Lokales

/lokales/die-situation-ist-herausfordernd_10_111553696-21-.html/ / 1

Sicherung der Natura-2000-Gebiete großes Thema bei Versammlung des Angler-Bezirks Heide 1

“Die Situation ist herausfordernd”

Engagiert, um ihre Interessen durchzusetzen: Die Angler im Bezirk Heide 1 wollen drohende Angelverbote nicht hinnehmen.red
Engagiert, um ihre Interessen durchzusetzen: Die Angler im Bezirk Heide 1 wollen drohende Angelverbote nicht hinnehmen.red
DORFMARK - 22. Februar 2018 - 15:32 UHR - VON REDAKTION

“Die Situation ist herausfordernd, aber wir sind gut aufgestellt und bringen uns aktiv ein”, resümierte Jens-Uwe Schiemann am Rande der Zusammenkunft zahlreicher Vorstandsmitglieder von Angelvereinen im Dorfmarker Gasthaus Meding. Er leitet den “Bezirk Heide 1”, dem 32 Anglervereine mit rund 3200 Mitgliedern angehören und wurde mit seinem Vorstandsteam frisch im Amt bestätigt.

Bei der Hauptversammlung ging es nicht nur ums Abhandeln der üblichen Regularien. Zentrales Thema war die Sicherung der Natura-2000-Gebiete, die neben dem Aller-Leine-Tal auch an Böhme, Örtze, Wietze und weiteren Fließgewässern bevorsteht - Gewässer, die die örtlichen Anglervereine bereits seit Jahrzehnten hegten und pflegten, stellte Schiemann klar. Und der bezirkseigene Fachmann für Elektro-Kontrollbefischungen, Oliver Schlüter, ergänzte: “Der vielfach gute Zustand unserer Gewässer ist nur deshalb vorhanden, weil sich die Angler um ihre Gewässer kümmern.” Elektro-Kontrollbefischungen seien ein schonendes Mittel, um Aufschluss über die Fischfauna eines Gewässers zu erhalten. “Vielerorts sieht es richtig gut aus: Wir finden wieder wertvolle Kleinfische wie Schlammpeitzger, Stichlinge und Bitterlinge, aber auch Lachs und Meerforelle.” Sein Credo: “Gewässer, die von Anglern betreut werden, haben die größte Artenvielfalt.”

Nicht umsonst sei der Anglerverband (AVN) Niedersachsens größter anerkannter Naturschutzverband: Jeder Angelverein verfügt über ausgebildete Gewässerwarte, und jeder Angler muss zur Erlangung seines Angelscheins eine Prüfung ablegen. Bei diesen Fischereiprüfungen beschreitet der AVN auch neue Wege: Es besteht die Möglichkeit, an Online-Kursen teilzunehmen. “Auf diese Weise eröffnen wir auch denjenigen, die zum Beispiel beruflich stark eingespannt sind, den Weg zum Angelschein.” Das Angebot werde gut angenommen. “Und die Prüflinge erzielen im Schnitt sehr gute Ergebnisse”, freute sich Heinz Pyka, Vizepräsident des Anglerverbandes Niedersachsen.

Pyka, eigens aus Hannover angereist, berichtete über die Verbandsarbeit auf Landesebene. Er fand aber auch deutliche Worte zu den anstehenden Schutzgebietsausweisungen im Heidekreis: “Darüber, wie hier versucht wird, die Angler ins Abseits zu stellen, können wir nur den Kopf schütteln.” Schließlich sei die Anglerschaft längst Kooperationspartner im Großprojekt “Blaues Band” (ökologische Aufwertung der Aller) und könne enormen Einsatz rund um die Pflege der Gewässer, Aufwertung von Uferstreifen, Monitoring der Fauna, Aufzucht eigener Bachforellen-Brütlinge sowie Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle vorweisen. “Erst legen wir Schilfgürtel an, und dann drohen uns genau dort Angelverbote. Es steht viel Engagement auf dem Spiel, das müssen alle Entscheidungsträger wissen”, so Pykas Appell an die Politik. Vor diesem Hintergrund haben die Anglervereine beschlossen, ihre Öffentlichkeitsarbeit über die jeweiligen Landkreisgrenzen hinaus auszubauen und ihre Zusammenarbeit weiter zu intensivieren.

Interessenten an Lehrgängen zur Fischereiprüfung können sich an die Angelvereine oder den Verband Niedersachsen wenden: info@av-nds.de.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.