Lokales

/lokales/eibia-biografien-zum-volkstrauertag_10_112200513-21-.html/ / 1

Erinnerung mit Information verbinden: Das Forum Bomlitz stellt einzelne Schicksale vor.

Eibia-Biografien zum Volkstrauertag

Aufarbeitung: Die Lebensläufe sind stellvertretend für mehr als 25.000 Menschen, die für die Arbeit an den drei Eibia-Standorten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs aus ihren Heimatländern verschleppt wurden. Foto: Forum Bomlitz
Aufarbeitung: Die Lebensläufe sind stellvertretend für mehr als 25.000 Menschen, die für die Arbeit an den drei Eibia-Standorten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs aus ihren Heimatländern verschleppt wurden. Foto: Forum Bomlitz
BENEFELD - 12. November 2022 - 14:00 UHR - VON REDAKTION

Am Volkstrauertag wird an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert. Eine besondere Gruppe dieser Opfer sind in der Region die Fremd- und Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter der damaligen Pulverfabrik Eibia. Exemplarisch werden Thorsten Neubert-Preine und Torsten Kleiber vom Kulturverein Forum Bomlitz am Sonntag, 13. November, um 17 Uhr im Pavillon der Freien Waldorfschule Benefeld, Cordinger Straße 35, einzelne dieser erzwungenen Eibia-Biografien vorstellen.

“Wir möchten einen Beitrag zum Volkstrauertag leisten und Erinnerung mit Information verbinden”, erklärt Torsten Kleiber. “Die Fotos mögen vielleicht in schwarz-weiß sein, die Biografien allerdings könnten auch aus der heutigen Zeit stammen.” Für die Zusammenstellung der Lebensläufe wurden Briefe, Tagebuchtexte, Registereinträge, Gespräche mit den Zeitzeugen und mittlerweile auch mit Nachfahren der Betroffenen herangezogen. Diese Lebensläufe seien stellvertretend für mehr als 25.000 Menschen, die für die Arbeit in den drei Eibia-Standorten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs aus ihren Heimatländern verschleppt wurden.

Als besonderes Dokument werden die Referenten eine Arrestzellentür aus der damaligen Hauptverwaltung der Eibia mitbringen, die sich normalerweise im Archiv der Gedenkstätte Sandbostel befindet. Auf der Tür schrieb eine 17-jährige ukrainische Zwangsarbeiterin mit Bleistift einen langen Text, warum sie in den Arrest kam und wie dort mit ihr umgegangen wurde. Die Tür blieb jahrzehntelang unbemerkt, bis sie bei Renovierungsarbeiten gesichert wurde. Der Text wurde transkribiert und übersetzt und wird bei der Vorstellung vorgetragen. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind willkommen.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.