschutzbeauftragten Walter Heidelberg und Holger Schade kennen sich schon seit vielen Jahren. Nach ihrer Tätigkeit als Berufssoldaten haben beide eine Ausbildung zum Streuobstpädagogen abgeschlossen und sich dann über Weiterbildungen und Lehrgänge zum Ameisenheger ausbilden lassen. Nach der Benennung durch den Landkreis haben sie sich jetzt zur Ameisenhege Heidekreis GbR zusammengeschlossen und sind seither, von April bis Juli, fast wöchentlich unterwegs.

Auch die angrenzenden Landkreise stellen sehr gern ein Unterstützungsgesuch an die Untere Naturschutzbehörde Heidekreis, weil es bei ihnen keine ausgebildeten Ameisenheger gibt. So haben die beiden Experten bereits im Landkreis Celle und Lüneburg Nester umgesiedelt. Allerdings gibt es auch in Heidekreis viel zu tun, denn der Artenschutz rückt immer mehr in den Fokus. Auch die Begehung von zu rodenden Flächen, die Bestandskartierung und Überwachung gehört zu den Aufgaben.

Die Grundlagen und die sehr gute Ausbildung haben beide, zeitlich versetzt, bei der “Heide-Ameise Jörg” wie er sich betitelt, erhalten. Jörg Beck ist auch der Vorsitzende des Fördervereins Deutsches Ameisen-Erlebnis-Zentrum in Ehrhorn. Der Verein betreibt eine mobile Ameisenschule, womit er Kindergärten oder Schulen besucht, um ihnen diese interessanten Tiere einmal vorzustellen.

Wer sich ebenfalls für diese Tätigkeit interessiert oder einfach mal dabei sein möchte, hat die Möglichkeit sich im Walderlebnis Ehrhorn zu informieren oder wendet sich direkt an das Team unter ameisenhege-hk@gmx.de.

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