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Weltfilmclub zeigt einen Film über den Jazz-Star Django Reinhardt und seine Rolle als Sinti in der Nazi-Zeit

“Django - Ein Leben für die Musik”

Gitarrenunterricht genommen: Reda Kateb (vorne) schlüpfte in die Rolle von Jazz-Star Django Reinhardt. red
Gitarrenunterricht genommen: Reda Kateb (vorne) schlüpfte in die Rolle von Jazz-Star Django Reinhardt. red
WALSRODE - 09. Dezember 2018 - 11:00 UHR - VON REDAKTION

Am kommenden Dienstag, 11. Dezember, 20.15 Uhr, zeigt der Weltfilmclub im Walsroder Capitol-Theater den Film: “Django - Ein Leben für die Musik”.

Jazz-Star Django Reinhardt (Reda Kateb) ist einer der berühmtesten Gitarrenspieler und Entertainer im Paris des Jahres 1943, jeden Abend spielt er mit seiner Band in den größten Theatern vor ausverkauftem Haus. Er ist die erfolgreiche Galionsfigur des lebhaften Gypsy-Swing. Es stört ihn auch nicht, dass sich im Publikum neben den Franzosen auch Nazis von seinem Rhythmus anstecken lassen, die sonst Sinti wie ihn in ganz Europa gnadenlos verfolgen, deportieren und ermorden.

Django jedoch fühlt sich in Paris zunächst in Sicherheit, er meint zu talentiert und beliebt zu sein, als dass ihm etwas passieren könnte. Außerdem steht er noch unter dem Schutz von “Dr. Jazz”, dem deutschen Besatzungsoffizier und Jazz-Fan Dietrich Schulz-Köhn. Als die Nationalsozialisten aber von ihm verlangen, dass Reinhardt eine Konzertreise durch Deutschland macht und dabei deren absurde Anweisungen befolgt wie “nicht mehr als fünf Prozent Synkopen”, “Soli nicht länger als fünf Sekunden” oder das Verbot bestimmter Tempi, willigt er zunächst ein, weigert sich schließlich aber doch.

Wenige Tage vor Tourneebeginn flieht er aus Paris, wobei ihm seine Geliebte Louise (Cécile De France), die in der Resistance aktiv ist, hilft. Gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Naguine (Bea Palya) und seiner Mutter Negros (Bimbam Merstein) taucht er bei einem Sinti-Clan unter, und sie planen, über den Genfer See in die Schweiz zu gelangen. Doch die Deutschen haben die Spur des Musikers bereits aufgenommen ...

Mit viel Respekt verneigt sich der Film von Regisseur Etienne Comar vor den Sinti und dem zu ihnen gehörenden Musiker, für dessen Darstellung der Schauspieler Reda Kateb ein Jahr lang Gitarrenspielen geübt hat. Auch wenn der Film auf biografische Ereignisse zurückgreift, ist er kein klassisches Geburt-bis-zum-Tod-Biopic, sondern konzentriert sich auf das Jahr 1943. Dabei beleuchtet er nicht nur diesen Abschnitt im Leben eines außergewöhnlichen Künstlers, sondern stellt auch die Frage, ob Kunst politisch ist oder sein muss und eben nicht egal ist, vor wem man seine Musik spielt.

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